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Referat IV/2 Hochschulförderung (HAW) und Promotionsförderung
Dr. Rudolf Pfeifenrath
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Macht der Bilder - Bilder der Macht
Zu allen Zeiten haben es Machthaber und Demagogen verstanden, den Menschen ihren Willen aufzuzwingen. Waren es anfangs noch brachiale Mittel der Gewalt, so hat sich schon bald herauskristallisiert, dass subtilere Formen der Beeinflussung bei der Zielgruppe weit mehr bewirken können und dabei kaum als verdeckte Mittel der Manipulation erkannt werden. Im Rahmen ihrer ideellen Förderung beschäftigten sich 34 Stipendiaten vom 11. bis 13. September 2009 in Wildbad Kreuth auf einer Grundakademie exemplarisch mit Formen medialer Beeinflussung.
Die Teilnehmer wurden anhand konkreter Beispiele und in Workshops mit erfolgversprechenden Mitteln der Bildbeeinflussung vertraut gemacht. Es wurde gezeigt, wie Bilder in der Evolution des Menschen auch als Mittel nonverbaler Kommunikation benutzt wurden.
Am Beispiel der alten Ägypter wurde verdeutlicht, wie vor etwa 5000 Jahren in einer der ersten Hochkulturen der Menschheit Bilder als magische Elemente des Totenkultes, als politische Programmatik und als Symbol und Legitimation von Herrschaft genutzt und von der Bevölkerung auch verstanden wurden.
In der Neuzeit instrumentalisierte man dann Bilder auch unter dem Deckmantel der Kunst als politische Waffe: Am Beispiel der Analyse der beiden großen Kunstausstellungen 1937 in München konnten die Teilnehmer die von den damaligen Machthaber seinerzeit definierte "deutsche Kunst" im Gegensatz zur sogenannten "entarteten Kunst" näher beleuchten. Dabei wurden die beiden divergierenden Kunstdefinitionen auch als politische Positionen einander gegenüber gestellt.
Am Beispiel des Künstlers Arno Breker (1900-1991) wurde exemplarisch verdeutlicht, welchen künstlerischen und politischen Weg der von den Nationalsozialisten mit unbeschränkten Hilfsmitteln geförderte Protagonist der "deutschen Plastik" von den Dreißiger Jahren bis zu seinem Tode 1991 ging. Im Gegensatz zu den ehemaligen Haus- und Hof-Regisseuren Leni Riefenstahl und Veit Harland gelang es Breker jedoch, in der neuen demokratischen Nachkriegsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland weiterhin anerkannt künstlerisch wirken zu können und dabei nicht als Steigbügelhalter des Unrechtsstaates verfemt zu werden.
Beeinflussung in Film und Fernsehen

- Szene aus der TV-Show "Das Millionenspiel" (Bild: Westdeutscher Rundfunk, Köln)
Die Reality-Show "Big Brother" hatte ihr Vorbild bereits im Jahr 1970. In der WDR-Produktion "Das Millionenspiel" wurde zu diesem frühen Zeitpunkt medial die völlige Preisgabe gesellschaftlicher Tabus anschaulich thematisiert. "Laufen Sie eine Woche um ihr Leben" - verfolgt von einer Killerbande und dabei natürlich perfekt inszeniert und begleitet von Kameras für die Live-Einblendungen zur besten Samstagabend-Sendezeit! "Wenn Sie dann am Ende tatsächlich überleben, erhalten Sie eine Million Mark, wenn aber nicht werden die Jäger fürstlich belohnt." Für Emotionen blieb dabei kein Raum. Wie realistisch diese Show medial präsentiert wurde, zeigte die große Nachfrage von potentiellen Todeskandidaten!
Die politische Karikatur
Besonders heute begleiten Bilder aller Art unsere Gesellschaft. In der zunehmenden medialen Berieselung kommt dem Bild als nicht zu unterschätzender Machtfaktor besonders in der politischen Karikatur eine besondere Aufgabe zu. Diese Kunstform beinhaltet eine besondere Sprengkraft. Grundlage für das Verständnis der Reichweite der politischen Karikatur sind dabei die gängigen Zeichencodes, die man lernen und verstehen muss. Wer dabei die Intention des Karikaturisten begreift, kann seine ästhetische Wirkung erkennen und seine politische Aussage bewerten. Aber auch dieses Medium kann Tabugrenzen sprengen, wie die Aufregung um die dänischen Mohammed-Karikaturen gezeigt hat.

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