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Hanns-Seidel-Stiftung im Web 2.0

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Referat IV/6 Altstipendiaten
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Tel.: 089 1258-400 | Fax: -403
E-Mail: SchreyerBrummer@hss.de

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Innovation und Wachstum - Deutschlands Chancen im globalen Wettbewerb

CdAS-Gesprächsrunde mit Heinrich von Pierer
"Wie hält man die Produktion in Deutschland?" Das wird laut Prof. Dr. Heinrich von Pierer eines der künftigen Themen auf der Tagesordnung im Innovationsrat der Bundesregierung sein. Denn diese Aufgabe liegt dem obersten Innovationsberater und früheren Siemens-Chef besonders am Herzen, wie er bei einer Wirtschaftsgesprächsrunde mit Stipendiaten und Altstipendiaten der Hanns-Seidel-Stiftung betonte.

Heinrich von Pierer referierte auf Einladung von Franz Niedermaier, Sprecher der CdAS-Regionalgruppe München/Oberbayern, am 10. März 2008 im Konferenzzentrum der Hanns-Seidel-Stiftung zum Thema "Innovation und Wachstum - Deutschlands Chancen im globalen Wettbewerb". Der 67-Jährige war von 1992 bis 2005 Vorsitzender des Vorstands, danach bis April 2007 Aufsichtsratsvorsitzender der Siemens AG. Seit der Gründung im Jahr 2006 leitet von Pierer den von der Bundesregierung eingerichteten "Rat für Innovation und Wachstum", der als Ideengeber für Regierung und Wirtschaft fungiert.

Foto: Franz Niedermaier
Foto: Franz Niedermaier

An der Produktion hängen, so verdeutlichte von Pierer, auch die Entwicklung, der Service und ein Teil des Vertriebs und somit Arbeitsplätze und ein Menge Know-how. Vor allem in High-Tech-Bereichen sollte es möglich sein, die Produktion in Deutschland zu behalten. Er nannte als Beispiel die Fertigung von Computertomographen in Erlangen und Forchheim. "Das schaffen wir schon noch eine Zeit lang - aber nur, wenn uns alle ein, zwei Jahre etwas Neues einfällt. Wenn wir schon teurer sind, dann müssen wir eben besser sein", brachte es von Pierer auf einen Nenner. "Made in Germany" habe international nach wie vor einen guten Klang. Nicht nur hohe Qualität werde damit verbunden, sondern auch Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Vertragstreue.

Zu Pessimismus bestehe überhaupt kein Anlass. Dennoch gäbe es einige Punkte, an denen dringend Handlungsbedarf bestünde. "Was wir brauchen, sind deutlich höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung", betonte von Pierer. Auf der Seite der Konsumenten müsse hingegen die Last von Steuern und Abgaben vermindert werden.

Schlechte Noten erteilte er dem Bildungswesen. "Auch in Bayern darf man sich nicht zurücklehnen", kritisierte er. Man brauche mehr Studenten in Ingenieurs- und Naturwissenschaften, auch der Frauenanteil in diesen Fachbereichen sei zu niedrig. Im Vergleich mit Karrierechancen in der Industrie sei auch die Vergütung für Professoren unzureichend. "Da wandern viele kluge Köpfe ab", wies er auf die Folgen hin. Der Mangel an Fachkräften allgemein und bei Ingenieuren im besonderen würde sich auch volkswirtschaftlich negativ bemerkbar machen. "Weitaus besser als um die schulische Ausbildung steht es in Deutschland um die berufliche Ausbildung", urteilte von Pierer. Das System der beruflichen dualen Ausbildung sei einmalig in der Welt.

Global betrachtet verteile sich der Reichtum in der Welt gerade neu, erläuterte Heinrich von Pierer. Rohstoffe wie Öl und Gas bescherten Ländern, die vor zehn Jahren noch über eine Umschuldung verhandelten, einen Geldsegen. Unvorstellbare Beträge würden Tag für Tag in die Kassen der Rohstofflieferanten fließen - in deren Ländern die Wirtschaft meist staatlich gelenkt sei und entsprechend hohe Summen für Investitionen in Infrastruktur oder Bildung zur Verfügung stünden. Insbesondere das Tempo der Veränderungen in der Welt habe sich dramatisch erhöht, auch wenn dies heute vielen zu schnell gehen würde. Auch wir müssten heute schneller reagieren und vorankommen. Das sei den Leuten zu erklären, so von Pierer: "Wir müssen uns dieser Herausforderung stellen!"

 Volker Göbner