Kontakt

Referat V/5 Süd-/Südostasien
Hanns Bühler
Tel.: 089 1258-287 | Fax: -340
E-Mail: buehler@hss.de

Publikationen

Aktuelle Veranstaltungen

Montag, 21. Januar 2013 bis Freitag, 25. Januar 2013

Wildbad Kreuth

Grundseminar Rhetorik

Montag, 21. Januar 2013

Parsberg

Kurzveranstaltung zur Vereinspraxis (Steuer)

Montag, 21. Januar 2013

Wonfurt

Pflegeversicherung

Hanns-Seidel-Stiftung im Web 2.0

Meine HSS

Aktiviere Cookies!
 
Seite hinzufügen
löschen
 

Die geopolitische Bedeutung der Energiepolitik

Teilnehmer eines Panels: B.A.T. Wattimena (Indonesien), Martin Axmann (Hanns-Seidel-Stiftung), M.N. Islam (Bangladesch) und Shebonti R. Dadwal (Indien)

Energiesicherheit ist in Zeiten endlicher Ressourcen  ein zentrales Thema der internationalen Politik in Asien. Der Kontinent, energiereich und zunehmend mit Hunger konfrontiert, ist davon besonders betroffen.

Entsprechend thematisierte der erste „Comprehensive Security Dialogue“ der Hanns Seidel Stiftung in Colombo am  4. und 5. Dezember 2012 die Herausforderungen der Energiesicherheit in Asien und Europa.

Bei dieser Veranstaltungsreihe diskutieren asiatische und europäische Experten aktuelle Fragen  nicht-traditioneller Sicherheitsbedrohungen. Hier ist eine Plattform für Erfahrungsaustausch zwischen den Ländern und Kontinenten. Zudem kann ein aseinweites Netzwerk aufgebaut und konkrete Lösungsansätze für die Herausforderungen vor Ort erarbeitet werden.
In der diesjährigen Auftaktveranstaltung debattierten auf Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung 20 Experten aus Asien und Deutschland.
In seiner Rede hob der deutsche Botschafter in Colombo, Dr. Jürgen Morhard, die besondere Bedeutung eines Energiedialoges hervor. Dabei müsse es zu einem Austausch zwischen Vertretern von Politik, Industrie und Zivilgesellschaft kommen. Außerdem sei zu beachten, dass es sich bei Energiesicherheit in der heutigen Welt  nicht um eine nationale Angelegenheit handle, sondern eine globale Notwendigkeit darstelle, die nur durch internationale Kooperation erreichbar sei.

Auch der indische Diplomat Talmiz Ahmad, der nach seiner Pensionierung im vergangenen Jahr als Energieexperte tätig ist, wies in seiner Keynote Speech darauf hin, dass es sich bei Energiesicherheit um ein dynamisches Konzept handle, das im Kern kooperativ angelegt sei. Dies gelte auch für die zahlreichen Nebenfelder der Energiesicherheit, wie beispielsweise den Klimaschutz, die Suche nach alternativen Energiequellen und deren Auf- und Ausbau, sowie die wirtschaftlichen Implikationen wechselseitiger Energieabhängigkeiten.
Die Konferenz widmete sich in insgesamt drei Panels den nationalen und regionalen Implikationen der Energiesicherheit unter besonderer Beachtung möglicher Interdependenzen. Neben Beiträgen aus Südasien (Bangladesch, Indien, Pakistan, Sri Lanka) wurde sowohl die Energiesituation in Deutschland und Europa, als auch in Myanmar und Südostasien allgemein beleuchtet.

Dr. Sonja Strobel, Büroleiterin des energiepolitischen Sprechers der CSU im Bundestag, Dr. Georg Nüsslein, stellte in ihrem Beitrag die Energiesituation in Deutschland vor, und ging insbesondere auf den derzeit stattfindenden Nuklearausstieg ein. Dies stieß bei den Delegierten aus Asien auf großes Interesse. In Asien wird derzeit umfassend über den Auf- und Ausbau von Nuklearstrom diskutiert.

U Soe Myint, ehemaliger Generaldirektor des Energieministeriums in Myanmar zeigte während seines Vortrags die Bedeutung seines Landes als Transit- und Herkunftsland für Energie auf. Myanmar nimmt aufgrund seiner geographischen Lage eine Mittlerfunktion zwischen den südasiatischen, südostasiatischen und ostasiatischen Akteuren dar, und verfügt daneben über nennenswerte eigene Ressourcen insb. im Bereich des Erdgases.

Uttam Kumar Sinha, Mitarbeiter des angesehenen indischen Thinktanks „Institute for Defense Studies and Analyses“ in Neu Delhi ging auf die sozialen und ökologischen Implikationen der Energiesicherheit in Südasien ein. Energieeffizienz nimmt in seinen Augen einen zentralen Stellenwert ein, da der Energiebedarf mit dem wirtschaftlichen Wachstum der asiatischen Akteure auch in Zukunft weiterhin stark ansteigen würde, die Folgen bereits jetzt teilweise verheerend wären.

Shaukat Hameed Khan, ehemaliger Vorsitzender der pakistanischen Nuklearkommission, berichtete, dass die Nuklearenergie in Pakistan als „Brückentechnologie“ von traditionellen, fossilen Energieträgern zu erneuerbaren Energiequellen gesehen werde. Da sich die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern im asiatischen Raum – in dieser Hinsicht waren sich die Teilnehmer einig – mittelfristig kaum beheben ließe, plädierte er zudem für einen weiteren Ausbau der Energiediplomatie.
In der abschließenden Diskussion wurde dieses kooperative Element, welches sich wie ein roter Faden durch die Konferenz gezogen hatte, nochmals aufgegriffen, und die multilaterale Unterzeichnung regionaler Energiechartas angeregt.

National sollten zudem Institutionen der „Energie-Governance“ aufgebaut werden. Diese ist bis heute insbesondere in den Staaten Südasiens das größte Problem. Europäische Erfahrungen sollten von den jeweiligen Regierungen einbezogen, der multilaterale Dialog fortgeführt und vertieft werden.

Der „Comprehensive Security Dialogue“ wird in den kommenden Jahren fortgeführt. Mit „Wassersicherheit in Südasien“ wird auf der kommenden Dialogveranstaltung in 2013 eine Thematik angesprochen, die gerade angesichts des Klimawandels und seiner Folgen in Südasien von herausragender Bedeutung ist.

Unsere Arbeit in Asien