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Referat II/3 Wirtschaft und Finanzen
Dr. Claudia Schlembach
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Die Quote als Allheilmittel?

Monika Schulz-Strelow, Eleanor Tabi Heller-Jordan, Ursula Männle, Gerda Hasselfeldt, Margret Wintermantel und Ernst Th. Rietschel
Frauenquote: Ja oder Nein?
Das Gremium mit dem Teilnehmerkreis

Die Zahlen sprechen klare Worte: Frauen sind in den Führungsriegen deutlich unterrepräsentiert. Aber schafft die Quote den Nährboden, um die Frauen in die Entscheidungsebenen zu bringen? Wenn ja:  Gilt das für  Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gleichermaßen? Was spricht für, was gegen eine politische Vorgabe? Darüber diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus allen drei Bereichen.  

„Die Mehrheit der Parteimitglieder sagt, wir wollen, wir brauchen Frauen“, so die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Gerda Hasselfeldt. Sie begrüße das, denn politische Ergebnisse seien umso besser, je mehr Talente und vor allem unterschiedliche Talente in den Prozess eingebunden würden. Die Diversität gemischter Teams sieht sie als Mehrwert, der auch die Attraktivität der Partei bei den Wählern steigere. Die Quote allein reiche nicht, sei aber ein wichtiger Schritt.

Eleanor Tabi Heller-Jordan, General Manager der Catalyst Europe AG, ein Unternehmen, das seit fast 40 Jahren die Integration von Frauen durch Studien, Beratung und Coaching unterstützt, betonte: „Management is a social competence“. Es gehe darum, dieser Erkenntnis durch Veränderungen in den Rahmenbedingungen des Arbeitens Rechnung zu tragen. Sie verwies aber auch auf die volkswirtschaftliche Notwendigkeit, die Arbeitswelt für Frauen attraktiv zu machen, denn die demographische Entwicklung sei zunächst nicht mehr umkehrbar, ein Fachkräftemangel bereits jetzt schon zu beklagen.

„Mit der Quote erreichen wir mehr, aber wir müssen die Instrumente, die wir darunter legen, erneuern, wenn wir die geplanten 30 % bis 2015 erreichen wollen.“ Mit dieser Sicht zeigt  Monika Schulz-Strelow, Präsidentin von FidAR (Frauen in die Aufsichtsräte e.V.), auf, dass sie und FidAR sich nicht hinter die Quotendebatte drängen lassen, sondern substanzielle Änderungen anstreben. Qualifizierungsmaßnahmen seien unabdingbar, die Quote wirke als Beschleuniger.

Klare Worte fand auch Prof. Dr. Ernst Th. Rietschel, Past-Präsident der Leibnitz-Gemeinschaft: „Die Einführung der Quote ist die sicherste Maßnahme, um schnellstmöglich Geschlechtergerechtigkeit herbeizuführen.“ Die vermisse er in einer Arbeitswelt, deren Kultur von Männermacht und Männerseilschaften dominiert sei.

Prof. Dr. Margret Wintermantel, Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, verwies auf die Probleme der Fachspezifität in der Wissenschaft, die Quotenvorgaben schwierig machten und gleichzeitig aufzeigen würden, dass bereits die Tätigkeitsfelder selbst stereotypisiert seien. Der Begriff „Führung“ etwa  läge semantisch gesehen auf der Seite des Mannes – auch in den Köpfen der Frauen.

Die Referenten diskutierten danach im Weltcafé  mit den Teilnehmern. Bei der Frage: „Lässt sich Geschlechtergerechtigkeit staatlich verordnen?“ herrschte Übereinstimmung, dass es an Gesetzen und Vorgaben nicht mangele, dass aber nicht gewährleistet sei, dass diese auch verbindlich eingehalten würden. Für denkbar wurde ein Gesetz auf Zeit gehalten, bis die Frauen den Fuß in der Tür hätten. „Bedeutet die Quote die Abkehr vom Leistungsanspruch?“ Hier schien durch, dass das Leistungsprinzip auch ohne Quote nicht durchgängig ist, weil strukturelle Machtfragen mehr die Entscheidungen von Positionen bestimmen als Leistung. Dass es auch um eine kritische Masse geht, die gebraucht wird, um die Arbeitswelt für Frauen attraktiver zu machen, zeigte sich bei der Frage: „Wollen Frauen an die Spitze?“. Die Gruppe war sich einig, dass nicht alle Frauen den notwendigen Machtwillen  haben, um sich an die Spitze vorzuarbeiten. Andererseits könnten mehr Frauen in verantwortlichen Positionen dafür sorgen, dass die Arbeitswelt insgesamt nicht nur weiblicher, sondern auch menschlicher würde. Das wiederum wäre ein Magnet und daher führe kein Weg an der Quote vorbei.

Vortrag von Prof. Dr. Ernst Th. Rietschel