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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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US Pivot towards Asia? Will Obama´s Second Term Bring New Developments?

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Einführung in die internationale Politik

Über internationale Politik informierten sich vom 9. bis 11. September 2011 26 Teilnehmer im Alter von 18 bis 88 in Kloster Banz. Die Demokratieentwicklung in verschiedenen Ländern Asiens wurde dabei ebenso beleuchtet wie der Dauerkonflikt in Israel und Palästina.

Andreas Wilhelm referierte über die Demokratieentwicklung in Asien

Dr. Andreas Wilhelm von der Universität Erlangen-Nürnberg erklärte die „neue Unübersichtlichkeit“ der internationalen Politik, die nach dem Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs das Weltgeschehen prägt. Die Verflechtungen in politischen und wirtschaftlichen Fragen nehmen zu, die alte Weltmacht USA verliert an Macht, die Steuerungsfähigkeit des einzelnen Staates steht in Frage, und es gibt neue Konfliktlinien (v.a. ethnisch-nationale Konflikte). Wie eine neue Weltordnung aussehen kann, wagt noch niemand vorauszusagen. Gibt es weiterhin einen Hegemon, heißt der dann immer noch USA? In jedem Falle aber bilden sich derzeit drei Mega-Blöcke heraus: USA, Asien und Europa. Die zukünftigen  Handlungsfelder werden sich um die transatlantischen Beziehungen, das Verhältnis Asien und Islamische Welt und nicht zuletzt die Schwellenländer (China, Indien, Brasilien und Russland) drehen.

Die Demokratieentwicklungen in Asien, die seit den 1980er-Jahren in unterschiedlicher Weise voranschreiten, hängen davon ab  – so ein Erklärungsmodell von Dr. Wilhelm – ob die politisch-militärischen und die wirtschaftlichen Eliten zivilgesellschaftliche Eliten zulassen und somit einen Demokratiesierungsprozess ermöglichen. Spannend bleibt für ihn die Frage, wie sich in Nordafrika die zivilgesellschaftlichen Kräfte entwickeln können.

Rudolf Sussmann
Eine Mauer teilt Jerusalem
Kinder spielen in Sderot mit Raketen
Markus Grabmeier

In einem weiteren Teil des Seminars wurde der große Konflikt im Nahen Osten diskutiert. Dr. Rudolf Sussmann, ehemaliger Projektleiter der Hanns-Seidel-Stiftung in Jerusalem, stellte die gegensätzlichen Narrative Israels und der Palästinenser vor. Während für die einen Israel als Staat der Juden eine sichere Heimstatt für alle verfolgten Juden der Welt sein muss, ist für die anderen Palästina ihre angestammte Heimat, die ihnen von Ortsfremden gewaltsam genommen wurde, die sie mit allen ihnen zustehenden Rechten wiederhaben wollen. Der Konflikt ist daher für Israel in der Frage nach Sicherheit konzentriert, für Palästinenser in der Wiederherstellung aller ihrer Rechte, die sie im Moment durch und in Folge der Okkupation erheblich verletzt sehen.

Dr. Sussmann betonte, dass dem Konflikt eine überproportionale Bedeutung zugemessen wird. Dies sei damit erklärbar, dass die Orte des Konfliktes mehr als der Hälfte der Menschheit vertraut sind, aufgrund der eigenen religiösen und kulturellen Sozialisation. Der Konflikt nähre sich zu einem gewissen Grad aus sich selbst.

Den Abschluss bildete der Blick nach China, dem Reich der Mitte, dass in vielerlei Hinsicht in alt und neu geteilt ist. Markus Grabmeier, der in China studierte und nun auch beruflich immer wieder nach China kommt, gab einen umfassenden Einblick in die Mentalität und die poltische und wirtschaftliche Entwicklung Chinas. Die rasante, futuristische Entwicklung der Metropolen im Osten zieht immer mehr Bevölkerung aus den unterentwickelten landwirtschaftlich geprägten Teilen im Westen an. Die Städte wachsen daher in die Höhe, die Urbanisierung ist sehr stark ausgeprägt. Das hohe Wirtschaftswachstum trägt auch dazu bei, dass es den Chinesen jedes Jahr besser geht. Diese Output-Legitimität verhindert  deshalb bisher politische Veränderungen in Richtung Demokratie. China wird in Zukunft eine wichtige Rolle in der Weltpolitik spielen, deshalb sei es wichtig, dass wir uns in Europa mit diesem Land auseinandersetzen und mehr über das Land lernen.