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Fachforum Physik/Ingenieurwissenschaften 2007: Was kommt nach dem Öl?

Die Teilnehmer des Fachforums (Bild: Langwieder/Kirchleitner)
Die Teilnehmer des Fachforums (Bild: Langwieder/Kirchleitner)

Eine Zusammenfassung von den Fachhochschulstipendiaten Michaela Langwieder und Daniel Kirchleitner
Spätestens seit der Veröffentlichung des UN-Klimaberichtes 2007 ist die Energieversorgung der Zukunft zunehmend in den Mittelpunkt der Medien gerückt. Die Bundesregierung hat sich im Rahmen des G8-Gipfels dazu verpflichtet, die CO2 Emissionen von 1990 bis 2020 um 40 % zu reduzieren. Die Wirtschaft und die Politik stehen jedoch nicht nur vor der Aufgabe, die CO2 Emissionen zu verringern. Auch muss der komplette Energiehaushalt reformiert werden, da immerhin der größte Energieanteil durch Öl gedeckt wird, welches in den nächsten Jahrzehnten zur Neige geht. Dieses Problem beginnt nicht erst, wenn die Reserven erschöpft sind, sondern schon ab dem Zeitpunkt, zu dem die Rohstoffe immer knapper und damit unbezahlbar werden. Inwieweit die technischen Möglichkeiten mittlerweile fortgeschritten sind und was in Zukunft möglich sein kann, sollte im Rahmen dieses Fachforums aus dem Bereich Physik/Ingenieurwissenschaften vom 26. bis 27. Oktober 2007 in Kloster Banz beleuchtet werden. Besonders interessant waren die unterschiedlichen Sichtweisen, da Referenten aus Wirtschaft, Politik und Forschung gewonnen werden konnten.

Dietrich Schirm, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie (Abteilung Energie, Rohstoffe und Wettbewerb, München) erörterte die "Zukunft der Energieversorgung aus Sicht der bayerischen Staatsregierung". Ziel der bayerischen Energiepolitik sei die Sicherstellung der Energieversorgung für alle Menschen. Preisgünstigkeit und Umweltverträglichkeit müssen gewährleistet werden. Dies sei angesichts des steigenden Energiebedarfs und der Verknappung der Ressourcen eine schwer lösbare Aufgabe. Auch eine Energieversorgung ohne Kernkraft sei derzeit nur bedingt möglich. Würde man in den nächsten 20 Jahren auf Kernkraft verzichten, wäre eine Zunahme des CO2 Ausstoßes von über 13 % unumgänglich. Die bayerische Energiepolitik habe sich daher große Ziele gesetzt: Klimaschutz und Energiesparen sollen weiterhin verstärkt und unterstützt werden. Man hoffe, die erneuerbaren Energien weiter auszubauen zu können (Bayern hat deutschlandweit eine Vorreiterposition, liegt EU-weit jedoch weit abgeschlagen), ohne die Strompreise zu sehr in die Höhe zu treiben. Im Anschluss nutzten die Stipendiaten und Altstipendiaten die Gelegenheit, Fragen an den Referenten zu stellen und zu diskutieren.

Fachforumssprecher Markus Deim und Prof. Achim Dittmann (Bild: Langwieder/Kirchleitner)
Fachforumssprecher Markus Deim und Prof. Achim Dittmann (Bild: Langwieder/Kirchleitner)

Der Samstag begann mit einem Vortrag von Prof. Dr.-Ing. habil. Achim Dittmann, kommissarischer Leiter der Professur für Energiesystemtechnik und Wärmewirtschaft an der Technischen Universität Dresden: "Technische Möglichkeiten der zukünftigen Energieversorgung". Es wurde deutlich, dass es noch sehr schwierig ist, effiziente, sichere, kostengünstige und am besten noch CO2-freie Möglichkeiten zur zukünftigen Energieversorgung zu finden. Besonderes Augenmerk wurde auf den Stand der konventionellen Krafttechnik und deren zukünftige Entwicklungen wie z. B. der Kraft-Wärme-Kombinationen gerichtet. "Kohle und Kohlekraftwerke werden weltweite Bedeutung behalten"(Prof. K. Häge). Auch die Entwicklung von CO2-freien Kraftwerken laufen auf Hochtouren. Pre Combustion (durch RWE gebaut), Oxyfuel (Vattenfall) und Post Combustion sind Möglichkeiten für CO2-freie Kraftwerke, welche in den Startlöchern stehen.

Ein anderer wichtiger Punkt war die "Schwellentechnologie" für Kraft- und Heizkraftwerke, die Brennstoffzelle. Diese stellt jedoch lediglich eine Option für dezentrale - jedoch nicht für eine landesweite Energieversorgung - dar, bei der nicht nur die Investitionskosten sehr hoch sind, sondern auch der benötigte Wasserstoff zuvor aus Erdgas (meist Methan) gewonnen werden muss.

Den Auftakt zur Vortragsreihe am Nachmittag bildete Dr. Peter Menke, Siemens AG. Menke betrachtete in seinem Vortrag bisher nicht erörterte Probleme bezüglich der zukünftigen Energieversorgung. Die Energieerzeugung einerseits stellt uns in Deutschland vor eine große Herausforderung, wie auch die intelligente Verteilung und Nutzung der Energie andererseits. Diese These lässt sich durch die Verschiebung der Kraftwerksstandorte nach Nord- bzw. Nordwest-Deutschland begründen. Auch erneuerbare Energiequellen spielen eine große Rolle in dieser Thematik. Beispielsweise werden durch Windkraft zu bestimmten Zeiten große Mengen an elektrischer Energie erzeugt und paradoxerweise nur wenig genutzt. Abschließend referierte Menke über innovative Übertragungs- und Nutzungstechnologien der elektrischen Energie aus dem Hause der Siemens AG, die zu Lösungen der beschriebenen Probleme führen.

"Biomasse als Energieträger - Herausforderungen heute und morgen" war Thema des abschließenden Vortrags von Matthias Gaderer, ZAE Bayern. Die Zuhörer erhielten einen Überblick über die sehr vielfältigen Möglichkeiten der energetischen Verwertung von Biomasse. Unter dieses Themengebiet fällt sowohl die Herstellung von Treibstoff aus Pflanzen, als auch die Verfeuerung und Vergasung von Holz, um nur ein paar Verfahren zu nennen. Gaderer beleuchtete aber auch sehr kritisch die negativen Seiten der Biomasse-Nutzung. Zu vermeiden sei ein Raubbau an der Natur, nur um einen möglichst großen Teil des Energiebedarfs durch nachwachsende Rohstoffe zu decken. Dennoch verfügt die Energiegewinnung aus Biomasse über ein hohes Potential; allein in Deutschland ist es möglich, 10 % des gesamten Primärenergiebedarfs (bei derzeitigen 1,5 %), damit zu decken.

Die neuen und alten Fachforumssprecher (Bild: Langwieder/Kirchleitner)
Die neuen und alten Fachforumssprecher (Bild: Langwieder/Kirchleitner)

Bei der abschließenden Feedback-Runde zum Fachforum zeichnete sich eine durchwegs positive Meinung ab. Getreu dem Thema "Energieversorgung 2050: Was kommt nach dem Öl?" wurden die Teilnehmer durch die Referenten exzellent über die zukünftige Energiesituation informiert. Folglich werden wieder alle Teilnehmerplätze belegt sein, wenn die neu gewählten Fachforumssprecher Florian Schlosser (Fachhochschule Reutlingen) und Andreas Hartmann (Universität Augsburg) zum nächsten Fachforum im Herbst nächsten Jahres einladen.