Hanns-Seidel-Stiftung China

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Neu erschienen

KOORD-Blatt Dezember 2012
Über die Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung in China.
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"Demografischer Wandel in China und Deutschland"
Schriftenreihe "Im Dialog mit China"
Band 8, 2012
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Alumnigruppe besucht "Kunst der Aufklärung"

Am 11. Juni 2011 organisierte die Alumni-Vereinigung der Hanns-Seidel-Stiftung in Peking einen Besuch der Ausstellung "Die Kunst der Aufklärung" im neu eröffneten Pekinger Nationalmuseum. Die aufwendig gestaltete Kunstausstellung ist die größte bisher in China gezeigte deutsche Kunstausstellung und ein wichtiger Beitrag der Auswärtigen Kulturpolitik.

Die Aufklärung, die am Beginn der westlichen Moderne steht, brachte viele neue Gedanken und Ideen hervor. Gleichzeitig wurden tradierte Vorstellungen und Konventionen in Frage gestellt - von manchen auch die politische Ordnung - und die Freiheit des Denkens proklamiert. Ideengeschichtlich ist die Aufklärung eine wichtige identitätsstiftende Säule, wenn nicht gar das Fundament der modernen westlichen Zivilisation.

Und dies fand Niederschlag in der Kunst, wie in der Ausstellung deutlich wird. In neun Kapiteln werden dem chinesischen Publikum die zentralen Themen der "Kunst der Aufklärung" präsentiert. Dies stellt allerdings einen Kunstgriff darstellt, denn die Aufklärung als kunsthistorische Epoche hat nie existiert.
 
Aufgeteilt in drei Gruppen mit fachkundiger Führung unternahmen die ehemaligen Stipendiaten einen Rundgang durch die Ausstellung entlang folgender Leitthemen: Höfisches Leben, Perspektiven des Wissens, Geburt der Geschichte, Ferne und Nähe, Liebe und Empfindsamkeit, Zurück zur Natur, Nachtseiten, Emanzipation und Öffentlichkeit sowie Revolution in der Kunst. In der Ausstellung finden sich Bilder, Grafiken, Skulpturen, kunsthandwerkliche und wissenschaftliche Objekten sowie modische Erzeugnisse, die einen Eindruck vermitteln vom geistigen und kulturellen Wandel Europas im Zeitalter der Aufklärung. In der Sektion "Ferne und Nähe" etwa richtet sich der Blick auf ferne Weltregionen als Kontrast zum eigenen erfassbaren geografischen Raum. Neugier, gepaart mit der Exotik der Ferne, führt zu einem Gegenbild, gar zu exotischen Idealwelten, die beispielsweise in der Idealisierung Chinas mündet. Das Unbekannte und Fremde hält Einzug und wird integriert in das eigene Weltbild.
 
Die mehr als 450 Exponate stammen von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und den Staatlichen Museen zu Berlin, die in Kooperation mit dem Nationalmuseum die Ausstellung präsentieren. Die fachlichen Erläuterungen während des Rundgangs erleichterten nach Aussage vieler Alumni den Zugang zur Materie erheblich. Vor dem Hintergrund eines anderen kulturhistorischen Verständnisses könnten sich für den Betrachter ansonsten Schwierigkeiten in der Interpretation ergeben, zumal Kunst sich nicht selbsterklärend erschließen muss. Die Mitglieder der Alumnigruppe genossen den Ausstellungsbesuch und manch einer erklärte, er werde sicherlich noch einmal wiederkommen, dann vielleicht mit Studenten oder Kollegen.