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Referat II/3 Wirtschaft und Finanzen
Dr. Claudia Schlembach
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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Kostet Ethik zu viel Geschäft?

Die Expertenrunde: Caspar von Hauenschild, André Habisch, Theo Waigel, Max Steiger und Dieter Reitmeyer

Können sich die Unternehmen heute noch ethische Verhaltensweisen leisten? Verlieren Sie dadurch Geschäft? Zu viel Geschäft, um im internationalen Wettbewerb überleben zu können? Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Witterauf lud die Gäste der Stiftung ein, am 29. November 2010 die Vielfalt dieser Fragestellung von ganz unterschiedlichen Seiten zu beleuchten.

Prof. André Habisch, wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Uni Eichstätt-Ingolstadt, startete seinen Impulsvortrag mit der These: „Das Thema Compliance ist in Deutschland angekommen“. Denn letztlich geht es um Compliance, um die Frage, ob in der Wirtschaft die Einhaltung ethischer Regeln machbar ist. Ob es gelingt, Leitbilder der Selbstbindung und -begrenzung vorzugeben, die dann auch gelebt werden. Und dabei erweiterte Habisch die Komplexität noch, durch seine Überzeugung: „Ethik ist mehr als Compliance“.

Das unterstrich auch Caspar von Hauenschildt, Vorstandsmitglied von Transparency International, der mit seinem Verweis auf die alltagstaugliche Ethik konkrete Bilder der Handhabung skizzierte und dabei auf die Regelorientierung setzte. Mit seiner Einteilung der Menschen in drei Typen, den Spieler (25 Prozent), den Wegschauer (45 Prozent) und den Redlichen (30 Prozent), gab er jedem Einzelnen auch eine Denksportaufgabe mit.

Dieter Reitmeyer, mittelständischer Unternehmer, konnte sehr deutlich zeigen, dass Compliance erst dann einen Wert bekommt, wenn sie gelebt wird, wenn Sie in den Köpfen der Menschen zu existieren beginnt. Das Motto „Fang an den Menschen zu mögen“ ist sein Rezept für die „Erweckung“ von Compliance: Anstelle eines Compliance Managers implementierte er in seinem Unternehmen einen Compliance Rat – und band auf diese Weise seine gesamte Belegschaft in einen lebendigen und wertegetragenen Prozess ein.

Dr. Max Steiger, Managing Director Compliance Deutsche Bank AG, war in diesem Punkt mit seinem Vorredner einig: „Regelkonformität beginnt an der Spitze des Unternehmens und keine Regulierung kann ein gutes Management ersetzen.“ Das Management von Reputationsrisiken in einem Konzern wie der Deutschen Bank ist sicher eine Herausforderung, aber Steiger hatte auch ein positives Resümee: „Die vielen liegengebliebenden Tickets der Fußball-WM zeugen offenbar von einem Umdenken“.

Ein Umdenken, dessen Prozess Moderator Dr. Theo Waigel, Bundesfinazminister a.D., auch nachhaltig in seiner eigenen Erkenntnis sah: „Ich habe viele Unternehmen gefragt, ob Sie durch Compliance Geschäft verloren haben – bisher haben alle verneint“.

Tagungsbericht "Kostet Ethik zu viel Geschäft?"