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Referat V/2 Mittel-, Ost- und Südosteuropa, Kaukasus, Zentralasien
Dr. Klaus Fiesinger
Tel.: 089 1258-440 | Fax: -340
E-Mail: fiesing@hss.de
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Fortbildung für Alumni aus Zentralasien
Vom 1. bis 11. Dezember 2011 hielt sich eine Delegation ausgewählter Alumni der zentralasiatischen Magisterstudienprogramme (Kirgisistan, Tadschikistan und Kasachstan) der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) in Bayern auf. In den Jahren 2008 bis 2010 hatten die zehn Teilnehmer dieser Maßnahme die ein- bis zweijährigen von der HSS unterstützten Studiengänge in den Fachbereichen „Management in Lokaler Selbstverwaltung“, „Management in Öffentlicher Verwaltung“ und „Management in Nichtregierungsorganisationen“ mit hervorragenden Studienleistungen abgeschlossen und sich auch anschließend als Alumni für die Arbeit der Stiftung in Zentralasien engagiert. So diente die Reise nach Deutschland als eine Anerkennung für ihre gezeigten Leistungen, aber auch für ihre berufliche Fortbildung.
HSS-Stipendiatenprogramme in Zentralasien
Seit dem Jahre 2003 fördert die HSS die oben beschriebenen berufsbegleitenden Magisterstudiengänge, die auf die Weiterentwicklung der Sektoren „Öffentliche Verwaltung“ und „Öffentlicher Dienst“ in ausgewählten zentralasiatischen Ländern abzielen. Nach einem Beginn mit 25 HSS-Stipendiaten in Kirgisistan in 2003, verfügt die HSS heute über ein zentralasiatisches Netzwerk von 947 Alumni. 486 HSS-Stipendiaten setzen zurzeit ihr Studium fort.
Begründung und Inhalt der Fortbildungsmaßnahme
Die Initiative, für die jeweils Jahrgangsbesten der zentralasiatischen HSS-Stipendiatenprogramme in Deutschland Fortbildungsprogramme zu organisieren, geht auf den Vorsitzenden der HSS, Staatsminister a. D. Prof. Dr. h. c. mult. Hans Zehetmair zurück (Kirgisistan-Besucherprogramm im September 2007).
Im inhaltlichen Mittelpunkt der zehntägigen Fortbildungsmaßnahme standen Seminare zu den Themen „Öffentliche Verwaltung in Bayern“, „Kommunalverwaltung in Bayern“, „Staatsrecht“, „Personalmanagement“, „Projektmanagement in Behörden“ und „E-Government“ mit ausgewählten Dozenten der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern – Fachbereich Allgemeine Innere Verwaltung (FHS) in Hof. Dieser Programmteil dauerte insgesamt eine Woche. Flankiert wurde das Seminarprogramm durch Exkursionen in die Stadt Nürnberg, zum Bürgerzentrum der Stadt Hof, zum Bayerischen Landesamt für Umwelt in Hof, in die vom Tourismus geprägte Stadt Dinkelsbühl, sowie zur Gemeindeverwaltung Dinkelscherben. Abgerundet wurde die Fortbildungsreise mit einem Besuch des Bildungszentrums der HSS in Wildbad Kreuth. Während eines Besuches im Deutsch-Deutschen Museum in Mödlareuth/Hof konnte sich die Gruppe noch einmal über die Folgen der schmerzhaften Trennung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg bis zum 3. Oktober 1990 informieren.
Bewertung der durchgeführten Maßnahme
Die Fortbildungsmaßnahme war vor allem von der FHS in Hof didaktisch und methodisch hervorragend vorbereitet worden. Die inhaltliche Themenwahl entsprach dem Interesse der zentralasiatischen Stipendiaten, weshalb diese auch die angebotenen Vorlesungen und Seminare mit großem Interesse verfolgten. Ein Teil der Seminare war von Seiten der Teilnehmer gemischt, das heißt, deutsche und zentralasiatische Studenten diskutierten gemeinsam die Struktur der öffentlichen und kommunalen Verwaltung in Bayern. Und letztendlich standen deutsche kasachisch-stämmige und russisch-sprachige Studenten der FHS den zentralasiatischen Gästen jeder Zeit unterstützend zur Seite.
Die zentralasiatischen Alumni der HSS hatten richtig Spaß am Studieren in der FHS und zeigten am Ende stolz ihre Teilnahmezertifikate.
Die Fortbildung der zentralasiatischen Alumni-Gruppe könnte auch der Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen der HSS und der FHS sein. Diese hat die notwendigen Kapazitäten und die notwendige Erfahrung im internationalen Bereich für die periodische Durchführung von gemeinsamen Fortbildungsmaßnahmen. Die FHS kann und will auch Kooperationen mit den Partnerorganisationen der HSS in Zentralasien (nationale Akademien für öffentliche Verwaltung) eingehen. Für das nächste Jahr bietet diese an, mit ihrem Lehrkörper Train-of-Trainer-Programme für die Dozenten der zentralasiatischen Akademien zu organisieren.
Unter den aktiven Stipendiaten der HSS in Zentralasien hat die durchgeführte Maßnahme große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Glaubte man bisher nicht so recht an das Versprechen der Stiftung, die jeweils Jahrgangsbesten zur Fortbildung nach Deutschland einzuladen, war dies jetzt passiert. Es ist zu hoffen, dass sich so die Leistungsbereitschaft in den laufenden Stipendiatenprogrammen der HSS noch erhöht.
Besondere Bedeutung des Bereiches Umweltschutz
Seit geraumer Zeit bereits wird dem Thema Umweltschutz in den von der HSS unterstützten Magisterstudienprogrammen in Zentralasien breiter Raum gegeben. Der Besuch beim „Bayerischen Landesamt für Umwelt“ (LfU) in Hof durch die zentralasiatische Alumni-Gruppe war deshalb eine logische Fortsetzung der eingeschlagenen Strategie. Einen halben Tag lang erhielten die Alumni der HSS Einblick in die Aufgaben des LfU und konnten mit den anwesenden Experten Erfahrungen austauschen, wie die öffentliche bzw. kommunale Verwaltung das Thema Umwelt in Deutschland und auch in Zentralasien angeht. Das LfU wiederum zeigte großes Interesse, Experten in das anlaufende Projekt „Praktische Umwelterziehung in kirgisischen lokalen Verwaltungen“ zu entsenden und aktiv an der jährlichen Sommerakademie der kirgisischen Managementakademie zur Fortbildung von Dozenten aus zentralasiatischen Institutionen im Bereich der Aus- und Fortbildung von öffentlich und kommunal Bediensteten am Issyk-Kul-See teilzunehmen.

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