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Die EU sucht Beamte - wie findet sie mich?

Kooperationsseminar zum europäischen Personalauswahlverfahren "Concours"

Die europäische Einigung hat den Bürgern der EU viele Vorteile gebracht und zahlreiche Chancen eröffnet. Dass eine dieser Chancen eine Karriere als EU-Beamter sein kann, ist aber noch nicht allgemein bekannt. Daher hatte es sich das Förderungswerk der Hanns-Seidel-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Aufgabe gemacht, in einem neu konzipierten Europa-Seminar Einblicke in die Personalauswahlverfahren der europäischen Institutionen zu gewähren und die sich daraus ergebenden vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten in Brüssel, Straßburg und Luxemburg näher zu betrachten.

Die eintägige Veranstaltung am 17. April 2010 im Konferenzzentrum in München war schon allein deswegen hochaktuell, da derzeit ein neues Auswahlverfahren („Concours“) angelaufen ist, an dem alle Bürger der 27 EU-Mitgliedsstaaten unter bestimmten Voraussetzungen teilnehmen können. Zahlreiche Stipendiaten und Altstipendiaten der Konrad-Adenauer- und der Hanns-Seidel-Stiftung waren daher der Einladung nach München gefolgt.

Ein hochkarätiges Referententeam berichtete aus erster Hand von den beruflichen Chancen auf EU-Ebene: Dr. Paul Engstfeld ist ehemaliger Abteilungsleiter im Europäischen Parlament und war an zahlreichen Personalauswahlverfahren auf EU-Ebene als Jurymitglied vertreten, Rainer Schwarzer ist ehemaliger Referatsleiter in der Europaabteilung der Bayerischen Staatskanzlei und hatte stets eng mit europäischen Institutionen zusammengearbeitet.

Das Teilnehmerfeld der Stipendiaten und Altstipendiaten bei der Veranstaltung war sehr heterogen. Geisteswissenschaftler, Betriebswirte und Naturwissenschaftler waren gleichermaßen vertreten wie Juristen oder Tiermediziner. Ebenso heterogen sind auch die Betätigungsfelder bei der EU.

Rainer Schwarzer widmete sein Referat am Vormittag zunächst Inhalten über die EU-Institutionen, Status quo und Zukunft des Erweiterungsprozesses sowie der Euro-Zone. Da im Rahmen des neu konzipierten Concours dieses Wissen über die EU nicht mehr im Rahmen der Vorauswahl abgeprüft werde, sei es für die späteren Auswahlrunden umso bedeutsamer, so Schwarzer.

Dr. Paul Engstfeld stellte Voraussetzungen und Ablauf des diesjährigen Concours vor. Als die größte Hürde bezeichnete er den Vorauswahltest, der aus vier Multiple-Choice-Aufgabengruppen zu sprachlogischem und abstraktem Denken, Zahlenverständnis und situationsbezogenem Urteilsvermögen bestehe. Aus derzeit registrierten gut 50.000 Bewerbern werden nur die 990 Besten aus den Vorauswahltests zu einem Assessment-Center in Brüssel eingeladen. Am Ende bleiben circa 330 Bewerber übrig, die für die Reservelisten zugelassen werden. Besonders für deutsche Staatsbürger, die es auf diese Liste schaffen, seien die Einstellungschancen exzellent, da Deutsche in den EU-Institutionen noch etwas unterrepräsentiert seien.

Beide Referenten wiesen abschließend darauf hin, dass eine Entscheidung für eine EU-Beamtenlaufbahn wohlüberlegt sein müsse. Wer jedoch das internationale Umfeld liebt, gerne in einer Fremdsprache kommuniziert und sich auch auf andere Lebensgewohnheiten und Arbeitsrhythmen einstellen kann, der bringt für eine Karriere „in Europa“ die besten Voraussetzungen mit.

Anton Preis