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River deep, mountain high - Medizin in physiologischen Grenzbereichen

Schneller, höher, weiter - Medizin der Extreme
Dass ein großer Fachbereich wie die Medizin immer neue faszinierende Tätigkeitsfelder hervorbringt, davon konnten sich die am diesjährigen Fachforum Medizin teilnehmenden Stipendiatinnen und Stipendiaten überzeugen. Unter dem Motto ?River Deep ? Mountain High ? Medizin in physiologischen Grenzbereichen? drehte sich vom 10. bis 12. Oktober 2008 in Kloster Banz alles um oft übersehene Grenzgebiete der Medizin und die Medizin der Extreme.

Der Teilnehmerkreis des Fachforums
Der Teilnehmerkreis des Fachforums

Erster Referent war Dipl. Ing. Dr. med. Hans Pongratz, Militärarzt, ehemaliger Stellvertreter des Generalarztes der Luftwaffe und Maschinenbauer. Er schilderte in seinem Vortrag über Flugmedizin seine Einsätze als Fliegerarzt. Ausführlich ging er auf die enormen körperlichen Belastungen, denen Piloten ausgesetzt sind, ein und zeigte auf, wie damit umgegangen werden kann.

Am Samstagvormittag berichtete der Chefarzt der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie des Allgemeinen Krankenhaus Celle, Prof. Dr. med. Hans-Jörg Oestern, von seinen Erfahrungen in der Katastrophenmedizin. Als bei dem ICE-Unglück am 3. Juli 1998 auf der Strecke von München nach Hamburg im niedersächsischen Eschede 101 Menschen ums Leben kamen, war er einer der ersten Helfer vor Ort und für die Koordination der Rettungsmaßnahmen mitverantwortlich. Wie man als Mediziner in solchen Katastrophenfällen handelt, was alles bei einer Rettungsaktion eines solchen Ausmaßes beachtet werden muss und welche Folgen das Unglück mit sich zog, erläuterte er in einem sehr beeindruckenden Vortrag.

Nicht weniger tragische Bilder und Geschichten voller Menschlichkeit übermittelten Prof. Dr. Eike Uhlich, zuletzt Chefarzt am Hofheimer Krankenhaus, und Dr. med. Dorothea Woiczechowski, Kinderärztin aus Tirschenreuth. Sie berichteten über ihre Tätigkeit für "Ärzte für die Dritte Welt". Der Verein koordiniert und vermittelt seit 1983 Ärzte in fünf medizinische Zentren in Ländern der Dritten Welt - den Philippinen, Indien, Nicaragua, Bangladesh und Kenia. Für einen Zeitraum von etwa sechs Wochen engagieren sich dort deutsche Mediziner unentgeltlich und in ihrer Freizeit für die notleidende Bevölkerung. Prof. Uhlich und Dr. Woiczechowski erzählten von ihren Einsätzen in den Slums von Nairobi, wo trotz dem Elend die Hoffnung, Dankbarkeit und Lebensfreude insbesondere der Kinder die Tristesse der Wellblechbaracken zu überstrahlen scheinen.

Ein ganz anderes Thema behandelte Dr. Helmut Pabst, Sportarzt aus München. Er gab Einblick in seine Arbeit als Dopingkontrolleur. Bei dem nach der Tour de France und den Olympischen Spielen in Peking nach wie vor aktuellen Thema standen neben der Vorstellung neuer Testmethoden auch die Gefahren und Nebenwirkungen von Dopingstoffen eingehend zur Diskussion.

Das diesjährige Fachforum Medizin war ein interessantes, informatives und mit vielen Stipendiaten aus anderen Studienfächern auch erfreulich interdisziplinäres Seminar, das den Blick für die Grenzbereiche der Medizin geschärft hat.

Bericht: Alina Bacher, JFS-Stipendiatin