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Frankfurter Stipendiaten zu Gast in Heidelberg

Alte Brücke in Heidelberg (Foto: Heidelberg Marketing GmbH)
Alte Brücke in Heidelberg (Foto: Heidelberg Marketing GmbH)

Zusammenkommen zu Stadtrundgang und Glühwein
Am 12. Dezember 2008 folgten Mitstipendiaten der Hochschulgruppe an der Universität Mainz-Frankfurt unserer Einladung und wir durften sie auf der historischen Alten Brücke in Heidelberg willkommen heißen.

Unser Vertrauensdozent Prof. Dr. Hans-Peter Meinzer begrüßte alle Stipendiaten und gab uns in Zusammenarbeit mit unserer Mitstipendiatin Julia von Schnurbein einen interessanten Abriss der Heidelberger Stadtgeschichte. Dabei hatten wir das Heidelberger Schloss immer fest im Blick. Zur Versüßung gab es den berühmten Heidelberger Studentenkuss, eine Schokoladenspezialität.

Nach Professor Meinzers Einführung machten wir uns auf den Weg in die Altstadt, um der Stadtführung unserer Mitstipendiatin Julia von Schnurbein zu folgen. In Auszügen:

Stipendiaten aus Heidelberg und Frankfurt mit dem Vertrauensdozenten Prof. Meinzer (Bildmitte re.)
Stipendiaten aus Heidelberg und Frankfurt mit dem Vertrauensdozenten Prof. Meinzer (Bildmitte re.)

 "Die Heidelberger Altstadt wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört, dennoch liegt keine mittelalterliche Stadt vor uns. Vielmehr wurde die Stadt im Erbfolgekrieg 1689 zwischen Frankreich und der Pfalz bis auf die Grundmauern zerstört und fiel im 18. Jahrhundert zum Teil noch einmal dem Feuer zum Opfer. Die Innenstadt Heidelbergs ist also etwa 300 Jahre alt.

Die Heiliggeistkirche bildet das Zentrum auf dem Marktplatz. Früher wie heute sind Verkaufsstände in die Außenmauer der Kirche integriert. Markierungen zur Abmessung von Brotlaibern an der Mauer zeugen von der langjährigen Markttradition. Die Heiliggeistkirche wurde lange Zeit von beiden Konfessionen, katholisch wie evangelisch, beansprucht. Da keiner nachgeben wollte oder konnte, bauten die Heidelberger eine Mauer quer durch die Kirche und teilten sie in zwei Hälften. Erst im 20. Jahrhundert wurde die Mauer in der Kirche abgerissen und die ganze Kirche den evangelischen Christen zugesprochen.


Der Blickfang in der Stadt ist das Heidelberger Schloss, das etwas erhöht über der Stadt liegt. Heute sieht man nur noch Teile des einst prächtigen Baus, der in fast 300 Jahren Bauzeit entstanden war. Die Kurfürsten Pfalzgraf bei Rhein wohnten und herrschten hier bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts.


Das älteste Gebäude ist der Ruprechtsbau, der zwischen 1400-1410 entstand und von Ruprecht I. gebaut wurde. Er war der einzige König, der je in Heidelberg lebte. Weiter berühmte Kurfürsten sind Ottheinrich, der nicht nur in Heidelberg einen der ersten Renaissancebauten nördlich der Alpen baute, sondern auch in Neuburg an der Donau eine Festung errichtete. Bekannt ist auch Kurfürst Friedrich V., der als Winterkönig von Böhmen in die Geschichte einging und mit der englischen Prinzessin Elisabeth Stuart verheiratet war.


Die bekannteste Person des Schlosses ist jedoch kein Kurfürst, sondern ein Hofnarr. Perkeo, von Wuchse klein, von Durste groß, ist der berühmte kleine Mann, der neben dem weltgrößten Weinfass der Welt bis heute seinen Platz hat."

Das Schloss im Herbst (Foto: Heidelberg Marketing GmbH)
Das Schloss im Herbst (Foto: Heidelberg Marketing GmbH)

Die romantische Altstadt in ihrer winterlich-weihnachtlichen Stimmung beeindruckte unsere Mitstipendiaten aus Frankfurt sichtlich. Bei Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt konnten wir uns aufwärmen und uns innerhalb der Stipendiatengruppen austauschen. In gemütlicher Runde ließen wir den Tag in einem der vielen Studentenlokale ausklingen und führten interessante Gespräche über unser eigenes Studienfach hinaus, zumal wir als Vertreter unterschiedlicher Studienrichtungen bei unserem Hochschultreffen zusammen kamen.

Ein Bericht von Sarah Schlindwein, Sprecherin der Hochschulgruppe Heidelberg.