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Lehren aus Afghanistan: Maßnahmen und Ergebnisse

SACEUR-General John Craddock

Am 27. November 2007 stand General John Craddock, SACEUR (Oberster militärischer Befehlshaber der Alliierten in Europa), im Rahmen eines gemeinsamen Pressedinners von Security and Defence Agenda (SDA) und der Verbindungsstelle Brüssel der Hanns-Seidel-Stiftung einer hochrangigen Gruppe von Politikern und Journalisten für eine Bestandsausnahme der ISAF-Mission in Afghanistan zur Verfügung.

Die International Security Assistance Force (ISAF) ist die Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe in Afghanistan, wobei der NATO eine Führungsrolle zukommt. Sie begann ihre Sicherheitsmission 2001 mit Straßenkontrollen in Kabul, wozu ein Kontingent von 5000 Soldaten zur Verfügung gestellt wurde. Sechs Jahre später sind in ganz Afghanistan mehr als 41.000 Soldaten im Einsatz. Schlagzeilen in der Presse berichten vom wachsenden Widerstand der Taliban, vom florierenden Drogenhandel und einer verbesserten Koordinierung der Terroristen und deren Aktivitäten, die neue Zweifel über die Wirksamkeit des NATO-Einsatzes schüren und viele Fragen aufwerfen. Es wurde bei den Ausführungen des SACEUR sehr deutlich, wie wichtig der Zeitfaktor für das Gelingen dieser Mission ist. Als größte Herausforderungen für die Zukunft gelten die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanischen Sicherheitseinrichtungen sowie die Entwicklung von verantwortungsvoller Regierungsführung und der Aufbau von Administration und Institutionen.

Die Diskussionsrunde

In einer zweistündigen Diskussionsrunde erörterte er folgende Problemstellungen und Lösungsansätze für diese äußerst komplexe Situation:

  • Für die Unterstützung und Ausbildung der nationalen Sicherheitskräfte muss unbedingt mehr getan werden, wenn die für 2010 anvisierte Zahl von 70.000 afghanischen Soldaten erreicht werden soll. Der Einsatz von OMLT (Operational Mentoring and Liaison Teams) soll bei der Zusammenarbeit von NATO und afghanischen Streitkräften helfen.
  • Nachhaltiges Engagement der NATO in Afghanistan und starke militärische Präsenz ist unentbehrlich, für die Gewährleistung einer möglichst breiten Unterstützung der Bevölkerung. Damit diese nicht verlorengeht, sollten möglichst auch schnell Fortschritte bei der Verbesserung der Lebensverhältnisse erzielt werden. In diesem Bereich ist auch die Internationale Gemeinschaft gefordert. 
  • Der Schwerpunkt soll weiter auf der Entwicklung und Reifung eines umfassenden Ansatzes liegen. Es handelt sich um eine effizientere Anwendung und Koordinierung von militärischen und zivilen Instrumenten, auch einschließlich derer, die in die Zuständigkeit anderer Organisationen fallen.
  • Ein großes Problem bleibt die Kontrolle des Drogenanbaus. Für einen langfristigen Erfolg müssen vor allem die Drahtzieher ausgeschaltet werden, für die der Drogenhandel eine lukrative Einnahme- und Machtquelle darstellt.
  • Der Dialog mit Pakistan soll ausgebaut werden, um vor allem die großen Gebietszonen an der afghanischen Grenze zu Pakistan zu sichern, die nach wie vor den Oppositionskräften als Rückzugsorte dienen.


General Craddock zeigte sich schließlich erfreut drüber, dass Fortschritte bei der Aufhebung von staatlichen Vorbehalten und Einschränkungen (sog. Caviats) bereits bei einigen der 37 an ISAF beteiligten Staaten verzeichnet werden können. Der volle Umfang der vereinbarten Truppenzahl steht jedoch noch nicht bereit.