Kontakt

Referat II/5 Technologie, Medien und Kultur, Jugend und Gesundheit
Prof. Dr. Siegfried Höfling
Tel.: 089 1258-246 | Fax: -469
E-Mail: hoefling@hss.de

Publikationen

Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
Schutzgebühr: Keine
Download der Publikation
Diese Publikation bestellen

Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
Schutzgebühr: Keine
Download der Publikation
Diese Publikation bestellen

Aktuelle Veranstaltungen

Dienstag, 22. Januar 2013

Krumbach

Profi mit Handy, Internet und Medienrecht

Dienstag, 22. Januar 2013

München

Eurokrise / Währungskrise

Dienstag, 22. Januar 2013

München, Konferenzzentrum

US Pivot towards Asia? Will Obama´s Second Term Bring New Developments?

Hanns-Seidel-Stiftung im Web 2.0

Meine HSS

Aktiviere Cookies!
 
Seite hinzufügen
löschen
 

Revolution auf dem Bildschirm

Wie die Verbindung von Fernsehen und Internet die Zuschauerwelt verändert

Klaus Illgner-Fehns
Klaus Illgner-Fehns, Volker Blume, Hannes Lindhuber, Björn Sievers, Jonathan Dähne, Bernd Lenze

Dem Fernsehzuschauer und den Medienmachern steht eine digitale Revolution bevor. Fernsehen und Internet werden zu einem Medium zusammenwachsen. Diese Entwicklung, die das Nutzungsverhalten verändert, hat längst begonnen. Der Medienpolitische Arbeitskreis hat sich in München am 22. Oktober 2012 mit den Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Politik befasst.

Drei revolutionäre Entwicklungen werden nach Ansicht von Dr. Illgner-Fehns, Direktor des Instituts für Rundfunktechnik IRT, die Medienwelt der Zukunft bestimmen. In seinem Einführungsreferat beim Medienpolitischen Arbeitskreis der Hanns-Seidel-Stiftung, stellte er fest, dass die erste Revolution - das nahtlose Zusammenwirken von linearem Fernsehen und nichtlinearen Internet - durch die Einführung des Smart-TV bereits begonnen hat. 50 Prozent der im Jahre 2012 gekauften Fernseher sind bereits internetfähig. Die zweite Revolution vollzieht sich im Hintergrund. Die Marktteilnehmer entwickeln für Smart-TV neue Angebote, neue Dienste, neue Geschäftsmodelle, die es dem Zuschauer erlauben, ihre Wunschprogramme individuell zu konfigurieren. Die Zahl der Angebote wird weiter steigen (so will Google TV mit YouTube bis zu einer Million Kanäle anbieten). Das lineare Fernsehen verliert dadurch an Bedeutung. Für die traditionellen Programmgestalter wird dies zu einer großen Herausforderung werden. Die dritte Revolution wird es in der Medienpolitik geben müssen, da die herrschenden Rundfunkregulierungen nicht mit den Freiheiten im Internet kompatibel sind.

Eine vierte Revolution sieht Jonathan Dähne, Marketing & Communications Manager (Self Loading Content GmbH) in der Liberalisierung des Zusehens mittels mobiler Geräte (Smartphone, Tablets). Diese Art des Sehens wird vor allem von jungen Konsumenten bevorzugt, die sich zunehmend von den traditionellen Sehgewohnheiten und den alten Medien abwenden. Diesen sogenannten „Jugendabriß“ beklagen vorwiegend die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, führt Bernd Lenze, Vorsitzender des AK Medien aus. Dagegen ist Hannes Lindhuber, Direktor Unternehmenskommunikation, Tele Columbus Gruppe, der Meinung, dass Internetnutzung die lineare Fernsehnutzung auf lange Zeit nicht substituieren wird. Der lineare Programmanteil sei immer noch ausschlaggebend für Kauf und Nutzung eines Fernsehers. Dem widerspricht Volker Blume, technischer Produktmanager bei Philips TV, TP Vision vehement. Smart-TV wird zukünftig bevorzugt als Nutzungsoberfläche genutzt werden. Mittels Suchfunktionen ließen sich schnell die Angebote herausfiltern, die der Zuschauer aktuell sehen möchte. Es sei auch denkbar, herkömmliche, lineare Fernsehangebote mittels einer App auf dieser Nutzungsoberfläche zu präsentieren. Zu vereinfachen sei allerdings die Gerätebedienung („Usability“).

Die lebhafte Podiumsdiskussion lässt sich dahingehend zusammenfassen, dass sich das Konsumentenverhalten – abgesehen von der jungen Generation – erst langsam ändern wird. Die Entwicklung der nächsten zehn Jahre gilt es aber von politischer Seite her achtsam und gestaltend zu verfolgen, da eine Reihe rechtlicher Probleme (Multiplattformrecht, Datenschutzrecht, Nutzungsrecht, Urheberecht, Regulierung/Deregulierung) gelöst werden müssen. Der Markt muss Geschäftsmodelle entwickeln, die Wertschöpfung besser möglich machen, die Politik muss kurzfristig Antworten auf die Entwicklung eines nichtlinearen Konsumentenverhaltens finden: Wie kann Wissens- und insbesondere Politikvermittlung zukünftig gewährleistet werden, wenn der „Polis“ die „Agora“ verloren geht, d.h. die breite Öffentlichkeit, da sie linear (mit konventionellen Fernsehprogrammen) nicht mehr erreichbar sein wird? Fragen wie diese, wird der Medienpolitische Arbeitskreis der Hanns-Seidel-Stiftung mit Medienschaffenden und Politikern laufend diskutieren.

Dem Fernsehzuschauer und den Medienmachern steht eine digitale Revolution bevor. Fernsehen und Internet werden zu einem Medium zusammenwachsen. Der Medienpolitische Arbeitskreis der Hanns-Seidel-Stiftung hat sich 22. Oktober 2012 bei seiner Sitzung in München mit der Konvergenz beider Medien befasst. Am Rande dieser Tagung sprach Hubertus Klingsbögl mit dem Direktor des Instituts für Rundfunktechnik IRT, Dr. Klaus Illgner-Fehns, über technisch veranlasste Reaktionen von Programmverantwortlichen, die gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen von SmartTV und eine Prognose für 2017.