Kontakt

Referat II/5 Technologie, Medien und Kultur, Jugend und Gesundheit
Prof. Dr. Siegfried Höfling
Tel.: 089 1258-246 | Fax: -469
E-Mail: hoefling@hss.de

Publikationen

Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
Schutzgebühr: Keine
Download der Publikation
Diese Publikation bestellen

Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
Schutzgebühr: Keine
Download der Publikation
Diese Publikation bestellen

Aktuelle Veranstaltungen

Dienstag, 22. Januar 2013

Krumbach

Profi mit Handy, Internet und Medienrecht

Dienstag, 22. Januar 2013

München

Eurokrise / Währungskrise

Dienstag, 22. Januar 2013

München, Konferenzzentrum

US Pivot towards Asia? Will Obama´s Second Term Bring New Developments?

Hanns-Seidel-Stiftung im Web 2.0

Meine HSS

Aktiviere Cookies!
 
Seite hinzufügen
löschen
 

Wie Klang die Welt zusammenhält – Akustische Ökologie im urbanen Raum

Experten und Organisatoren der Tagung Akustische Ökologie im urbanen Raum

Einen Einblick in die noch junge Disziplin der akustischen Städteplanung gab die 2. Expertentagung der Veranstaltungsserie „Wie Klang die Welt zusammenhält“, die in Kooperation mit der Stiftung Zuhören, dem Bayerischen Rundfunk und dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus im Konferenzzentrum der Hanns Seidel Stiftung München stattfand.

„Ist die ideale Stadt die leise Stadt?“ lautet die Eingangsfrage von Martin Schramm vom BR Bayern 2. Akustische Städteplanung kann sich nicht auf Lärmvermeidung beschränken. Denn Lärm ist nicht allein durch die gemessene Pegelgröße (dBA) bestimmbar. Die psychoakustischen Eigenschaften, wie Schärfe, Rauigkeit, Schalldruck und Ähnliches tragen viel mehr zum Empfinden von Lärm bei und sind somit für empfundene Belastung und Stresserleben mit verantwortlich. Es gibt auch leisen Lärm, der als belastend empfunden werden kann. Eintönige Geräusche „nerven“ oft mehr als vielfältige Geräusche. Bislang ist aber nur der Schallpegel unter der DIN-Norm 1320 gesetzlich geregelt. Darauf beruhen die verordneten Lärmschutzmaßnahmen. Lärmschutzwände führen deshalb nicht immer zu der gewünschten Wirkung, was an den fortgesetzten Klagen und Beschwerden von Betroffenen ersichtlich ist. Ohne die psychoakustischen Parameter lassen sich die erlebten Belastungen und Erkrankungen nicht verstehen. Hier setzt die akustische oder auditive Städteplanung an. Die Experten dieses Ansatzes, Frau Professor Schulte-Fortkamp und Herr Thomas Kusitzky, legen dem sehr aufmerksamen Zuhörerkreis im Konferenzzentrum der Hanns-Seidel Stiftung anhand von verschiedenen Beispielen dar, wie man mit Klanggestaltung neue Lebensqualität in die Städte bringen kann. Dabei ist nicht gemeint, künstliche Beschallung einzuführen, sondern akustische Problemzonen der Stadt neu zu gestalten, die Nutzungsmöglichkeiten zu erweitern (z.. B. einen Platz derartig gestalten, dass Vögel wieder kommen, statt mit Vogelgesang oder Musik zu beschallen). Auf diese Weise ließen sich Verkehrsräume in städtische Lebensräume umwandeln. Klangvielfalt, Klangtransparenz und Klangkontraste erweisen sich als wichtige Gestaltungsgrößen, um akustische Heimaten zu erzeugen, die gerne besucht werden. Das wichtigste Gestaltungswerkzeug ist jedoch der Einbezug der Betroffenen selbst. Sie entscheiden mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen, Hörerwartungen, ihren Hörbiographien über ihre Klangumwelt. Im demokratischen Prozess entwickeln die Betroffenen letztlich einen Konsens, der durch Vielfalt von Klangerfahrungen gekennzeichnet ist. Eine behördlich angeordnete Vereinheitlichung, so haben zahlreiche Beispiele der Schallschutzmaßnahmen gezeigt, war bislang wenig erfolgreich. Auditive Städteplanung stößt einen gesellschaftspolitischen Prozess an, bei dem die Betroffenen mithelfen, städtische Lebensräume zu gestalten. Klanggestaltung als Mittel der Städte-, und Stadtteilplanung ist eine noch junge Forschungs- und Anwendungsdisziplin. „Soundscape“ (laut Wikipedia ein englisches Kunstwort, zusammengesetzt aus den Begriffen Sound und Landschaft), gibt es erst seit ca. 15 Jahren. Politik, Architektur und Investoren – so war in der Abschlussdiskussion zu hören – sollten sich bereits bei Beginn von städteplanerischen Vorhaben den Ansätzen und Lösungsvorschlägen dieser interdisziplinären Fachrichtung annehmen. Die nachträglichen Auseinandersetzungen mit den Betroffenen und die erforderlichen Korrekturmaßnahmen zum Lärmschutz und zur Lebensraumverbesserung sind meist kostenintensiv. Und zudem ist die Beschäftigung mit Klangumwelten ein zutiefst humanes Thema, weil sie alle menschlichen Sinne anspricht, nicht nur den visuellen.

Die 3. Veranstaltung der Tagungsserie „Wie Klang die Welt zusammenhält“ wird sich mit Innenraumakustik an Orten des Lernens und Lehrens beschäftigen (voraussichtlich am 12. November 2012).

Link auf das Feature in Bayern 2 vom 10.11.2011 in der Reihe "IQ - Wissenschaft und Forschung": Klang statt Lärm: Sounddesign für die Stadt von Martin Schramm

www.br.de/radio/bayern2/sendungen/iq-wissenschaft-und-forschung/gesellschaft/stadtllaerm100.html