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Ein deutscher General im Dienste der Vereinten Nationen

Stipendiaten treffen Generalmajor a. D. Manfred Eisele

Am 14. Mai 2009 traf die Stipendiatengruppe der Universität Würzburg mit Generalmajor a. D. Manfred Eisele in den universitären Räumlichkeiten am Wittelsbacher Platz zusammen.  General Eisele war in den neunziger Jahren einer der hochrangigsten deutschen Mitarbeiter im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York.

Er begleitete vom 1994 bis 1998 das Amt des Beigeordneten Generalsekretärs für die Planung und Unterstützung von Friedenseinsätzen. Dabei arbeitete er mit Kofi Annan, dem damaligen Unter-Generalsekretär für Friedenssicherung und späteren UN-Generalsekretär zusammen. Seitdem verbindet beide eine enge Freundschaft. General Eisele ließ die Stipendiaten in das Nähkästchen der höchsten Ebenen der Vereinten Nationen blicken.

Die UN-Headquarters in New York (Djmutex/Wikimedia Commons)

Der Insider deutete die spannenden Verwicklungen, die zur Wahl Kofi Annans zum Generalsekretär der Vereinten Nationen führten; er analysierte die Versäumnisse der Vereinten Nationen in ihrem Bemühen, Frieden zu sichern; und er schätzte die Wahrscheinlichkeit eines deutschen Sitzes im UN-Sicherheitsrat ein. Leider, so der General, würde dem deutschen Ansinnen eine massive italienische Abwehr entgegenstehen.

General Eisele engagiert sich auch heute für Frieden und Sicherheit im Dienste der Vereinten Nationen. So berichtete er uns beispielsweise von seiner Mission nach Sierra Leone im Jahr 2000, die er auf Geheiß Annans leitete. Er führte uns die Konfliktsituation im Land und in seiner Hauptstadt Freetown vor Augen und erklärte den Zusammenhang zwischen dem Bürgerkrieg und dem reichen Diamantvorkommen.

Kindersoldaten, so General Eisele, seien ihm ebenso begegnet wie kindliche Opfer von Greueltaten. Er legte durch seine diplomatischen Bemühungen in Sierra Leone das Fundament für die Stabilisierung der Konfliktsituation und ermöglichte durch die "Eisele-Resolution" den Einsatz von Friedenstruppen in Sierra Leone. Auch im Kongo trug Eisele in den vergangenen Jahren zur Befriedung der Situation bei. Er sensibilisierte beispielsweise die deutschen Truppen für die politischen und kulturellen Besonderheiten im Einsatzgebiet.

UN als Träger von Schutzverantwortung für jeden einzelnen Menschen

Sein Engagement, das wurde den Stipendiaten bewusst, ist deshalb so nachhaltig, weil Herr General Eisele die Fähigkeiten der UN realistisch einschätzt und gleichzeitig für die idealistischen Ziele der UN pragmatisch eintritt.

Im Geiste der Vereinten Nationen appellierte General Eisele zum Ende der Veranstaltung an uns, die Staatenwelt müsse das letzte Vermächtnis seines Freundes, Kofi Annan, verwirklichen: Die Schutzverantwortung der Völkergemeinschaft für jeden einzelnen Menschen, dessen Würde unantastbar sein und bleiben müsse.

Manuela Scheuermann

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