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Podiumsdiskussion über das Bildungssystem in Bayern

Mitglieder der Hochschulgruppe Augsburg beteiligten sich am 5. Mai 2009 an einer Podiumsdiskussion der Jungen Union Augsburg-Land, bei der sich der bayerische Kultusminister und Altstipendiat der Hanns-Seidel Stiftung, Dr. Ludwig Spaenle, zu Fragen der Bildungspolitik im Freistaat äußerte. Dabei stellte er die Bedeutung des dreigliedrigen Schulsystems heraus. Für eine gelingende Erziehung sei es zudem von elementarer Wichtigkeit, den Kindern und Jugendlichen im Rahmen des Unterrichts neben den fachlichen Inhalten auch christliche Werte und gesellschaftliche Normen zu vermitteln.

Religionsunterricht von maßgeblicher Bedeutung

Dr. Ludwig Spaenle
Dr. Ludwig Spaenle

Auf die Eingangsfrage, was er denn von der Entscheidung in Berlin in Bezug auf die Stellung des Religionsunterrichts halte, antwortete Spaenle, dass er diese und ähnliche Entwicklungen mit großer Sorge betrachte. Gerade ein Unterrichtsfach wie Religion trage maßgeblich dazu bei, den Schülern die abendländischen Werte und die christlich geprägte Kultur zu vermitteln. Nur durch solche Kompetenzen werde sichergestellt, dass sich die Heranwachsenden zu verantwortungsvollen und engagierten Mitgliedern unserer Gesellschaft entwickelten und entsprechend ihren Platz darin fänden. Darum werde gerade der Religionsunterricht innerhalb der bayerischen Schullandschaft auch weiterhin eine maßgebliche und entscheidende Rolle spielen, auch wenn benachbarte Bundesländer hier andere Wege beschritten. Gerade diese Eigenständigkeit in Bezug auf Fragen der Bildung habe laut den Aussagen des Kultusministers entscheidend dazu beigetragen, dass Bayern auf diesem Gebiet den deutschlandweiten Vergleich mit anführe und ein Musterbeispiel dafür sei, wie erfolgreiche Bildungs- und Schulpolitik gelingen könne.

Kein Abschluss ohne Anschluss

Hierzu trage auch die Tatsache bei, dass der Grundsatz „Kein Abschluss ohne Anschluss“ nicht nur eine leere Phrase darstelle, sondern durch die Transparenz der Abschlüsse und vor allem auch durch den Ausbau der beruflichen Oberschulen konkret umgesetzt würde. So sei es in Bayern keine Seltenheit, dass ein Absolvent der Hauptschule über Berufsausbildung und zweiten Bildungsweg am Ende über einen Hochschulabschluss verfüge. Die Statistiken belegten, dass inzwischen über 40 Prozent aller Studierenden an bayrischen Universitäten und Fachhochschulen nicht mehr die klassische Gymnasiallaufbahn absolviert haben. Gerade deshalb sei es auch wichtig, den Blick verstärkt auf die Hauptschulen und deren Arbeit zu richten, so Spaenle. Denn gerade hier würden entscheidende Weichen für den beruflichen Werdegang der Schüler gestellt und gerade auch praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt.

Auf die Frage von Stipendiatensprecher Bernd Udo Rochna, wie denn der Beruf des Hauptschullehrers noch attraktiver gestaltet werden und so das Interesse von Studierenden und Abiturienten wecken könnte, antwortete Spaenle, dass sich diesbezüglich auch eine Veränderung innerhalb der öffentlichen Berichterstattung vollziehen müsste. Die Medien übermittelten ein überwiegend negatives Bild der Hauptschule.

Bernd Rochna, Altstipendiatin Katrin Poleschner, Dr. Ludwig Spaenle
Bernd Rochna, Altstipendiatin Katrin Poleschner, Dr. Ludwig Spaenle

Insgesamt sprach sich Dr. Ludwig Spaenle klar für den Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems aus, da nur dadurch gewährleistet sei, dass jede Schülerin und jeder Schüler die nach seinen Fähigkeiten angemessene Ausbildung erhalte und so ideal für das zukünftige Berufsleben vorbereitet werde. Durch die schon erwähnten Möglichkeiten der Weiterbildung und des Wechselns zwischen den Schularten bleibe zudem garantiert, dass niemand auf eine einmal getroffene Entscheidung hin unabänderlich in einer bestimmten Schullaufbahn verhaftet bliebe. Auch zu einem späteren Zeitpunkt könne noch die Entscheidung für einen höherwertigen Bildungsabschluss getroffen werden.

Die anwesenden Mitglieder der Hochschulgruppe Augsburg bat der Minister im persönlichen Gespräch, den Geist der Hanns-Seidel-Stiftung weit in die universitäre Landschaft zu tragen und damit auch auf dieser Bildungsebene christliche Werte aktiv vorzuleben und weiterzugeben.

Bericht: Bernd Rochna
Fotos: HSS-Stipendiatengruppe Augsburg

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