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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Urbane Mobilität der Zukunft

Klaus Bogenberger lehrt an der Universität der Bundeswehr München
Martin Keil beschäftigt sich bei der BMW Group mit Verkehrsmanagement

Seit dem Jahr 2007 wohnt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, während 1950 noch 70 % auf dem Land lebten. Nach Prognosen der UNO wird der weltweite Anteil der städtischen Bevölkerung weiter steigen. Auch in Bayern wachsen die Ballungsräume München oder Nürnberg - Fürth - Erlangen. Vor diesem Hintergrund  diskutierten am 12. Juli 2012 Experten im Konferenzzentrum München auf dem 10. Münchner Verkehrspodium das Thema: "Carsharing, E-Bike und Co. - Urbane Mobilität der Zukunft".

Doch es sind auch gesamtgesellschaftliche und ökonomische Aspekte, die die Mobilitätsbedürfnisse insbesondere junger Menschen verändern. Studien lassen vermuten, dass Jugendliche ihren Status zunehmend eher über Smartphones als über ein eigenes Auto definieren. Eine These, die der Professor für Verkehrstechnik an der Universität der Bundeswehr in München, Prof. Dr. Klaus Bogenberger, in Frage stellt. Vermutlich sei dies eher einer Frage des Anschaffungspreises, so Bogenberger. Der Wunsch nach Mobilität sei nachwievor da, so Bogenberger.

Einig waren sich alle Diskutanten, dass nur integrierte Mobilität unsere Verkehrsprobleme lösen kann. Ohne das Miteinander von öffentlichem Verkehr und Individualverkehr sei keine sinnvolle urbane Mobilität denkbar. Da waren sich auch der Vertreter der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und Leiter der strategischen Planungsprojekte, Gunnar Heipp und der Vertreter der BMW Group, Martin Keil, einig. Martin Keil machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass ein Automobilhersteller wie BMW sich zunehmend zum Mobilitätsdienstleister entwickelt, der weit mehr als nur Autos verkauft. Er nannte als Beispiele den intermodalen Routenplaner, aber auch DriveNow, das Carsharing-Projekt der BMWGroup. Letztlich ist auch Carsharing ein Mittel der „kombinierten Mobilität“. Es kann und will den öffentlichen Verkehr nicht ersetzen, der als Zubringer zu den Parkplätzen dient. Das Carsharing-Konzept ist besonders für unregelmäßige Fahrten oder Transporte geeignet.

Gunnar Heipp, Markus Schildhauer, Christoph Ebert (v.l.n.r.)

Ein weiterer wesentlicher Baustein urbaner Mobilität ist die Elektromobilität. Die Hanns-Seidel-Stiftung hat hierzu schon eine Reihe von Tagungen durchgeführt. Vorgestellt wurde auf dem diesjährigen Verkehrspodium ein umfassenderer Ansatz, der auch vor dem Hintergrund der Verknüpfung des touristischen Stadt-Land-Verkehrs relevant ist. Das Bayerische Kabinett hat bereits 2010 eine 5- Punkte-Strategie für die Elektromobilität in Bayern beschlossen und schließlich die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen als bayerische Modellkommune für Elektromobilität ausgewählt. Der Alpenraum als besonders sensibles Ökosystem benötigt umwelt- und klimafreundliche Verkehrsmuster, die den Ansprüchen von Besuchern und Bürgern gleichermaßen gerecht werden müssen. „Wie machen wir das“, fragte Dr. Christoph Ebert, der das Projekt eGAP geschäftsführend leitet,, „mit der Verknüpfung von Stadt und Land und der Verknüpfung von der Bahn und Bus bzw. wenn sich jemand in der ländlicher Region ein Auto leihen will?" Auch hier wurde wieder deutlich, dass nur ein ganzheitlicher, integrativer und komplexer Ansatz denkbar ist.

Gelegentlich geht in der Mobilitätsdiskussion ein Verkehrsmittel etwas unter, das aber eher an Bedeutung gewinnen als verlieren wird, zumindest wenn es nach Markus Schildhauer geht, dem Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Bayern: das Fahrrad. In diesem Sektor gibt es Innovationen, wie das Pedelec (von "Pedal Electric Cycle"): ein Elektrofahrrad, welches den Fahrer, mit Hilfe eines Elektromotors und einer elektronischen Regelung beim Pedalieren unterstützt. Auch in München gibt ein neues Projekt, das u.a. vom ADFC und vom MVV unterstützt wird: ein Klappfahrrad, das zusammengefaltet nicht größer als ein Reisetrolley ist und so praktisch beim Umstieg in den Zug oder die S-Bahn mitgenommen werden kann.