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Hanns-Seidel-Stiftung im Web 2.0

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 Referat IV/2 Hochschulförderung (HAW) und Promotionsförderung
Dr. Rudolf Pfeifenrath
Tel.: 089 1258-302  | Fax: -403
E-Mail: pfeifenr@hss.de

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Rollenspiel "EuroNet"

Die Einheit Europas war ein Traum weniger. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle.“ (Konrad Adenauer)

EURONet ist eine Simulation, in dessen Verlauf sich die Teilnehmer intensiv mit aktuellen Fragestellungen der Europapolitik beschäftigen und dabei erfahren, "wie Europa funktioniert". Durch die Übernahme von Schlüsselrollen erleben sie unmittelbar den Prozess der Meinungsbildung, Entscheidungsfindung und Durchsetzung auf europäischer Ebene. Eigene Recherchen, das Erarbeiten von Stellungnahmen und Positionen, das Führen von Verhandlungen und die Präsentation der Arbeitsergebnisse erfordern Engagement, Teamgeist und Kreativität.

Stipendiaten der Hanns-Seidel-Stiftung diskutierten vom 27. bis 29. November 2009 in Wildbad Kreuth in einem Rollenspiel einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine. Manuela Gehr, Theresa Hellmuth und Verena Kleiner vom "Presseteam" schildern ihre Erfahrungen:

Die Diskussionsrunde
Die Simulationsleiter Ingo Strehl und Peter Fuss (von links)

Folgende Positionen wurden vergeben:

  • Rat der EU, gebildet aus den Mitgliedsländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich und Polen
  • Europäisches Parlament, gebildet aus den Parteien „Europäische Volkspartei“, „Sozialdemokratische Partei Europas“ und „Die Grünen“
  • Europäische Kommission
  • Hohe Beauftragte für Außen- und Sicherheitspolitik
  • Delegation Ukraine
  • Delegation Russland
  • Greenpeace
  • Presseteam

Zunächst erarbeiteten die einzelnen Teams ihre Funktion und Stellung innerhalb der Europäischen Union, die im Plenum in einem Kurzvortrag vorgestellt wurden. Wie jedes Gremium zum Beitritt der Ukraine steht, wurde in Gruppen recherchiert, aufbereitet und vor allen Teilnehmern präsentiert. Diese Stellungnahmen bildeten die Grundlage für eine anschließende Talkrunde, in der die wichtigsten Akteure miteinander diskutierten und debattierten.

Die Aufgabe des Presseteams bestand darin, die Verhandlungen zu verfolgen und zu kommentieren. In selbstgestalteten morgendlichen und abendlichen Nachrichtenblöcken sowie in Eilmeldungen wurde ein Überblick über das Tagesgeschehen gegeben und über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Europäischen Union informiert.

Im Laufe der Simulation zeigte sich, dass die Positionen der verschiedenen Akteure auseinanderklafften. Österreich, Italien, Polen und Greenpeace sprachen sich für eine Aufnahme der Ukraine aus und bildeten somit die konträre Position zu Russlands strikter Ablehnung. Großbritannien nahm in den Verhandlungen eine neutrale Stellung ein. Alle anderen Gremien sprachen sich gegen eine kurzfristige Eingliederung aus, beteuerten aber ihre Unterstützung der Ukraine, um gegebenenfalls eine Aufnahme zu einem späteren Zeitpunkt zu ermöglichen. Als Kompromiss stellten sie eine „Privilegierte Partnerschaft“ in Aussicht.

Nach langen Verhandlungen aller Beteiligten wurde vom Rat der EU die Entscheidung gefällt, die Ukraine nicht aufzunehmen, da dies im Sinne der europäischen Bevölkerung sei. Dies bestätigte sich ebenfalls durch eine Umfrage des Presseteams, bei der alle Gäste des Bildungszentrums in Wildbad Kreuth befragt wurden.

Aufgrund der interaktiven Seminargestaltung war jeder Teilnehmer gefordert, einen aktiven Beitrag zum Erfolg der Simulation zu leisten, was aufwändige Recherchearbeiten und Präsentationsvorbereitungen bedeutete. Alle Stipendiaten setzten sich intensiv mit der Thematik auseinander. Der Lernerfolg der Veranstaltung für die Beteiligten war beachtlich. Europäische Politik ist ein ganzes Stück verständlicher geworden.