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Referat III/5 Recht, Geschichte und Kultur
Dr. Birgit Strobl
Tel.: 089 1258-229 | Fax: -338
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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Sagen und Legenden

Sagen und Legenden sind ein wichtiger Bestandteil unseres Kulturgutes. Vom 11. bis 13. Januar 2013 wurden sie deshalb in Kloster Banz eigens behandelt. Anlass dazu gab das diesjährige Schwerpunktthema Heimat heute, das sich mit verschiedenen Aspekten unserer Identität beschäftigt.

Kyriakus - kurz Kiri genannt - der Kirchenhund von St. Marien in Gunzenhausen
Rabe über der seitlichen Eingangstüre der Kapelle auf dem Staffelberg

Sagen und Legenden haben weitaus größere Bedeutung, als viele meinen. Sie zeigen nicht nur, was Recht und Unrecht ist, wie schnell man sein Glück wieder verlieren kann oder dass es sich rächt, die Natur nicht zu schonen. Sie sind auch geeignet, Kinder und Jugendliche von Anfang an für ihren Heimatort zu interessieren. Schließlich sind es Märchen und Geschichten, die ihnen in der ersten Lebensphase erzählt werden. Welches Gunzenhausener Kind hat sich in der Kirche St. Marien nicht schon über den Hund gewundert, der am Grabmal von Ritter Paul von Absberg unter dem Betschemel des knienden Adeligen zu sehen ist. Wird ihm dazu noch vom guten Kyriakus erzählt, der seinen Herren so vermisste und nicht vom Grab wich, so dass man ihn im Epitaph auch heute noch sehen kann, dann ist das nicht nur für den Kirchenführer etwas besonderes. So wird auch ein Zugang zu Traditionsbewusstsein und Heimatverbundenheit geschaffen. Es lohnt sich daher, die lokale Sagen- und Legendentradition zu pflegen. Kloster Banz als Tagungsort eignete sich dazu ganz vortrefflich. Gibt es doch viele, die sich um den Staffelberg ranken. Als Zeugenberg war er für die Sagenbildung besonders ergiebig. So soll die Errichtung der Adelgundiskapelle, die heute auf seinem Plateau steht, auf den unermüdlichen Einsatz eines Raben zurückzuführen sein. Aus Dankbarkeit wurde er im Inneren der Kirche an einer Seitenwand bildlich verewigt. Auch ein Waller kommt bei den Sagen um den Staffelberg vor. Er soll seit Urzeiten mit seinem Schwanz im Maul tief im Inneren des Berges hausen. Sollte er einst sein Maul öffnen, sagt man, wird das das Ende der Welt bedeuten. Sagen um Waller gibt es viele. Dies zeigen Sagen zum Walchensee oder zum Wallersee in Österreich. Sieht man auf jüngste Zeitungsberichte, in der Fischer beklagen, dass Waller ab einer gewissen Größe nicht mehr zu fangen seien und sich am liebsten reglos an einer bestimmten Stelle aufhielten, steht auch die Aktualität so mancher Sage nicht mehr in Zweifel.

Gedenktafel an den bekannten Sagensammler Franz Xaver Schönwerth in Amberg
In der Nähe von Kaufbeuren führen Wegweiser zu den Sagenorten.

Sagen und Legenden lassen sich sehr leicht unterscheiden. Sagen sind frei erfunden. Oft haftet ihnen etwas Mystisches an. Legenden jedoch haben immer einen wahren Kern. Besonders umfangreich sind uns Heiligenlegenden überliefert. Der Dominikaner Jacobus de Voragine hat sie im 13. Jahrhundert erforscht und zusammengeschrieben. Dieses Werk wird Legenda aurea genannt und ist auch heute noch eine maßgebliche Quelle z.B. für die in der Ikonographie wichtigen Heiligenattribute. Im Bereich der Sagen muss man gar nicht so weit zurück blicken: Nach den Gebrüdern Grimm fühlten sich im 19. Jahrhundert beispielsweise Friedrich Panzer, Alexander Schöppner oder Franz Xaver Schönwerth dem Sammeln von Sagen verpflichtet.
Sagen passen auch in ein touristisches Konzept. Dies zeigt ein Beispiel aus dem Landkreis Ostallgäu. Hier wird an Rad- und Wanderwegen auf lokale Sagenorte hingewiesen und diese dann vor Ort erzählt. Das steigert nicht nur die Attraktivität als Urlaubsort. Damit wird auch verhindert, dass die Sage in der Bevölkerung in Vergessenheit gerät.