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Archiv für Christlich-Soziale Politik (ACSP), Bibliothek und Dokumentation
Leiterin: Dr. Renate Höpfinger
Tel.: 089 1258-279 | Fax: -469
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Nachlass von Richard Jaeger

Gruppenfoto
Vorsitzender Hans Zehetmair und die Bearbeiterin des Nachlasses, Archivleiterin Renate Höpfinger, übergeben das Findbuch am 2. Februar 2011 an den Sohn Heinrich Jaeger und dessen Kinder Sonia und Fréderic.

Nach langjähriger und intensiver Erschließungsarbeit der schriftlichen Überlieferung des Abgeordneten und Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages, Bundesminister a.D. Dr. Richard Jaeger (1913-1998), übergibt der Stiftungsvorsitzende Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair am 2. Februar 2011 das fast 1.400 Seiten umfassende Findbuch an dessen Sohn Dr. Heinrich Jaeger.

Mit dem Findbuch zum Nachlass von Dr. Richard Jaeger kann das Archiv für Christlich-Soziale Politik erneut ein wertvolles Ergebnis der wissenschaftlichen Archivarbeit vorlegen.

Der promovierte Jurist war ein Politiker der ersten Stunde, der sich mit Überzeugung und leidenschaftlichem Einsatz für den demokratischen Neubeginn in Bayern und in Deutschland einsetzte. Er gehörte zu den Gründerpersonen der Union, die sich unmittelbar nach Kriegsende intensiv mit Fragen der politischen Standortbestimmung auseinandersetzten, sich gegen die allgemeine Orientierungslosigkeit stemmten und bestrebt waren, politische Ideen zu entwickeln, um die zukünftige Gesellschaftsordnung vor allem auf dem christlichen Wertefundament aufzubauen und mitzugestalten. Seinen Einsatz für den Auf- und Ausbau des deutschen Rechtsstaates leistete er als überzeugter Parlamentarier mehr als 30 Jahre lang im Deutschen Bundestag. Seinen politischen Kampf für die Bewahrung von Demokratie, Frieden und Freiheit, die er vor allem durch die Westbindung, das Sicherheitsbündnis der NATO und den europäischen Einigungsprozess garantiert sah, sowie sein Engagement für die Menschenrechte setzte er darüber hinaus in zahlreichen internationalen Vereinigungen, außerparlamentarischen Gremien, Verbänden und Vereinen bis ins hohe Alter fort.

Seine Zeit als Bundestagsvizepräsident ist rekordverdächtig, er amtierte von 1953 bis 1965 und von 1967 bis 1976 und war damit das Präsidiumsmitglied mit der längsten Amtszeit in einem deutschen Parlamentspräsidium.

Der 40 laufende Meter umfassende Nachlass stellt eine ungewöhnlich dichte und aussagekräftige Quelle zur Geschichte der Bundesrepublik dar. Zudem ist dieser Nachlass ungewöhnlich „vollständig“, es gibt kaum Lücken in der Überlieferung. Dadurch sind sowohl die berufliche und parlamentarische Arbeit Jaegers und sein intensives, über viele Jahrzehnte anhaltendes Engagement in politischen Verbänden und Vereinigungen wie auch diejenigen Themen, die ihn sein gesamtes politisches Leben hindurch in seinen verschiedenen Funktionen bewegt und beschäftigt haben (wie z.B. Verteidigung, Bundeswehr, Sicherheitsfragen, Todesstrafe, § 218, Verjährung von Mord, Ostpolitik) bis ins Detail dokumentiert. Gleichzeitig wird dadurch auch ein umfassender Überblick über die Tätigkeit in den entsprechenden Gremien, Institutionen und Verbände vermittelt.

Seine Tätigkeit für seinen Wahlkreis Fürstenfeldbruck belegen die entsprechenden Sach- und Korrespondenzakten. Sie dokumentieren die Sorgen und Wünsche der Wahlkreisbevölkerung ebenso gut wie einige überregionale Verkehrsmaßnahmen und aufgrund der Fliegerhorst-Standorte Fürstenfeldbruck und Penzing den Bereich Bundeswehr. Detaillierte Überlieferungen gibt es auch zu Jaegers Wahlkampfengagement, wobei die Fülle des Materials von der ersten Bundestagswahl 1949 bis zur letzten von Jaeger geführten Bundestagswahl 1976 kontinuierlich anwuchs.

Plakat zur Bundestagswahl 1961

Besondere Erwähnung verdienen die Akten des Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses des Bundestages. Richard Jaeger engagierte sich darüber hinaus über mehrere Jahrzehnte auf dem Gebiet der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik und warb intensiv für die Verbreitung des NATO-Gedankens in der Öffentlichkeit. Von 1957 bis 1990 war er Präsident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft und arbeitete als solcher auch kontinuierlich im internationalen Verband der atlantischen Gesellschaften, der Atlantic Treaty Association, mit. Als Leiter der deutschen Delegation zur Nordatlantischen Versammlung 1956-1973 und 1977-1980 organisierte und koordinierte er die internationalen Treffen für die deutschen Parlamentarier.

Seine internationale Tätigkeit setzte er auch nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag in verschiedenen Gremien und Verbänden fort. So übernahm er von 1984 bis 1990 die Leitung der deutschen Delegation bei der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen in Genf. Den Kampf für die Menschenrechte in allen Teilen der Welt sah er als „überragendes Weltthema“, das er als besonders wichtige Aufgabe des Deutschen Bundestages und ganz besonders der C-Parteien definierte.

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