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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Eine Frage von Krieg und Frieden

Hans Zehetmair im Kamingespräch mit Helmut Kohl und Christoph Böhr

Hans Zehetmair im Gespräch mit Helmut Kohl
Kamingespräch in Wildbad Kreuth
Hans Zehetmair, Helmut Kohl und Christoph Böhr

Auf Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung hatten sich 40 Wissenschaftler aus Deutschland, der Schweiz, Italien, Österreich, England, Holland, Bulgarien und den USA in Wildbad Kreuth zusammengefunden, um vom 29. November bis 1. Dezember über die christlichen Grundlagen der liberalen Gesellschaft zu diskutieren. Ausgangspunkt und Projektionsfolie ihrer Überlegungen war der biographisch eng mit dem Tegernseer Tal verbundene britische Historiker Lord Acton (1834-1902).

Eine besondere Ehre erfuhr die internationale Expertengruppe durch den Besuch vom langjährigen Bundeskanzler Helmut Kohl. Über eineinhalb Stunden nahm sich der „Kanzler der Einheit“ und Ehrenbürger Europas am 29. November Zeit für ein abendliches Kamingespräch mit dem Vorsitzenden der Hanns-Seidel-Stiftung, Hans Zehetmair, und dem langjährigen Vorsitzenden der CDU Rheinland-Pfalz und politischen Philosophen, Christoph Böhr. Eindringlich mahnte Helmut Kohl weitere Fortschritte auf dem Weg zum geeinten Europa an. Er verband sein Plädoyer für Europa und gegen Kleinmut mit einer deutlichen Warnung vor den Folgen, wenn Europa stattdessen auseinanderbrechen würde. Mehrfach verwies der Ehrenbürger Europas darauf, dass die Einheit Europas eine Frage von Krieg und Frieden bleibe.

Wörtlich sagte Helmut Kohl: „Die Risiken aus allen Maßnahmen, die unternommen werden, um auf dem Weg des geeinten Europa voranzukommen, sind geringer als das Risiko, dass Europa womöglich um den Preis eines Krieges auseinanderfällt.“  Mit Blick auf die Schuldendiskussion ergänzte er am Beispiel Griechenlands, dass alle Staaten Europas natürlich ihre Hausaufgaben zu erledigen hätten, „aber dies“, so Helmut Kohl weiter, „eben in einem gemeinsamen Haus Europa“.

Dass dieses europäische Haus auf einem stärkeren Fundament als einer gemeinsamen Währung stehend gedacht und gesehen werden muss, kristallisierte sich auch in der anschließenden Diskussion im Plenum heraus. Als zentrale Pfeiler dieses Hauses wurden der christliche Glaube und die aus ihm hervorgehenden Werte und Normen genannt. Helmut Kohl selbst sprach explizit von einer zutiefst christlich geprägten „europäischen Seele“. Die Europäer, so Kohl, hätten mit einer gemeinsamen Religion, einer gemeinsamen Kultur und einer gemeinsamen Wertegrundlage so viele Gemeinsamkeiten, dass sie sich eigentlich nur glücklich schätzen müssten. „Man erkennt das Wertvolle daran dann besonders gut“, so der Bundeskanzler, „wenn man sich vorstellt, wie Europa ohne dieses Gemeinsamkeiten aussähe.“

Äußerst positiv beurteilte Helmut Kohl den Ansatz der internationalen Expertentagung, sich über die Wertegrundlagen der Demokratien in Europa grundlegend auszutauschen. Er sei dafür sehr gerne zu diesem abendlichen Kamingespräch im Lord-Acton-Kreis gekommen. Auch Hans Zehetmair und Christoph Böhr unterstrichen die Relevanz dieser Zusammenkunft, die der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung nach einem warmen Dank an den Bundeskanzler mit den Worten an das internationale wissenschaftliche Auditorium abrundete: „Geht von der Quelle des Christentums aus und seid nicht kleinmütig. Gebt von diesem Born auch der Christlich-Sozialen Union etwas ab und helft mit, unsere Parlamentarier dazu zu bringen, wieder mehr zu lesen und nachzudenken.“