Menü
Zusätzliche Informationen einblenden

Hanns-Seidel-Stiftung im Web 2.0

Kontakt

Referat V/6 Nordostasien
Willi Lange
Tel.: 089 1258-326 | Fax: -340
E-Mail: lange@hss.de

Publikationen

Argumentation kompakt 9. November 2016 – 17/2016 „Wir wollen Partnerschaft und keine Konflikte“
Schutzgebühr: Keine
Download der Publikation

Argumente und Materialien der Entwicklungszusammenarbeit 18
Schutzgebühr: Keine
Download der Publikation
Diese Publikation bestellen

Aktuelle Veranstaltungen

Freitag, 02. Dezember 2016 bis Sonntag, 04. Dezember 2016

Utting

Der pazifische Raum - Dreh- und Angelpunkt des Weltgeschehens?

Freitag, 02. Dezember 2016 bis Sonntag, 04. Dezember 2016

Utting

Seminar zur Energiepolitik

Meine HSS

Seite hinzufügen
löschen
 

Landtagspräsident Alois Glück zu Besuch in Shandong

Alois Glück (l.) im Gespräch mit Jiang Yikang

Auf Einladung der Partnerprovinz Shandong besuchte der Präsident des Bayerischen Landtages und stv. Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, Alois Glück, vom 28. April bis 3. Mai 2008 die Volksrepublik China. In Gesprächen mit politischen Vertretern informierte er sich über die Situation der Provinz Shandong und verschaffte sich durch den Besuch einiger Projekte einen Einblick in die Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung in China.

In Jinan wurde Alois Glück vom neuen Parteisekretär und designierten Präsidenten des Volkskongresses der Provinz Shandong, Jiang Yikang, dem Vizegouverneur der Provinz Shandong, Cai Limin, und dem stv. Vorsitzenden des Ständigen Ausschusses des Volkskongresses der Provinz Shandong, Gao Xinting empfangen. Von beiden Seiten wurde die Besonderheit der Partnerschaft zwischen Bayern und Shandong hervorgehoben. Sie ist gekennzeichnet durch einen vielfältigen, besonders intensiven Austausch in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur. Shandong schätze die Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung sehr, die hier im Bereich Bildung eine besondere Rolle spiele. Zu würdigen sei auch das Engagement in der ländlichen Entwicklung, so Jiang Yikang. Im globalen Kontext, so Landtagspräsident Glück, komme den ländlichen Räumen eine wichtige Bedeutung zu. Es gehe darum, geeignete Entwicklungsstrategien zu entwickeln, und er verwies dabei auf das Beispiel des Dorfes Nanzhanglou.

Dort hatte er sich zuvor beim Bürgermeister von Nanzhanglou, Yuan Xiangsheng, und in Anwesenheit des Vorsitzenden des Volkskongresses Qingzhou, Liu Qiyu, über die Entwicklung des Dorfes informiert. Ende der achtziger Jahre begann hier mit Unterstützung Bayerns und der Hanns-Seidel-Stiftung ein Projekt zur Flurneuordnung und Dorferneuerung. Landwirtschaft und Gewerbe florieren, das Dorf verfügt über eine soziale Infrastruktur und man hat nicht mit dem vielerorts bestehenden Problem der Abwanderung zu kämpfen. Für Landtagspräsident Glück ist dieser Erfolg eine große Gemeinschaftsleistung der Bürger und Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Dorfbewohnern, Fachleuten und der Politik. Diese Kooperation ist auch die Grundlage des Erfolges in Bayern. Das erfolgreiche Beispiel von Nanzhanglou dient nun dem Parteisekretär der Gemeinde Heguang, Liu Wenge, als Vorbild für die geplante Entwicklung von 20 Dörfern. Als Zeichen der guten und erfolgreichen Zusammenarbeit wurde in der dörflichen Parkanlage ein Stein mit einer Widmung des Landtagspräsidenten enthüllt.

