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Archiv für Christlich-Soziale Politik (ACSP), Bibliothek und Dokumentation
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Hans Klein

Hans Zehetmair mit der Leiterin des Archivs Renate Höpfinger, Josef Schmid, Alexander Klein, Ira Klein und der Bearbeiter des Nachlasses Fritz Hopfenmüller
Titelblatt des Findbuchs
Postkarte des Geburtsorts von Hans Klein

Nach intensiver Erschließungs- und Verzeichnungsarbeit des Nachlasses des Journalisten, Diplomaten, Abgeordneten, des Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages und des Bundesministers a.D. Hans „Johnny“ Klein (1931-1996) übergibt am 26. Juli 2011 der Stiftungsvorsitzende Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair das Repertorium an die Witwe Ira Klein und ihren Sohn Alexander Klein.

Der Nachlass von Hans Klein spiegelt die zwei großen Bereiche seines Lebens wider: als Grundlage den Beruf des Journalisten und den Beruf des Politikers. Klein bleibt aber immer ein Journalist, wie seine zahlreichen Artikel, die er im Laufe seines Lebens schreibt, in verschiedenen Zeitungen zeigen. Seine Laufbahn beginnt 1952 bei der Heidenheimer Zeitung – einige Artikel aus dieser Zeit sind im Nachlass überliefert – führt über die zweisprachige Zeitung „Wir machen Shake Hands we make“ zu einer großen Nachrichtenagentur. Als Journalist gehört Klein dem diplomatischen Dienst an, für den er 1959 bis 1964 im Nahen Osten und in Indonesien als Presseattaché wirkt. Nun folgt ein Jahr, 1965, in dem er als Angehöriger der „Brigade Erhard“ als Pressereferent, für den Bundestagswahlkampf mitverantwortlich ist. Zum 70. Geburtstag von Ludwig Erhard veröffentlicht Klein 1967 eine Biographie des ehemaligen Bundeskanzlers. Die Arbeitsmaterialien zu dieser und zu weiteren Publikationen gehören ebenfalls zum Nachlass.

Als Höhepunkt seiner journalistischen Arbeit darf man sicher seine Tätigkeit als Pressechef der der XX. Olympischen Sommerspiele 1972 in München betrachten. Die schriftliche Überlieferung dieser Jahre 1968-1972 bildet auch im Nachlass einen bedeutenden Teilbestand.

1972 wendet sich Hans Klein wiederum der Politik zu: Er kandidiert im Wahlkreis München-Mitte, einer SPD-Hochburg, für den Bundestag und unterliegt. In den folgenden Jahren arbeitet er als freier Journalist, Autor und als Berater für Public Relation. Mit einem glänzenden Ergebnis gewinnt Klein 1976 den Wahlkreis München Mitte. Die kommenden Jahre verbringt der in Mährisch-Schönberg geborene und nach dem Krieg vertriebene Hans Klein als Poltiker in Bonn und Berlin. Als Abgeordneter gehört er verschiedenen Gremien an; aufgrund seiner außenpolitischen Erfahrungen wird er zum Außenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ernannt. In Debatten formuliert er die außenpolitischen Vorstellungen der CSU mit einer klaren und deutlichen Spache, wird aber nie verletzend. Dieses große Interesse an der Außenpolitik spiegelt sich auch in Mitgliedschaften in verschiedenen Gesellschaften, z. B. der "Deutschen Gesellschaft für Asienkunde" wider, die im Nachlass leider nur sehr unvollständig dokumentiert sind.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit leitet er nur kurz, als Sonderminister und Leiter des Bundespresseamtes kehrt er für ebenso kurze Zeit zum Journalismus zurück. Die Journalisten begrüßen diese Entwicklung sehr, sitzt ihnen doch nun in den Pressekonferenzen ein erfahrener Kollege gegenüber, der um ihre Bedürfnisse weiß. Aber bereits 1990 wird diese Konstellation wieder beendet. Die Jahre 1989/90 bringen die große weltpolitische Wende mit der Wiedervereinigung Deutschlands. Dieses Ereignis regt Klein zu einem weiteren Buch an „Es begann im Kaukasus“; darin schildert der Autor den Weg zum einigen Deutschland.

Der gleichzeitige Wahlkampf in München um den Oberbürgermeisterposten verläuft für den CSU-Kandidaten Klein dagegen nicht erfolgreich. Nach der Bundestagswahl 1990 wird Hans Klein zum Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages gewählt. Der wertkonservative, katholische Politiker muss immer wieder mit dem ihm eigenen Charme, vielleicht ein Erbe seiner österreichischen Vorfahren und Heimat, in hitzigen Debatten zwischen Rednern und Fraktionen schlichten. Seine Persönlichkeit wird vielleicht mit der Aussage eines Kollegen „... mit Hans Klein wird es in der Sache härter, menschlich angenehmer zugehen ...“ wohl am besten charakterisiert.

Seiner konservativen Grundeinstellung, die auch stark christlich geprägt ist, entsprechend, gehört Hans Klein zum Gründerkreis des Freien Deutschen Autorenverbandes, einer Vereinigung konservativer Autoren. Die Mitgliedschaft im Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA, früher Verein für das Deutschtum im Ausland) und bei der Deutschlandstiftung oder bei der Sudentendeutschen Landsmannschaft (erst ab den achtziger Jahren) sind ebenfalls aus dieser Grundhaltung begründet.