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Hanns-Seidel-Stiftung im Web 2.0

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Referat IV/3 Geistes-, Sozial- Rechts- und Wirtschaftswissenschaften (Uni)
Dr. Gabriele-Maria Ehrlich
Tel.: 089 1258-330 | Fax: -403
E-Mail: ehrlich@hss.de

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Heimatplanet Erde - eine Reise durch das Sonnensystem

Die teilnehmenden Stipendiatinnen und Stipendiaten im winterlichen Wildbad Kreuth
Die teilnehmenden Stipendiatinnen und Stipendiaten im winterlichen Wildbad Kreuth

Wochenendseminar der Universitätsförderung in Wildbad Kreuth
Unser Heimatplanet Erde ist bisher der einzige bekannte natürliche Ort im Kosmos, auf dem Lebensformen bzw. eine Biosphäre nachweisbar sind. Er ist auch der größte Körper im Sonnensystem mit einer festen Oberfläche, die flüssiges Wasser in nennenswerter Menge aufweist.

Wie ist die Erde entstanden und aufgebaut? Wie erklären sich ihre geophysikalischen Gegebenheiten? Handelt es sich bei den Klimaveränderungen um normale Schwankungen oder sind sie Folge menschlichen Eingreifens? Welche Aussagen können nach dem heutigen Forschungsstand überhaupt mit Gewissheit über die Erde getroffen werden? Hat sich der Glaube an eine Schöpfung durch Gott überlebt? Diese und andere Fragen diskutierten 30 Stipendiatinnen und Stipendiaten aller Fachbereiche mit Fachleuten in Wildbad Kreuth vom 1. bis 3. Februar 2008.

Dipl.-Math. Uwe Bremhorst, ehemaliger Stipendiat der Hanns-Seidel-Stiftung, erläuterte zunächst die geophysikalischen Gegebenheiten der Erde, der Atmosphäre und des Wassers sowie des Magnetfeldes der Erde und des Mondes. Dabei stellte er die Frage in den Raum: Zufall oder Notwendigkeit?

Dr. Berndt Klecker, Projektleiter "Physik des erdnahen Weltraums" am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, befasste sich in seinem Vortrag mit dem Reich der Sonne und deren Aktivitäten. Dabei stellte er hinsichtlich des Klimas fest, dass eine direkte Sonneneinstrahlung zur Klimaveränderung auf der Erde nicht ausreiche. Klecker nimmt an, dass sekundäre solare Einflüsse für die gravierenden klimatischen Auswirkungen verantwortlich sein müssen.

Dr. Ulrich Berner und Dr. Berndt Klecker im Gespräch
Dr. Ulrich Berner und Dr. Berndt Klecker im Gespräch

Klimawandel - gestern, heute, morgen
Mit dieser Ansicht korrespondierte der Vortrag von Dr. Ulrich Berner, Referat für Organische Geochemie, Kohlenwasserstoff und Rohstoffe der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover, dessen Institut mit geochemischen, biologischen und sedimentologischen Methoden die Proxidaten für Klimarekonstruktionen ermittelt. Diese Rekonstruktionen der Vergangenheit und auch heutige Beobachtungen zeigen nach Berner, dass die Sonne das Klima steuere, aber die Mechanismen der solaren Einflussnahme in Teilbereichen noch wenig verstanden seinen.

"Treibhaus"-Gase seinen ein wichtiger Bestandteil des Klimasystems, aber in der Vergangenheit nicht der Antrieb für die regelrechte "Achterbahnfahrt" des Klimazustandes. Der Mensch beeinflusse zwar den Kohlenstoffzyklus und das Klima durch Emmissionen, aber ungewiss sei die Bedeutung der Auswirkungen. Klimamodelle würden zum besseren Verständnis der Prozesse im Klimasystem beitragen, aber sie beinhalten noch große Fehlerbreiten und ermöglichten keine sinnvollen Aussagen über die Zukunft. An die zahlreichen künftigen Klimawandel müsse sich die menschliche Gesellschaft immer wieder neu anpassen. Berner verwies zum Abschluss nachdrücklich auf einen verantwortlichen Umgang mit den Rohstoff-Ressourcen und den fossilen Energieträgern gerade bei einer zukünftig angestrebten Steigerung der Energieeffizienz.

Prof. Dr. Hans-Christian Schmidbaur von der Facoltà die Teologia, Lugano
Prof. Dr. Hans-Christian Schmidbaur von der Facoltà die Teologia, Lugano
Die Stipendiaten zeigten sich trotz der anspruchsvollen Thematik wie immer bei bester Laune.
Die Stipendiaten zeigten sich trotz der anspruchsvollen Thematik wie immer bei bester Laune.

Gibt es noch Platz für Gott in einer scheinbar naturwissenschaftlich gesicherten Evolutionstheorie?
Prof. Dr. Hans-Christian Schmidbaur von der Katholisch-Theologischen Fakultät in Lugano, ehemaliger Stipendiat der Hanns-Seidel-Stiftung, stellte die Frage nach dem Platz für Gott in einer scheinbar naturwissenschaftlich gesicherten Evolutionstheorie. Dabei legte Schmidbaur die Probleme des materialistischen Evolutionismus dar: Zum einen die Unerklärbarkeit hinsichtlich des Gestalten- und Artenreichtums und zum anderen das Fehlen der sogenannten "missing links", also der Fossilien der Zwischenformen im Sinne von Brückentieren, die man bei der Annahme einer Höherentwicklung des Lebendigen durch Mutation und Selektion hätte finden müssen. Auch die Frage nach der in den sogenannten "Zwischengliedern" liegenden treibenden Kraft und Motivation sei mit der Evolutionstheorie nicht zu erklären und auch nicht die "Sinnlosigkeit" einzelner Mutationen.

Notwendigerweise schloss Schmidbaur die theologische Interpretation der Vereinbarkeit oder Nicht-Vereinbarkeit von Evolutionstheorie und christlichem Schöpfungsglauben an seine Kritik des materialistischen Evolutionismus an, da die Naturwissenschaften nur das Faktische erreichen und die Ordnung und Gesetze der empirisch erreichbaren Wirklichkeit beschreiben würden, während Philosophie und Theologie die Ebene der Metaphysik und des Notwendigen tangierten und die Frage stellten: Warum ist überhaupt etwas und nicht nichts?

Schmidbaur wies nach, dass die Behauptungen des biblischen Schöpfungsberichts die Idee einer grundsätzlichen Verstehbarkeit der Welt, ihrer Gesetzlichkeiten und Strukturen verträten und damit die metaphysischen Grundlagen für das Entstehen eines Projekts Naturwissenschaft bildeten. "Auf dem Grund aller Dinge stehen nur Vernunft, Klarheit, Wert und Liebe, die von der menschlichen Vernunft begriffen und verstanden werden können - nichts sonst." Der Schöpfungsbericht sei die grundlegende Aufklärung, auf dass wir richtig denken über Welt, Menschsein und Gott und dahingehend sei der Satz zu verstehen: "Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und es war sehr gut!" (Genesis 1, 31).