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Alois Glück sucht den Dialog

Alois Glück zu Besuch bei den Sisters in Islam

Dem Dialog mit dem Islam galt der Arbeitsbesuch des Bayerischen Landtagspräsidenten und stellvertretenden Vorsitzenden der Hanns-Seidel-Stiftung, Alois Glück, der vom 30. März bis 7. April 2007 Singapur und Malaysia bereiste.

In Malaysia, seiner ersten Station, sind über 50% der Bevölkerung Muslims (Sunniten). In der Verfassung ist der Islam deshalb nicht nur "offizielle Religion", auch jeder ethnische Malaie ist dort definitionsgemäß ein Muslim. Bis weit in die achtziger Jahre hinein konnte man den malaiischen Islam als liberal einstufen, verschiedene politische und soziale Konflikte führten ab Ende der achtziger Jahre jedoch zu einer sehr konservativen Ausprägung des Glaubens.

Auf nationaler Ebene gilt beispielsweise in Fragen des Familienrechts die Shariah, obwohl es ein geltendes Bürgerliches Gesetzbuch inklusive Familienrecht gibt. Obwohl die Shariah ausdrücklich nur für Muslime zuständig ist, geraten immer mehr Andersgläubige in ihren Zuständigkeitsbereich. So waren auch die Gespräche mit den Sisters in Islam und dem prominenten Menschenrechtsanwalt Malik Imtiaz Sarwar diesem Thema gewidmet. Beide Stellen äußerten sich sehr kritisch zu dieser Rechtssprechungspraxis und stuften sie als nicht vereinbar mit dem geltenden Bundesrecht ein.

Alois Glück und Peter Schlier (KAS) beim Parlamentspräsidenten Ramli Ngah Talib

Ein weiterer Schwerpunkt war der glaubensübergreifende Dialog. Hierzu gehörten Gespräche mit dem katholischen Bischof von Kuala Lumpur, Murphy Pakiam, dem Direktor des Instituts für Islamforschung, Syed Atalas, und dem Minister für Nationale Einheit, Datuk Dr. Maximus Ongkili. Alle Gesprächspartner betonten den Bedarf an interkonfessionellen Kontakten und das relativ spannungsfreie Nebeneinander der Religionen. Die christliche Seite ließ aber durchblicken, dass ein Ansteigen des "aggressiven" Islams zu bemerken sei und man auf die neue Regierung unter Abdullah Badawi einige Hoffnung auf Besserung setze.

Gespräche mit dem Parlamentspräsidenten Malaysias, Ramli Ngah Talib, und ein Empfang des Deutschen Botschafters, Herbert Jess, unterstrichen die Bedeutung des Besuchs. Der Parlamentspräsident betonte die guten Beziehungen seines Hauses zu deutschen Parlamentariern, der Botschafter lobte die Hanns-Seidel-Stiftung als einen äußerst aktiven Gestalter entwicklungspolitischer Beziehungen.

Treffen mit Minister Dr. Yacoob Ibrahim

Auf seiner letzten Station lernte Glück einen ganz anderen Islam kennen. In Singapur sind rund 15% der Bevölkerung bekennende Muslims. Der Stadtstaat hat eigene Integrationsprogramme für seine verschiedenen Ethnien aufgestellt und achtet sorgsam (etwa in der Ansiedlungspolitik) darauf, dass keine Ghettos entstehen. Dies bestätigten die Gespräche mit dem Staatsminister im Auswärtigen Amt, Balaji Sadasivan, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Ministerium für Gemeinwesen, Jugend und Sport Teo Ser Luck und dem Minister für Umwelt, Wasserwirtschaft und Muslimische Angelegenheiten, Dr. Yacoob Ibrahim. Letzterer verschaffte Alois Glück auch einen Besuchstermin im "Harmonie-Zentrum" der Nanandh-Moschee von Singapur.

Das Harmonie-Zentrum bemüht sich mit Konferenz-, Jugendaustausch-Programmen und einer Dauerausstellung zum Islam um ein besseres Verständnis dieser Religion und um einen lebendigen Dialog mit Andersgläubigen. Alois Glück zeigte sich sehr beeindruckt von der offenen Atmosphäre des Hauses und schätzte diese Initiative als durchaus nachahmenswert für Bayern ein.

Der Besuch in Singapur schloss mit einem Besuch beim Parlamentspräsidenten Abdullah Tarmugi und einem Treffen mit dem Deutschen Botschafter, Folkmar Stöcker.

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Die Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung in Asien
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