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 Referat IV/2 Hochschulförderung (HAW) und Promotionsförderung
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Brüssel - Metropole Europas zwischen EU und NATO

Aufbauakademie führt Stipendiaten in Europas Hauptstadt

Der Grand' Place in Brüssel

"Wer internationale Politik verstehen will, muss nach Brüssel reisen". Unter dieser Prämisse hielten sich 26 Stipendiaten der Hanns-Seidel-Stiftung im Rahmen eines Kooperationsseminars mit zwei Jugendoffizieren aus München und Kempten sowie 15 Referendarinnen des Studienseminars der staatlichen Realschule Sophie La Roche in Kaufbeuren vom 4. bis 8. Oktober 2009 in der Hauptstadt Europas auf. Einen ersten Vorgeschmack auf die Thematik erhielten die Teilnehmer bereits auf der Busfahrt im Rahmen von Arbeitsgruppen und Impulsreferaten.

Vor dem Sitz der Bayerischen Vertretung in Brüssel

In einem ersten Block konnten sich die Seminarteilnehmer dann vor Ort in Gesprächen mit hochrangigen Vertretern aus dem Umfeld der EU-Politik von der Notwendigkeit des "Netzwerkes Brüssel" überzeugen. So diskutierte man sehr intensiv mit dem Vorsitzenden der CSU-Europagruppe, Markus Ferber, MdEP, die aktuellen politischen Entwicklungen und Herausforderungen auf europäischer Ebene. Ergänzt wurden die Erfahrungen durch Gespräche mit Lobbyisten und Medienvertreter sowie NGOs. Schließlich wurde in der geographisch zentral gelegenen Vertretung des Freistaates Bayern bei der EU vom dortigen stellvertretenden Leiter, Heinz Koller, aufgezeigt, welche konkreten Anstrengungen die Bayerische Staatskanzlei vor Ort unternimmt, um die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessen des Landes bei der EU zu wahren, ohne dabei die Gefahr des Separatismus heraufzubeschwören. Und dabei stellte sich heraus: Die Marke Bayern hat in Brüssel Gewicht!

Zweiter Schwerpunkt im Rahmen der Veranstaltung war das Thema Sicherheitspolitik, denn auch die NATO hat ihren Sitz in Brüssel. Dabei wurde neben der Rolle Deutschlands in EU und NATO auch die internationale militärische Zusammenarbeit im Bündnis näher beleuchtet. Ergänzt wurden die Eindrücke vor Ort durch den Besuchs in SHAPE (Supreme Head Allied Powers Europa) bei Mons, der obersten operativen Ebene der NATO in Europa. Seit einigen Jahren ist dort auch die EU mit den NATO-Strukturen personell vernetzt, um bei Bedarf kooperativ NATO-Missionen ergänzen zu können. Im Zuge des gewünschten Erkenntnisgewinns wurden dabei abstrakte politische Kürzel wie GASP (Gemeinsame Außen - und Sicherheitspolitik) oder ALTHEA etc. von qualifizierten Referenten umfassend inhaltlich gefüllt. Daneben besitzt Europa für seine eigenständigen Handlungsspielräume zusätzlich eine qualifizierte Beratungsplattform, die im Rat der Europäischen Union für den hohen Kommissar für die Außen- und Sicherheitspolitik seit Jahren regelmäßig sicherheitspolitisch relevante Themen bearbeitet.

Besuch der AWACS-Flotte auf der NATO-Airbase Geilenkirchen

Den internationalen Charakter der Veranstaltung dokumentierten Gesprächspartner aus Deutschland und Schweden sowie aus den Niederlanden und aus Russland. Den sicherheitspolitischen Teil der Veranstaltung rundete der Besuch auf der NATO-Airbase Geilenkirchen mit dem Besuch der AWACS-Flotte ab.

Für das Verständnis Brüssels als "europäischer Nabel der Welt" war es daneben auch erforderlich, im Rahmen einer Stadtführung wichtige Informationen zu Kultur und Geschichte zu erhalten. Nicht nur das Gestern prägt(e) diese Stadt, sondern besonders das pulsierende Heute mit der Perspektive für ein hoffentlich friedvolles Morgen. Da die "Liebe (zu einer Region) bekanntlich durch den Magen geht", trugen auch kulinarische Erfahrungen dazu bei, noch mehr Affinität für Europa zu entwickeln.

Abschließend fuhren die Seminarteilnehmer nach dem Besuch des eindrucksvollen Erster Weltkrieg-Museums im Ieper mit der Erkenntnis nach Hause: Heute greift man zur Konflikt- und Problemlösung nicht mehr primär zu den Waffen und legt dabei einen Kontinent in Schutt und Asche. Im Wissen um die Europäische Schicksalsgemeinschaft setzt man vielmehr auf den friedlichen Dialog. Insofern macht es Sinn, lieber miteinander als nur übereinander zu sprechen!

Und wenn nun in absehbarer Zeit auch Tschechien den Lissabon-Vertrag abzeichnen wird, kann Europa endlich auch auf handlungsfähigen Füßen stehen.