Unterzeichnung der Durchführungsvereinbarung durch Willi Lange (l.) und Xu Jianbo

In Anwesenheit des Landtagspräsidenten unterzeichnete Willi Lange, Leiter des China-Referates der Hanns-Seidel-Stiftung, und Xi Jianboa, Direktor des Bildungsamtes Qingdao, die neue Durchführungsvereinbarung für das Kooperationsprojekt Berufsbildungszentrum Pingdu. In der Außenstelle Cuizhao für Agrarproduktion und Nahrungsmittelverarbeitung informierte sich Alois Glück über die praxisorientierte berufliche Bildung. Hier werden neben den bisherigen Berufen zur Agrarproduktion seit diesem Jahr auch Aus- und Fortbildungen in den Bereichen Fleisch- und Milchverarbeitung angeboten.

Am Bildungs- und Forschungszentrum für Flurneuordnung und Landentwicklung (BFL) in Qingzhou wurde der Landtagspräsident vom stv. Vorsitzenden des Ständigen Ausschusses des Volkskongresses Weifang, Yang Jisheng, und Regierungsvertretern der Stadt Qingzhou empfangen. Xue Xuelin, Direktorin des Zentrums für Flurneuordnung des Ministry of Land and Ressources (MLR) in Peking, stellte die Arbeit des Kooperationsprojektes vor. Der Wunsch nach Zusammenarbeit in weiteren Modellprojekten wurde geäußert, z.B. in der Provinz Ningxia, im Bereich Flurerneuerung und Dorfentwicklung. Von der Dringlichkeit der Entwicklung der ländlichen Räume in China sind beide Seiten überzeugt. Notwendig ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, wenn man einen ganzheitlichen Ansatz realisieren möchte. Abstimmungsprobleme zwischen den verschiedenen Ressorts gelte es deshalb zu überwinden.

Am Berufspädagogisches Fortbildungszentrum (BFZ) Qingzhou ließ sich Glück den konzeptionellen Ansatz des Bildungstransfers in die strukturschwachen Regionen Westchinas erklären. Die im Osten des Landes etablierten Fortbildungszentren, wie etwa das BFZ Qingzhou, führen Fortbildungskurse für Lehrer und andere Multiplikatoren in den sogenannten Stützpunktschulen im strukturschwachen Westchina durch. Vorhandene Ressourcen können so zielgenau und bedarfsgerecht eingesetzt und das Netzwerk sukzessive erweitert werden. Landtagspräsident Glück brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, dass dieser Ansatz geeignet sei, eine Flächenwirkung zu erzielen und die Ressourcen effektiv zu nutzen.

In Qufu, dem Geburtsort von Konfuzius, empfing Zhu Jinhuan vom Ständigen Ausschuss des Volkskongresses Jining. Man tauschte sich über Elemente des Konfuzianismus, aber auch über die Religionsausübung in China aus. Alois Glück betonte die Notwendigkeit eines "Miteinander verschiedener Gruppen, auch anderer Religionen, als wichtige Voraussetzung für das Funktionieren einer Gesellschaft".

Peking und Shanghai bildeten die Eckpunkte der Reise. In Peking trafen sich der Landtagspräsident und Li Jianping, Vizepräsident der Gesellschaft des Chinesischen Volkes für Freundschaft mit dem Ausland, zu einem Meinungsaustausch. Im Mittelpunkt der Unterredung stand auch hier das Thema ländliche Entwicklung und die weltweite Ernährungssituation, aber auch die Kooperation mit der Hanns-Seidel-Stiftung. Zum Abschluss seiner Reise informierte sich Alois Glück über den Fortgang der Projekte in Shanghai, die Chinesisch-Deutsche Berufshochschule Shanghai, einem Projekt der Hanns-Seidel-Stiftung in fachlicher Kooperation mit der Fachhochschule Landshut, sowie über Bildungsmaßnahmen des Lehrerfortbildungszentrums Shanghai in den strukturschwachen Regionen Westchinas.