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China im Dialog

"Die besseren Köpfe - deutsche und chinesische Absolventen im Vergleich"

Christian J. Hegemer, Leiter des Instituts für Internationale Zusammenarbeit der Hanns-Seidel-Stiftung
Prof. Dr. Meng Liqiu, Vizedirektorin der TU München

Im Rahmen der Veranstaltung "Die besseren Köpfe" des Chinaforums Bayern e.V. in Kooperation mit der Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung, wagten am 5. Dezember 2012 namhafte deutsche und chinesische Professoren einen Vergleich zwischen deutschen und chinesischen Hochschulabsolventen im Konferenzzentrum München.

Die Veranstaltung gehört zur Reihe "China im Dialog" des Chinaforums Bayern e.V. und wird unterstützt vom Bayerischen Wirtschaftsministerium. Es war dies die erste gemeinsame Veranstaltung des Chinaforums Bayern mit der Hanns-Seidel-Stiftung. Christian J. Hegemer, Leiter des Instituts für Internationale Zusammenarbeit der Hanns-Seidel-Stiftung, wies in Vertretung für Prof. Dr. Reinhard Meier-Walser auf die bereits bestehenden umfangreichen Hochschulkooperationen zwischen deutschen und chinesischen Hochschulen und ihre Bedeutung für den Wissenschaftsstandort Deutschland hin. Er hob auch die über 30-jährige erfolgreiche und damit nachhaltige Zusammenarbeit der Hanns-Seidel-Stiftung mit der VR China in den Bereichen Gesellschaftspolitik, Bildung und Ländliche Entwicklung hervor.

Prof. Dr. Meng Liqiu, Vizedirektorin der TU München, zeigte in ihrem Vortrag den unterschiedlichen Organisationsansatz an deutschen und chinesischen Universitäten auf. Sie betonte, dass in Deutschland Selbständigkeit, Eigenverantwortung und eine Diskurs-Orientierung viel mehr zählten als in China.
Dort seien die Autorität und der Gehorsam gegenüber den Lehrenden wichtiger als die Interaktion mit ihnen. Die deutschen Studierenden seien meistens selbstsicherer als ihre chinesischen Kommilitonen, dafür sei ihr Basiswissen oft bei weitem nicht so ausgeprägt wie das der chinesischen Studierenden.

Die Hauptprobleme chinesischer Studierender in Deutschland seien, so Prof. Meng, die mangelnde sprachliche Kompetenz und ihre Schüchternheit gegenüber Lehrenden, so dass sie häufig nicht ausreichend in die deutsche Community integriert seien. Hier müssten beide Seiten stärker aufeinander zugehen.
Prof. Dr. Horst Sund, Beauftragter des DAAD für die Errichtung des Chinesisch-Deutschen Hochschulkollegs an der Tongji-Universität in Shanghai und Ehrenprofessor zahlreicher chinesischer Eliteuniversitäten, gab einen Eindruck davon, wie wichtig die Aufnahme an einer Hochschule für chinesische Studierende ist. Die chinesischen Universitätsabsolventen, so Prof. Sund, unterstünden einem enormen Druck seitens der Eltern und der Schule, um den Gaokao, die landesweite Aufnahmeprüfung für die Universität, zu bestehen. Darauf würden sie jahrelang und sehr zeitintensiv vorbereitet.

Im Anschluss an die Vorträge berichteten Katrin Koch, Geschäftsführerin der GLOCALTEAM GmbH, und Yuan Xu, Executive Manager China der Raylase AG, über ihre Erfahrungen mit chinesischen Bewerbern aus der Unternehmenspraxis. Katrin Koch wies darauf hin, dass es meist ein Führungsproblem sei, wenn chinesische Mitarbeiter sich nicht entsprechend der Erwartungen entwickelten. Yuan Xu erklärte, dass die Raylase AG sich bewusst sehr viel Zeit bei der Auswahl der richtigen chinesischen Bewerber lasse und meistens mehrere Einstellungsgespräche führe. Die emotionale Anbindung bei einem späteren Arbeitsverhältnis sei für chinesische Mitarbeiter viel wichtiger als für deutsche, deshalb würde Wert darauf gelegt, sich gut zu kennen. 

Auf Grund der hohen Bedeutung des Vertrauensverhältnisses für chinesische Mitarbeiter seien, so Prof. Meng ergänzend, deutsche Unternehmen meistens nicht die erste Wahl für chinesische Bewerber.
Auf Platz eins stünden demnach chinesische Behörden und staatliche Betriebe, die eine sehr gute soziale Vernetzung aufweisen und die eigene Sprache und Kultur pflegen. Auf Platz drei und vier der Bewerberwahl stünden US-amerikanische und japanische Unternehmen. Erst dann kämen europäische, insbesondere französische und deutsche, Unternehmen auf der Beliebtheitsskala.

Unsere Arbeit in China