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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Demokratie als Modell?

Hans Zehetmair

Der „Arabische Frühling“ hält noch immer die Welt in Atem. Mittlerweile versteht man ihn nicht mehr chronologisch, mit Bezug auf den Jahresanfang 2011. Der Frühling ist umfassender gemeint. Es geht im metaphorischen Sinne um den Aufbruch der arabischen Welt in ein neues Zeitalter. Es geht um die Hoffnung, dass die Arabische Welt ihre bisherigen politisch-sozialen Gebrechen überwinden und durch eine moderne, demokratische, tolerante und pluralistische Gesellschaft ersetzen wird.

In der Tat bieten die Regime-Wechsel in Tunesien, Ägypten und Libyen ein staunenswertes und vor allem unerwartetes Bild von geradezu jugendfrischer Dynamik. Diesen Vorgängen gibt man gerne den Kredit, sie als frühlingshafte Vorboten noch viel weiter gehender Befreiungsleistungen zu sehen. Da wir im Westen unsere demokratische Staatsform als die historische Krönung des Ausgleichs zwischen persönlicher Freiheit und staatlichem Ordnungsbedürfnis verstehen, wünschen wir auch den siegreichen arabischen Revolutionären, sie mögen mit ihrem „Frühling“ den entscheidenden Punkt erreicht haben, von dem aus sie den Weg zur Demokratie einschlagen können.

Solche Wünsche zeugen davon, dass in Europa die Hochschätzung der Demokratie als gesichert angesehen werden darf. Ihre Erfüllbarkeit in der arabischen Welt stößt sich hingegen an mancherlei Realitäten. Diese sind ihrerseits so vielschichtig, wie es dieser Weltteil sein muss, nach all den historischen Entwicklungen, die er im Unterschied zu Europa durchgemacht hat.

Besonders häufig warnt man hierzulande pauschal vor den Gefahren des Islamismus. Bei aller Berechtigung und Mahnung zur Wachsamkeit sollten wir in Europa allerdings nicht vergessen, dass der Islam zur Seele der arabischen Welt gehört. Der „Arabische Frühling“ ist deshalb auch ein guter Test für unsere religiös-weltanschauliche Toleranz, die doch eine der edelsten Früchte der europäischen geistig-politischen Entwicklung darstellt.