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Klimaschutz und Entwicklung: Der erzwungene Aufbruch

Jürgen Kropp, Christian Ruck und Ernst Hebeker

Die Stunde der klimapolitischen Wahrheit schlägt in der zweiten Dezember-Woche in Kopenhagen. Die Augen der Weltöffentlichkeit sind auf die UN-Konferenz und die dort verhandelnden Staaten gerichtet. Was im Falle des Scheiterns auf dem Spiel steht, verdeutlichte Dr. Jürgen Kropp, Leiter des Forschungsbereichs „Klimawirkung und Vulnerabilität“ am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, bei seinem Vortrag am 26. November 2009 in der Bayerischen Vertretung in Berlin. Das Hauptstadtbüro der Hanns-Seidel-Stiftung hatte eingeladen, die entwicklungspolitische Dimension der Thematik zu diskutieren.

Dr. Christian Ruck, neu gewählter stellvertretender Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagfraktion und profilierter Entwicklungspolitiker, sprach sich für die Unterstützung der Entwicklungsländer aus. Ohne diese sei die notwendig Anpassung hin zu einer nachhaltigen, ressourcenschonenden und emissionsarmen Entwicklung nicht zu erreichen.

Dass sich die Industrienationen ihrer Verantwortung für Klimawandel und Verbrauch an globalem Umweltraum stellen müssen, war ebenso unumstritten wie die Tatsache, dass sich in Kopenhagen auch die Schwellenländer und selbst die Entwicklungsländer konkreten Klimaschutzzielen verpflichten müssen. Nur bei Anstrengung aller lasse sich das Ziel verwirklichen, die globale Erwärmung nicht über zwei Grad Celsius bis zum Jahr 2050 steigen zu lassen. Voraussetzung hierfür sei eine entwicklungsgerechte Budgetierung von Pro-Kopf-Emissionen, so der Potsdamer Klimaforscher.

Sorge bereitet beiden Referenten die Ausgestaltung wirksamer Institutionen, die Investitionen sinnvoll und effektiv gestalten und begleiten können.

Christian Ruck

Die konkrete Beratung vor Ort bringt immer noch ein mangelhaftes Problembewusstsein und Wissen zum Vorschein. Als Beispiel nannte Dr. Kropp das Projekt Saidia in Marokko. Dort setze eine wasserarme Region auf den wasserintensiven Tourismus als Entwicklungsstrategie. Noch vor der technologischen Innovationsoffensive bedarf es einer verbesserten Wissensteilhabe und der Sensibilisierung für die Problemlage. Beides sei, so Kropp weiter, die Voraussetzung für eine horizontal integrierte Entscheidungsfindung und einen nachhaltigen Entwicklungspfad. Deswegen erstellt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung in Kooperation gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) eine interaktive, dynamische und überaus anschauliche Internetplattform für die Entscheidungsträger in den Schwellen- und Entwicklungsländer (CI: GRASP).

Auch hierzulande, entgegnete Ruck, sei es mit dem Wissen um die Folgen des Klimawandels alleine nicht getan. Die notwendigen Anpassungen und Anpassungshilfen könnten der Bevölkerung nicht über Verzicht vermittelt werden. Vielmehr bedarf es einer neuen Verbindung von Ökologie und Ökonomie. Die Vielzahl technologischer Innovationen in den letzten Jahren weisen den Weg. Nur durch neuartiges ökologisches und klimaverträgliches Wachstum werden die notwendigen Anpassungen und Anpassungshilfen finanzierbar sein. Den Finanzierungsbedarf für den Klimaschutz bezifferte Kropp mit „0,8 mal 10 hoch 15“-Euro.

Zudem ist die direkte Betroffenheit von Klimafolgeschäden ungleich verteilt. Während statistisch gesehen nur einer von 1.500 Bürgern der Industriestaaten von Naturkatastrophen betroffen ist, ist es in der Dritten Welt einer von 19. Allein in Bangladesch sind 40 Millionen Menschen von den steigenden Meeresspiegeln bedroht. Entwicklungshilfe liege somit im Eigeninteresse der Industriestaaten, erklärte Ruck.

Das der „erzwungene Aufbruch“ kein selbstverständlicher ist, zeigte die anschließende Fragerunde, in der zum Teil Kritik und Skepsis gegenüber den naturwissenschaftlichen Modell-Rechnungen geäußert wurde.

undefinedPotsdam Institute for Climate Impact Research
undefinedWissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen