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Archiv für Christlich-Soziale Politik (ACSP), Bibliothek und Dokumentation
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Werner Dollinger (1918-2008) - Ein Mann der ersten Stunde

- Werner Dollinger
Werner Dollinger war 1946 Gründungsmitglied der CSU in Neustadt an der Aisch. Sein politischer Weg führte Dollinger bis in die höchsten Gremien der Partei. Fast 25 Jahre war er stellvertretender Parteivorsitzender der CSU.
Werner Dollinger hat als evangelischer Christ maßgeblich dazu beigetragen, die Idee einer die Konfessionen verbindenden Volkspartei zu verwirklichen. Die christliche Fundierung der CSU war ihm nach dem Dritten Reich besonders wichtig. Die Arbeit der Evangelischen Arbeitskreise der Unionsparteien, deren Vorsitzender er von 1974 bis 1993 war, trug seine Handschrift. Über Jahre hinweg war Dollinger Mitglied der bayerischen Landessynoden und der Synode der EKD.
Als engagierter Kommunalpolitiker leistete Dollinger für die CSU in Franken wichtige Aufbauarbeit auf Orts- und Kreisebene. 1953 kandidierte er erfolgreich für den Bundestag. In seiner fast 40-jährigen Parlamentszugehörigkeit wurde er von den Bundeskanzlern Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger und Helmut Kohl in verschiedene Ressorts als Minister berufen. Als Bundespolitiker und (stellvertretender) Landesgruppenvorsitzender der CSU gestaltete er den politischen Kurs der Bundesrepublik entscheidend mit.

- Plakat zur Bundestagswahl 1961
Werner Dollingers politisches Hauptinteresse galt der Wirtschaftspolitik. Der promovierte Volkswirt unterstützte Ludwig Erhard bei der Durchsetzung der Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft. Als selbstständiger Unternehmer und Vertreter des Mittelstandes engagierte er sich in wichtigen Wirtschaftsverbänden, vor allem im Wirtschaftsbeirat der Union.
Im Dezember 1962 wurde Werner Dollinger zum Bundesschatzminister ernannt. In seiner Amtszeit trieb er vor allem die Privatisierung von Bundesbesitz voran. Das größte Projekt, das er realisierte, war die Teilprivatisierung der bundeseigenen Vereinigten Elektrizitäts- und Bergwerks-Aktiengesellschaft (VEBA).
Ende 1966 übernahm Dollinger das Bundesministerium für Post- und Fernmeldewesen. Er investierte in die Modernisierung der Post und den Ausbau des Fernmeldewesens. Den spektakulärsten Vorgang in Dollingers Amtszeit stellten die schwierigen Verhandlungen mit der DDR-Post um den Kostenausgleich im innerdeutschen Postverkehr dar.
1982 trat Dollinger überraschend als Bundesverkehrsminister in das Kabinett Kohl ein. Das wichtigste Projekt seiner Amtszeit war die Sanierung der Finanzen der Deutschen Bundesbahn. Gegen den Widerstand von Landespolitikern und Gewerkschaften erreichte er die Stilllegung unrentabler Strecken und Personalabbau.
Am 3. Januar 2008 starb Werner Dollinger in Neustadt an der Aisch im Alter von 89 Jahren.

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