Hanns-Seidel-Stiftung China

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Neu erschienen

KOORD-Blatt Dezember 2012
Über die Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung in China.
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"Demografischer Wandel in China und Deutschland"
Schriftenreihe "Im Dialog mit China"
Band 8, 2012
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Bildung

Bildung als zentrales Element gesellschaftlicher Entwicklung ermöglicht die Teilhabe des Einzelnen und trägt so zur Chancengerechtigkeit bei. Aufgrund der langjährigen Aktivitäten, den landespezifischen Erfahrungen und dem umfassenden Portfolio in Sachen Bildung gibt die Hanns-Seidel-Stiftung bildungspolitische Impulse und leistet einen Beitrag zur Behebung der Bildungsarmut in ländlichen Regionen.

Im Mittelpunkt der bildungspolitischen Bemühungen steht die Fortbildung von Multiplikatoren: Lehrkräfte in der Allgemein- sowie beruflichen Bildung, Ausbilder, schulisches Leitungspersonal und Führungskräfte lokaler Bildungsverwaltungen. Sie geben Anstöße und fungieren in ihren jeweiligen Einrichtungen als Akteure des Wandels.

Ausgehend von den chinesischen Rahmenbedingungen und dem Bildungsbedarf erfolgt die berufliche Ausbildung in den Projektzentren in Anlehnung an die deutsche duale Berufsausbildung. Eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis sowie die praktische Ausrichtung der Ausbildungsgänge kennzeichnen das Bildungsnetzwerk der Hanns-Seidel-Stiftung.

Dieses Netzwerk bildet das Fundament für den Bildungstransfer in die strukturschwachen Regionen Westchinas. Die personellen und technischen Ressourcen, das Erfahrungswissen und die vorhandene Infrastruktur der Projektzentren werden genutzt, um die Entwicklung des Bildungswesens in den Westprovinzen voranzutreiben. Der Bildungstransfer konzentriert sich zurzeit auf die Provinzen Gansu, Ningxia, Qinghai, Xinjiang, Innere Mongolei, Yunnan, Guizhou und Tibet.

Die Bildungsprojekte leisten einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der chinesischen Bildungsreform durch:

  • bildungspolitische Beratung auf regionaler und lokaler Ebene
  • Entwicklung neuer Berufsbilder und die Anpassung traditioneller Berufsbilder sowie dazugehöriger Curricula
  • Bereitstellung und Implementierung innovativer bildungspolitischer Konzepte, z.B. im Bereich der höheren beruflichen Bildung

Das Beispiel Gansu

Der Bildungstransfer in die Provinz Gansu erfolgt von den Projektzentren der Hanns-Seidel-Stiftung in Qingzhou, Weifang (Provinz Shandong) und Shiyan (Provinz Hubei) aus. In Gansu wurden in verschiedenen Gebieten Berufsschulen als Stützpunktschulen ausgewählt. Die Qualifizierung der dortigen Lehrkräfte und Ausbilder geschieht durch Fortbildung und Hospitationen in den Projektzentren, bzw. Lehrkräfte und Ausbilder aus den Projektzentren unterrichten vor Ort in den Stützpunktschulen in der Provinz Gansu. Die oftmals unzureichende Ausstattung der Schulen erfordert die Einrichtung von Fachräumen und die Bereitstellung notwendiger Ausstattung und technischer Schulungsmittel. Diese werden zumeist im Eigenbau von den Teilnehmern selbst hergestellt.

Mittlerweile besteht in der Provinz Gansu ein regionales Netzwerk aus 12 Berufsschulen, das wiederum von Teilnehmern angrenzender Provinzen (Xinjiang, Innere Mongolei, Tibet) für Bildungsmaßnahmen genutzt wird. Entsprechend dem regionalen Bedarf kann dieses Bildungsnetzwerk sukzessive erweitert werden. Im Rahmen des Bildungstransfers erfolgt auch die Beratung und Fortbildung von Entscheidungsträgern, Schulleitern und Angehörigen der lokalen Bildungsverwaltungen.

Das Konzept Bildungstransfer knüpft an den lokalen Gegebenheiten in den strukturschwachen Regionen an, stärkt die dort vorhandenen Ressourcen und Potentiale, fördert das regionale Qualifikationsniveau und trägt zum Abbau des Bildungsgefälles bei.