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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Hartnäckig und zielstrebig - Florian Gallenberger über das Filmemachen

Artur Kolbe, Florian Gallenberger und Christine Weissbarth

Der Regisseur und Drehbuchautor Florian Gallenberger gab bei einem Filmseminaram 20. November 2010 in München spannende Einblicke in seine preisgekrönten Filme „Schatten der Zeit“ (2004) und „John Rabe“ (2009). Gallenberger sprach detailliert über die in Indien und China produzierten Filme und hielt viele unterhaltsame Anekdoten bereit.

Mit dem 38-jährigen Florian Gallenberger hatte die Hanns-Seidel-Stiftung bereits den dritten Oscar-Preisträger – nach Volker Schlöndorff und Caroline Link – zu Gast. Gallenberger studierte ab 1992 an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) und drehte dort seine Abschlussarbeit, den Kurzfilm „Quiero Ser“ (1999), für den er im Jahr 2001 den Kurzfilm-Oscar gewann.

Gallenberger verfolgt in jedem seiner Filme ein soziales Anliegen. Der Film „Schatten der Zeit“ erzählt neben einer Liebesgeschichte über die Kinderarbeit in Indien am Beispiel der Teppichmanufakturen und wie es zwei aus der Unterschicht kommende Kinder schließlich schaffen, ihrem Leben eine positive Wendung zu geben. Der Produzent dieses Films, Helmut Dietl, hatte Gallenberger zu diesem Film ermutigt; in ihn hat Dietl schon vor dem Oscar 2001 große Hoffnungen gesetzt. Für „Schatten der Zeit“ hat Gallenberger zwei Monate Bengali gelernt und für die Kinderrollen nach zehn Jahre andauernder Suche zwei „Darsteller mit großem  Selbstbewusstsein“ gefunden.

Was macht einen guten Film aus? Diese Frage beantwortete Gallenberger wie folgt:

  • Man darf nie das Ziel aus den Augen verlieren
  • Erzähle mit einem Geheimnis
  • Stelle Kommunikation zum Publikum her

Der Regisseur erzählt in seinen Filmen immer wieder von Menschen, die in Situationen geraten, in denen sie über sich selbst hinauswachsen; gleichzeitig zeigt „Schatten der Zeit“, dass mit Zunahme des äußeren Reichtums die innere Stärke und der Charakter schwächer wird.

John Rabe – ein verbotener Film

Florian Gallenberger im Gespräch mit Naili Zhang aus Shanghai

Der mit 130 Minuten Laufzeit episch angelegte Spielfilm „John Rabe“ erzählt anhand der Tagebücher des gleichnamigen Hauptdarstellers (im Film Ulrich Tukur) über das heldenhafte Wirken des deutschen Siemens-Geschäftsführers in Nanking (der damaligen Hauptstadt Chinas), der im Dezember 1937 mehr als 200.000 Zivilisten und Soldaten vor den brutalen Angriffen der Japaner (damals Verbündete der deutschen Nationalsozialisten) in der politisch vereinbarten „Schutzzone“ rettete. Mut und Einsatz des eigenen Lebens waren die Voraussetzung für diese Aktionen.

Der Film „John Rabe“ darf bis heute in Japan nicht gezeigt werden; Gallenberger schilderte eindrucksvoll die Probleme beim Casting der japanischen Schauspieler, wobei er lange Zeit brauchte, überhaupt geeignete zu finden, da „ der Neffe des Kaisers Hiroito als unbarmherziger, schlechter Mensch“ charakterisiert wird.

John Rabe – der „Schindler ohne Liste“

Seit 2009 spricht man von John Rabe als dem „Schindler von China“ (in Anlehnung an den Spielberg-Film „Schindlers Liste“). Das Hakenkreuz in anderer Bedeutung darzustellen faszinierte Gallenberger: Im Film ist zu sehen, wie an die hundert Menschen vor dem Dauerfeuer eines japanischen Fliegerangriffs unter einer monumentalen Hakenkreuzfahne Schutz finden und die feindlichen Flieger nach dem Erkennen des Hakenkreuzes wieder abdrehen. John Rabe spricht in seinem Tagebuch von einer „bombensicheren Fahne“.

Die Tagebücher von J. Rabe, auf denen der gleichnamige Film beruht, wurden übrigens vom Vater des ehemaligen Tagesthemen-Sprechers Ulrich Wickert Anfang der 90er-Jahre auf einem Dachboden gefunden und 1997 veröffentlicht.

In der mehr als 1,5-stündigen Diskussion berichtete Gallenberger u.a. von seinem Kurzfilm „Quiero Ser“, in dem er zum Thema „Vertrauen und Verrat“ eine kleine Geschichte von Straßenkindern in Mexiko erzählt.