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Referat III/5 Recht, Geschichte und Kultur
Dr. Birgit Strobl
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Bräuche um St. Leonhard

Gewölbefresko von Ignaz Baldauf mit Szene aus dem Leben des Heiligen, Wallfahrtskirche Inchenhofen
St. Leonhard auf dem Hochaltar in Inchenhofen

In unmittelbarer Nähe zum Bildungszentrum Wildbad Kreuth steht die älteste Leonhardskirche Bayerns. Die Gemeinde Kreuth kann zudem auf das älteste Zeugnis einer Leonhardiwallfahrt verweisen, die für das Jahr 1442 überliefert ist. Ein Seminar über Bräuche um St. Leonhard beschäftigte sich am Wochenende vom 4. bis 6. November 2011, an dem heuer der Leonhardstag begangen wurde, mit dieser Tradition.

Schon zu Lebzeiten wurde dieser aus Frankreich stammende Adlige besonders von Gefangenen verehrt. Sie hatten Vertrauen zu dem weisen Mann, der sich für sie beim König immer wieder um Freilassung einsetzte. Deshalb sehen wir St. Leonhard heute auch mit Gefangenenkette als Attribut. Erst später wurde diese Kette als Viehkette umgedeutet und Leonhard zum Vieh- und Bauernheiligen erklärt. Auch für Geisteskranke, Krankheiten und Gebrechen wurde er zum Patron. Die Kette ist hier als Sinnbild der Gefangenschaft in der Krankheit zu interpretieren. Eine Möglichkeit der Heilung bestand darin, nach dem Gelöbnis einer Votivgabe in Form einer Kette oder eines Ringes diese für eine bestimmte Zeit zu tragen. Damit war man jederzeit an das Gelübde dem Heiligen gegenüber erinnert.

Truhenwagen in Kreuth
Vor der Kälte schützt ein Pelzkragen
Segen für Ross und Reiter

Die Verehrung des heiligen Leonhard ist in Bayern auch heute noch präsent. Im altbayerisch-österreichischen Raum genießt er eine herausragende Popularität, die nur von Maria, der Gottesmutter übertroffen wird.

Das Wallfahrtszentrum für St. Leonhard ist Inchenhofen in Bayern. Sechs Jahrhunderte lang stand es im Rang der Weltwallfahrten an vierter Stelle nach Jerusalem, Rom und Santiago de Compostella. Durch das Haus Wittelsbach erlebte dieser Wallfahrtsort im 17. Jahrhundert eine Blütezeit. Kurfürst Maximilian I. gelobte, jedes Jahr ein junges Pferd nach Inchenhofen zu stiften, wenn sein Schleißheimer Gestüt von einer Pferdeseuche verschont bleibe. Dieses Gelöbnis wurde auch von seinen Nachfolgern erfüllt. Erst die Säkularisation brachte die Wallfahrt zeitweise zum Erliegen.

Leonhardiritte werden nicht nur in Kreuth, sondern zum Beispiel in Lenggries, Benediktbeuern, Hundham, Murnau, Peißenberg, Reichersdorf und Siegertsbrunn durchgeführt. Sehr berühmt ist auch der Ritt in Bad Tölz, der zur Votivkapelle auf den Kalvarienberg führt. Bekannt und typisch sind die Festgefährte, die sogenannten Truhenwagen. Mit ihnen wird – in Festtracht gekleidet – an der segnenden Geistlichkeit vorbeidefiliert. Waren es früher Viehseuchen, die den Schutz des heiligen Leonhard erforderten, so ist es heute der Segenswunsch für Ross und Reiter, der die Leonhardiritte prägt.