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Archiv für Christlich-Soziale Politik (ACSP), Bibliothek und Dokumentation
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Nachlass Heinz Rosenbauer

Siegbert Johnsen, Uta Rosenbauer, Ulrike Roth, Hans Zehetmair und Renate Höpfinger

Der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, Prof. Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair übergab am 21. September 2012 das 250 Seiten umfassende Findbuch an die Witwe Uta Rosenbauer, ihre Tochter Ulrike Roth und ihren Neffen Siegbert Johnsen. Mit dem Findbuch zum Nachlass von Dr. Heinz Rosenbauer kann das Archiv für Christlich-Soziale Politik erneut den Zugang zu einem wichtigen Politikernachlass erschließen.
Der Nachlass von Heinz Rosenbauer (1938-2010) umfasst vier laufende Meter. Er enthält Materialien und Unterlagen aus seiner Studienzeit, zu Wahlkämpfen, eine Fotosammlung, Ausweise, Urkunden, handschriftliche Notizen und Vorarbeiten zu seinen Büchern, aber auch eine umfassende Zeitungsausschnittsammlung über ihn, seine Reden und sonstigen schriftlichen Beiträge.

Titelblatt des Findbuches

Heinz Rosenbauer wurde als politisches „Multitalent“ zwischen 1978 und 1990 in drei unterschiedliche Ministerien als Staatssekretär berufen (Sozial-, Innen- und Justizministerium). Für die CSU leitete er die Arbeitskreise Juristen und Polizei. Die Unterlagen, die auch umfangreiches Fotomaterial beinhalten, geben Auskunft über seine Person von der Studienzeit Ende der 50er Jahre über seine abwechslungsreiche politische Karriere bis zu seiner Arbeit an seinen Buchprojekten kurz vor seinem Tod.
Rosenbauer wurde am 19. Mai 1938 als Sohn eines Schreinermeisters im rheinländischen Hückeswagen geboren. Er studiert Rechtswissenschaften an den Universitäten Bonn und Würzburg, leistete das Referendariat in Bamberg und Würzburg ab, wo er 1964 mit der Arbeit „Die wirtschaftliche Betätigungsfreiheit des Ausländers in der Bundesrepublik“ promoviert wurde. Im September 1969 eröffnete er sein eigenes Notariat in Gemünden.

Schutzumschlag des Buchs "Wir sind verrückt" 2009

Politisch aktiv wurde er 1960 mit dem Eintritt in die CDU und dem Wechsel zur CSU im Juni 1961. Er trat als Vorsitzender des Kreisverbandes Würzburg-Stadt der Jungen Union und als Gründungsvorsitzender des CSU-Arbeitskreises Juristen – Bezirksverband Unterfranken 1970-1989 öffentlich in Erscheinung. Von 1989 bis1991 amtierte er als AKJ-Landesvorsitzender und von 1973 bis 1980 in gleicher Funktion für den CSU-Arbeitskreises Polizei.
Innerhalb der CSU leitete er von 1972 bis 1976 die Bundeswahlkreiskonferenz Karlstadt bzw. Main-Spessart. Dem Vorstand des CSU-Bezirksverband Unterfranken gehörte er 1972 bis 1979 als Schriftführer und 1979 bis 1991 als Stellvertretender Vorsitzender an. In den Jahren 1976 bis 1991 war er weiteres Mitglied des CSU-Parteivorstands.

1970 bis 1994 gehörte er dem Bayerischen Landtag an, zunächst als Direktkandidat des Stimmkreises Alzenau/Gemünden/Lohr, seit 1974 als unterfränkischer Listenkandidat. Der Landtag wählte ihn 1974 zum Vizepräsidenten. Im November 1978 berief ihn der neugewählte Ministerpräsident Franz Josef Strauß in sein Kabinett. Als Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung arbeitete er mit Staatsminister Fritz Pirkl bis zu dessen Wahl ins Europaparlament zusammen. Nach der daraus folgenden Kabinettsumbildung 1984 wurde er zum Staatssekretär im Innenministerium unter den Staatsministern Karl Hillermeier (1984-1986) und August R. Lang (1986-1988) berufen. Nach dem Tod von Franz Josef Strauß wechselte er im Oktober 1988 für zwei Jahre zu Staatsministerin Mathilde Berghofer-Weichner als Staatssekretär ins Justizministerium. In der 12. Legislaturperiode (1990-1994) wurde er nicht mehr ins Kabinett berufen, er wurde Mitglied in den Ausschüssen für Bundes- und Europaangelegenheiten, für Geschäftsordnung und für Eingaben und Beschwerden.

Eine Niederlage musste Rosenbauer bei der Oberbürgermeisterwahl 1978 in Würzburg gegen den Amtsinhaber von der SPD hinnehmen. Im gleichen Jahr begann sein Engagement bei der Europa-Union mit der Gründung und dem Vorsitz des Kreisverbands Main-Spessart. 1983 bis 1989 amtierte er als Vorsitzender des bayerischen Landesverbandes.

Heinz Rosenbauer arbeitete von März 1991 bis zur Rückgabe der Zulassung im Jahr 1996 als Notar in München. Seinen Wohnsitz verlegt er 1999 ins oberbayerische Bad Feilnbach. Er widmete seine Zeit überwiegend zwei Buchprojekten: „Wir sind verrückt ???“, einer kritischen Betrachtung „unserer total verrückten Zeit“ und unvollendeten autobiographischen Skizzen. Er starb am 21. Januar 2010  in Bad Feilnbach.