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Referat II/4 Bildung und Erziehung
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Krisen im Schulbereich – Intervention und Prävention

120 Experten waren nach Kreuth gekommen, um über Krisen im Schulbereich zu diskutieren.

Immer wieder erschüttern Todesfälle, Unfälle, Gewaltandrohungen und Gewalttaten die Schulfamilie schwer. Der Umgang mit und die Verarbeitung solcher Krisen ist von Schule zu Schule sehr unterschiedlich. In der Vergangenheit konnten die Schulen die einzelnen Vorkommnisse noch gut bewältigen. Seit einiger Zeit, hat sich das jedoch spürbar geändert. Offenbar ist bei Kindern und Jugendlichen die Hemmschwelle für Mobbing- und Gewaltandrohung stark gesunken. Zudem gibt es Fälle, die das Sicherheitsgefühl an Schulen stark beeinträchtigen.

„Krisen im Schulbereich – Intervention und Prävention“ war Titel der in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus durchgeführten Arbeitstagung vom 23. bis 24. November 2010 in Wildbad Kreuth. Ziel war es, die Handlungskompetenz der Schulen für den Ernstfall klar zu definieren und die Sicherheitspartnerschaft mit der Polizei zu festigen. Mit 120 Teilnehmern aus dem Kreis der Schulaufsicht, der Schulen, der Polizei, der Kirchen (Krisenseelsorge/Notfallseelsorge), der Wissenschaft, des Gemeindeunfallversicherungsverbands und der Politik wurde der Entwurf künftiger Richtlinien zu Krisen im Schulbereich vorgestellt und diskutiert.

Josef Erhard

Der Amtschef des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, Ministerialdirektor Josef Erhard, hob in seiner Einführung die gute Zusammenarbeit mit der Polizei als wichtigsten Sicherheitspartner der Schule hervor. Ferner sei es wichtiges Ziel, Lehrer und Referendare sowohl in der Ausbildung als auch in der Fortbildung verstärkt auf Krisenfälle in der Schule vorzubereiten.

Die Kriminologin Prof. Dr. Britta Bannenberg von der Universität Gießen erläuterte das Phänomen Amok an der Schule über empirische Erkenntnisse von Taten, Tätern, deren psychische Auffälligkeiten und deren Umfeld. Nicht selten würden Kinder in vollgestopften Technikzimmern verwahrlosen. Ihnen fehle deshalb jegliche emotionale Bindung sowie eine echte Unterstützung bei Problemen. Pädagogischer Handlungsbedarf sei deshalb dingend gegeben, was vielfach nur mit Netzwerkbildung gelingen werde, in denen außer Lehrern auch andere Personen mit eingebunden werden müssten.

Waldemar Kindler

Dass die Qualität der Gewalt eine andere, eine bedrohlichere geworden ist, auch wenn Gewaltdelikte statistisch gesehen leicht rückläufig sind, betonte der Landespolizeipräsident Waldemar Kindler. Eine gut funktionierende, enge Zusammenarbeit mit den Schulen, woran ihm persönlich sehr gelegen sei, könne nur durch den unmittelbaren Kontakt zwischen Schule, Schülern und der Polizei vor Ort gewährleistet werden. In diesem Zusammenhang signalisierte er jederzeit Gesprächsbereitschaft und Unterstützung.

Im Vortrag „Zum Umgang mit Krisen im Schulbereich“ stellte Ministerialdirigent Josef Kufner den bereits genannten Entwurf „Schulisches Krisen- und Sicherheitskonzept“ allen Teilnehmern vor. Dabei betonte er, dass eine Konzentration auf sicherheitstechnische Maßnahmen nicht die Lösung sei und auch nicht zu einem besseren Schulklima beitragen würde. Er appellierte an alle, das Sicherheitskonzept ernst zu nehmen und Änderungs- und Verbesserungsvorschläge einzubringen.

Am ersten Tag der Veranstaltung konnten sich die Teilnehmer in Kleingruppen über bereits bestehende Projekte zur Gewaltprävention informieren und austauschen. Der zweite Tag war vorwiegend von der Arbeit in den sechs angebotenen Arbeitsgruppen bestimmt, um die Ergebnisse dann als Änderungs- und Verbesserungsvorschläge in das Sicherheitskonzept an den bayerischen Schulen einzubringen.

Die Ergebnisse der Tagung werden in einer verbindlichen Handreichung für die bayerischen Schulen veröffentlicht.