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"Die Menschen verführen" - über die Kunst, ein Opernhaus zu leiten

Nikolaus Bachler (Foto: Christian Kaufmann)
Nikolaus Bachler (Foto: Christian Kaufmann)
Das Nationaltheater in München (Foto: Wilfried Hösl)
Das Nationaltheater in München (Foto: Wilfried Hösl)
Im Konferenzzentrum München
Im Konferenzzentrum München
Nikolaus Bachler, Franz Niedermaier
Nikolaus Bachler, Franz Niedermaier
Christof Botzenhart, Nikolaus Bachler, Franz Niedermaier
Christof Botzenhart, Nikolaus Bachler, Franz Niedermaier

Wer die Bedeutung der Kulturstadt München abschätzen will, der sehe sich die Vita von Nikolaus Bachler an. Der Kulturmanager aus Österreich war künstlerischer Direktor an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin, Producteur artistique von Taller Europe Paris, Intendant der Wiener Festwochen (1991-1996), Direktor der Volksoper Wien (1996-1999) und seit 1999 als Nachfolger von Claus Peymann Direktor des Wiener Burgtheaters. Er hatte ein Angebot aus den USA – und er entschied sich, im vergangenen Jahr nach München zu kommen, um mit dem Beginn der Spielzeit 2008/2009 die Intendanz der Bayerischen Staatsoper zu übernehmen.

Unter dem Thema "Die Menschen verführen" berichtete er im Rahmen eines Kulturgesprächs am 11. Mai 2009 "über die Kunst, ein Opernhaus zu führen", und ein wenig verführte er mit seinem fesselnden Einblick in die Welt der Kultur auch die zahlreichen Zuhörer im Konferenzzentrum der Hanns-Seidel-Stiftung.

"Oper ist ein Metier von gestern"

„Oper ist ein Metier von gestern“, machte der studierte Schauspieler Bachler unmissverständlich deutlich – um sogleich auszuführen, warum die Oper ein Krisengewinner ist und eine gute Zukunft vor sich hat. Anders als Bildende Kunst oder Literatur seien Bühnenstücke dafür geschaffen, so Bachler, stets neu interpretiert und fortgeschrieben zu werden. Die Oper sei kein Museum, sondern habe die Aufgabe, „den Gehalt des Werkes auf die Höhe der Zeit zu bringen“. Dass ihm dies in seiner ersten Spielzeit gelungen ist, zeigt das Publikumsinteresse.

Opernhäuser als Identitätsstifter und Symbol für das Gemeinwesen

In der gemeinsamen Veranstaltung des Clubs der Altstipendiaten (CdAS) und der Hanns-Seidel-Stiftung, die von Altstipendiat Franz Niedermaier organisiert und moderiert wurde, ging es aber auch um den Wert der Kultur als solches und um die Bedeutung der Kulturförderung. „Es gibt weltweit keinen Kulturbetrieb ohne Subventionen“, führte Bachler aus und beschrieb, dass Opernhäuser nicht nur in München ein Identitätsstifter und Symbol für das Gemeinwesen darstellen. Dass sie sich auch zum Standortvorteil eignen, belegten Studien, die einen gesamtwirtschaftlichen Nutzen einer solchen Institution errechneten, die um ein Vielfaches höher als die staatlichen Fördergelder für sie herausstellten.

Auch Opernhäuser müssen mit der Zeit gehen, weiß Nikolaus Bachler und arbeitet an einigen innovativen Projekten abseits der klassischen Oper – man darf gespannt sein auf Inszenierungen, die wohl abermals den Kulturbetrieb über die Grenzen Münchens hinaus aufrütteln werden.

Bericht: Heiko Richter