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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Glaube, Vernunft, Politik - Eine Verhältnisbestimmung

Wer nach dem wechselseitigen Verhältnis von Glaube und Vernunft fragt, wie dies Papst Benedikt XVI. in seiner umstrittenen Regensburger Vorlesung getan hat, findet sich unweigerlich auf die Sphäre des Politischen verwiesen. Bedingen sich doch Glaube, Vernunft und Politik - diese drei Schlüsselbegriffe unserer postsäkularen Diskurse - nicht nur gegenseitig. Sie werden je nach Gewichtung auch die Zukunft unseres täglichen Lebens in positiver oder negativer Hinsicht prägen. Denn wenn Glaube nicht durch Vernunft in die Politik vermittelt wird, drängt rasch Gewalt ins Spiel und diskreditiert nicht nur den Glauben, sondern auch die Politik. Umgekehrt läuft aber auch die Politik ohne ein transzendentes Korrektiv nur allzu leicht Gefahr, zu einem unvernünftigen und menschenverachtenden Totalitarismus zu pervertieren.

Dem damit angesprochenen diffizilen Verhältnis von Glaube, Vernunft und Politik widmete sich am 31. Januar/1. Februar 2008 eine international besetzte Expertentagung der Hanns-Seidel-Stiftung in Wildbad Kreuth. Zwei Tage lang referierten und diskutierten namhafte Experten unterschiedlichster Disziplinen wie Walter Schweidler, Christoph Böhr, Wolfgang Ockenfels oder Reinhold Esterbauer, um den Flieh- und Kohärenzkräften dieses Dreigestirns multiperspektivisch nachzuspüren.

Dass es sich bei diesem Themenkomplex, wie man bei einem ersten Blick leicht vermuten konnte, nicht um rein akademische Fingerübungen abgehobener Elfenbeinturmbewohner, sondern um ganz handfeste und drängende Fragen der Realpolitik handelte, wurde spätestens in dem gemeinsamen abendlichen Kamingespräch mit Hans Zehetmair, Robert Spaemann und Alois Glück deutlich, als Fragen nach dem Verhältnis von religiösem Wahrheitsanspruch und säkularem Staat, nach der für die Europäische Union normativen Werteordnung und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Finalität des europäischen Einigungsprozesses oder die gerade in jenen Tagen besonders präsenten biopolitischen Debatten über Wert und Würde an den Eckpfeilern menschlicher Existenz gemeinsam debattiert wurden.

Entstanden ist aus dieser Expertentagung ein wissenschaftlicher Sammelband, der unter der Herausgeberschaft des Stiftungsvorsitzenden Hans Zehetmair im Januar 2009 im renommierten Freiburger Herder Verlag erschienen ist. Der Band mit der ISBN 978-3-451-30193-3 ist im Buchhandel oder direkt beim Verlag (undefinedwww.herder.de) zum Preis von 12,95 € erhältlich.