Hanns-Seidel-Stiftung Korea

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Seminar über die Zusammenarbeit zwischen west- und ostdeutschen Bundesländern nach der Wiedervereinigung in der Forstwirtschaft von Michael Schneider

Die Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung in Korea dient der Förderung der Aussöhnung auf der koreanischen Halbinsel und der Vorbereitung auf eine künftige Wiedervereinigung. In diesem Zusammenhang kommt der Kooperation mit Nord- sowie Südkorea im Forstbereich eine Schlüsselrolle zu. In Nordkorea haben die wirtschaftlichen Probleme wie der Mangel an landwirtschaftlichen Flächen sowie an Energieträgern zu einer großflächigen Entforstung des Landes beigetragen. Diese hat u.a. negative Auswirkungen auf die Ernährungssituation und trägt zu Dürren und Überflutungen bei. Aus diesem Grund führt die HSS seit 2008 Projekte zur nachhaltigen Modernisierung der nordkoreanischen Forstwirtschaft durch, u.a. durch Seminare zur nachhaltigen Forstwirtschaft, Studienreisen, Praktika, und wissenschaftliche Unterstützung. In Südkorea arbeiten wir u.a. mit dem Korea Forest Research Instiute (KFRI), dem staatlichen südkoreanische Institut zur forstwirtschaftlichen Forschung, an der Vorbereitung auf eine künftige Wiedervereinigung im Forstbereich.

In diesem Zusammenhang besuchte im Oktober Michael Schneider, Forstdirektor im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach, Südkorea, um seine Erfahrungen, Kenntnisse und persönliche Erlebnisse den koreanischen Kollegen weiterzugeben. Partner war das Korea Forestry Research Institute (KFRI), bei dem er einen Vortrag über „Kooperationsbeispiele zwischen westdeutschen und ostdeutschen Bundesländern im Aufbauprozess der Forstverwaltung in den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung - Lehren für Südkorea“ berichtete. Obwohl es kaum Kontakte zwischen den Forstverwaltungen Ost und West vor der Wiedervereinigung gab, kam es nach der Wende schnell zur Bildung mehrerer Arbeitskreise, die mit Vertretern von Bund und Ländern und den Vertretern der DDR besetzt wurden. Schon bald stellte sich die zukünftige Organisation der Forstverwaltung in der ehemaligen DDR analog zu Westdeutschland auf der Ebene der noch zu bildenden fünf Bundesländer heraus. Nach Übernahme des Bundeswaldgesetzes wurde über Entwürfe zu Landeswaldgesetzen diskutiert. Es begannen Informationsaustausch und Fortbildung für Forstleute aus dem Osten durch westdeutsche Forstverwaltungen und Forstvereine. Im Rahmen der Länderprogramme zum Verwaltungsaufbau in den neuen Bundesländern schlossen die neuen Bundesländer Verwaltungshilfsverträge mit den Bundesländern aus dem Westen.

Herr Schneider fasste zusammen, dass die heutige bestehende Verbindung zehn Jahre benötigte. Trotz dem wirtschaftlichen Zusammenbruch, den zahllosen Schwierigkeiten der Kooperationen, Ablehnung des neuen Systems von manchen DDR-Bürgern, unter denen auch Vertreter in der Forstverwaltung waren, vielen Herausforderungen und hohen Kosten ist die friedliche Wiedervereinigung in Deutschland eine Erfolgsgeschichte.

 

Nach dem Vortrag gab es eine Diskussion, die vor allem die zukünftige Entwicklungsbeziehung von Süd- und Nordkorea und die Waldpädagogik betraf. Was das erste Thema angeht, kann man nach Schneider nur durch Zusammenarbeit gemeinsame Lösungen finden. Die wichtigsten Themen, die den Wald betreffen, sollten schon jetzt besprochen werden. Außerdem soll auch an die Zukunft, also die Zeit nach der Wiedervereinigung, gedacht werden und welche Probleme dadurch auftauchen könnten. Was die Waldpädagogik betrifft fasste Herr Schneider kurz zusammen, wie die Walderlebniszentren und Jugendwaldheime in Bayern funktionieren und wie die Kinder dort nicht nur den Wald erfahren, sondern eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung des Waldes kennenlernen.