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Der Euro ist alternativlos

„Die Rolle des Euro in der internationalen Währungsordnung“ war das Rahmenthema des 2. Gemeinsamen Treffens aktiver HSS-Stipendiaten mit dem Club der Altstipendiaten (CdAS) am 4. Dezember 2010 im Konferenzzentrum München. Die Organisatoren um CdAS-Vorstandssprecher Dr. Christof Botzenhart und dem Leiter des Förderungswerks der Hanns-Seidel-Stiftung, Prof. Hans-Peter Niedermeier, hatten mit Bundesfinanzminister a. D. Dr. Theo Waigel einen der maßgeblichen Väter des Euro als Festredner gewinnen können.

Theo Waigel fesselte das junge Publikum mit seinen Ausführungen zur Geschichte und Bedeutung des Euros.

„Wo stünden wir heute ohne gemeinsame europäische Währung?“, fragte Waigel gleich zu Beginn seines Vortrags. Die Antwort fiel deutlich aus und setzte der verbreiteten Euro-Skepsis einen deutlichen Kontrapunkt entgegen: Kein Land, so der CSU-Ehrenvorsitzende, profitiere von der gemeinsamen Währung so sehr wie Deutschland, das einen großen Teil seines Wirtschaftswachstums aus dem Export generiert. Große Währungsschwankungen und stark abweichende Wirtschaftsdaten innerhalb Europas machten die Wirtschaft in Vor-Euro-Zeiten unberechenbarer. Das Europäische Währungssystem (EWS) sollte feste Wechselkurse garantieren, doch über 20 Mal hatten Mitgliedsländer ihre Währungen abwerten müssen, mit weitreichenden innen- und außenpolitischen Folgen.

Zum Vortrag erschienen etwa 150 Alt-/Stipendiaten der Hanns-Seidel-Stiftung

Waigel nahm die Zuhörer mit hinter die Kulissen der Bonner und Brüsseler Politik, berichtete vom Ringen um den Stabilitäts- und Wachstumspakt in den 1990er-Jahren, von der Bedeutung gemeinsamer europäischer Zielvorgaben und von diplomatischen Schachzügen bei der Einführung des Euro. Die Deutsche Mark hätte die jüngste Krise kaum bewältigen können, so Waigel. Eine Alternative zur gemeinsamen Währung gebe es nicht: „Der Euro ist ein wichtiger Baustein eines geeinten Europas und damit einer Welt des Friedens.“

Die Regierungen hätten nach der jüngsten globalen Finanzkrise richtig gehandelt, war sich Waigel sicher. „Aber wir hätten den Menschen deutlicher sagen müssen, wie kritisch die Lage war und welche Folgen das hat.“ Nun müsse die Haushaltskonsolidierung allerorten an erster Stelle stehen – ein Appell auch an die deutsche Regierung. „Echte Strukturreformen sind notwendig, um Generationengerechtigkeit herzustellen, und Deutschland muss hier eine Führungsrolle übernehmen.“ Die Finanzhilfen für verschuldete EU-Staaten verteidigte der Finanzexperte  ausdrücklich, wenn sie mit harten Restriktionen verbunden sind. „Hilfe Zug um Zug“, so sein Credo, dazu gehörten eine unabhängige Kontrolle durch den IWF und stärkere Automatismen wie das Einfrieren des Stimmrechts der Mitgliedsstaaten auf europäischer Ebene.

Der Vortrag des Ehrengastes lieferte genug Stoff zum Gedankenaustausch zwischen HSS-Stipendiaten und CdAS-Mitgliedern. Das persönliche Gespräch suchten die rund 150 Teilnehmer rege und nutzten die Gelegenheit zur Erweiterung ihres persönlichen Netzwerks.