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Referat III/5 Recht, Geschichte und Kultur
Dr. Birgit Strobl
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Publikationen

Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Aktuelle Veranstaltungen

Montag, 21. Januar 2013 bis Freitag, 25. Januar 2013

Wildbad Kreuth

Grundseminar Rhetorik

Montag, 21. Januar 2013

Parsberg

Kurzveranstaltung zur Vereinspraxis (Steuer)

Montag, 21. Januar 2013

Wonfurt

Pflegeversicherung

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Altes Handwerk - Neue Technik

Altes Handwerk ist auch der Lebzelter.

Vom 2. bis 4. November 2012 fand in Wildbad Kreuth ein Seminar über traditionelles Handwerk statt. Anlass dazu gab der Leonhardimarkt, der zeitgleich im Hause stattfand.

Traditionelle Handwerksprodukte sind in unserer Konsumwelt, in der Einheitlichkeit und Uniformität immer mehr die Oberhand gewinnen, schwer zu finden. Aber es gibt sie noch. Ein Beispiel dafür ist der Leonhardimarkt in Wildbad Kreuth, auf dem Meisterhandwerker ihre Kunst vorführen und man die Vielfalt von handwerklichen und traditionellen Waren besichtigen kann.

Früher wurden Holzfässer nicht nur für Alkoholisches …

Manches alte Handwerk wird nur mehr sehr vereinzelt ausgeübt. Was früher zum Alltag gehörte, zählt heute nicht mehr zum täglichen Bedarf. Ein Beispiel dafür ist die Schäfflerei. Diese Berufsbezeichnung stammt aus Südbayern und wird hergeleitet von „Schaff“, einem oben offenen Gefäß. Dieser Beruf hat regional unterschiedliche Namen. Sie richten sich oft danach, welches Gefäß in der jeweiligen Gegend hergestellt wird. Büttner, Böttcher, Binder, Fassmacher oder Küfer, wie sie in der Pfalz genannt werden, hatten viele Jahre ein sehr umfangreiches Betätigungsfeld.

.. sondern ganz allgemein zur Vorratshaltung verwendet.

Nicht nur im Rahmen der Weinerzeugung, sondern auch beim Bierbrauen und bei der Lebensmittelkonservierung kamen Holzfässer zum Einsatz. Heute wird die Haltbarkeit von Lebensmitteln durch Kühlgeräte erledigt. Getränke wie Bier werden in Aluminiumfässern transportiert. Der Einsatz von Holzfässern ist nur mehr marginal. In München gibt es deshalb heute nur mehr eine Fabrik, die Holzfässer herstellt. Für eine besondere Tradition, die in München gepflegt wird, ist dies besonders misslich. Dem Schäfflertanz, der ursprünglich nur von Männern, die diesem Beruf nachgehen aufgeführt werden durfte, fehlt der Nachwuchs.

Lüster an der Decke des Münchner Augustiner. Hier haben die Schäfflertänzer ihren Übungsraum.

Dabei sind die Schäfflertänzer aus München nicht wegzudenken. Dafür sorgt schon das Glockenspiel im Münchner Rathaus, eine der Touristenattraktionen. Im Gegensatz zum Metzgersprung, dessen Entstehung sich auf den gleichen Anlass und das gleiche Jahr beruft, ist der Schäfflertanz auch heute jedermann bekannt. Darüber, warum der Original Münchner Schäfflertanz nur alle 7 Jahre stattfindet, kennt jedoch jeder eine andere Version: Einige behaupten, die Pest sei früher in regelmäßigen Abständen von 7 Jahren aufgetreten. Durch Einhaltung dieses Rhythmus habe man gehofft, sie zu besiegen. Andere wiederum verweisen auf die 7 als Glückszahl. Eine weitere Meinung sagt, dass es früher viele Handwerksbräuche gegeben habe, die nach einem Zeitplan durchgeführt wurden, um sich nicht gegenseitig zu überschneiden. Andere Zünfte hätten ihre Traditionen inzwischen eingestellt. Nur der Schäfflertanz sei übriggeblieben und werde dem ursprünglichen Plan nach weitergeführt. Die vierte Erklärung lautet so: Der Wittelsbacher Herzog Wilhelm IV. soll den Schäfflern aus Dankbarkeit das Recht gewährt haben, diesen Tanz alle 7 Jahre aufzuführen. Dieser Herrscher war es übrigens, der 1516 auch das Reinheitsgebot des Bieres erlassen hat. Bis heute eine Tradition in Bayern, auf die wir stolz sind. Handelt es sich doch beim Bierbrauen um altes Handwerk, das immer noch reichlich gepflegt wird!