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Für Königtum und Himmelreich

Christoph Stiegemann und Arnold Otto mit einer kleinen Gruppe bei der Stadtführung in Paderborn

Anlässlich des 1.000 Jahrestages der Investitur Bischofs Meinwerk von Paderborn folgten vom 23. und 24. Januar 2010 knapp ein Dutzend Stipendiaten und Altstipen­diaten der Einladung von CdAS-Mitglied Dr. Arnold Otto in die ostwestfälische Bischofs­stadt, um im dortigen erzbischöflichen Diözesanmuseum und im Museum in der Kaiser­pfalz die große Jubiläumsausstellung „Für Königtum und Himmelreich“ anzusehen. Sie würdigte Leben und Werk Bischof Meinwerks auf beeindruckende Weise.

Zuvor zeigte uns Arnold Otto bei einem Stadtrundgang auf den Spuren Meinwerks die markanten Zeugnisse der neben Aachen bedeutendsten karolingischen Stadtanlage in Nordrhein-Westfalen, die aber erst unter Meinwerk eine regelrechte Blütezeit erlebte. Bischof Meinwerk gilt nach Kaiser Karl dem Großen zu Recht als zweiter Gründer des Bis­tums. Von 1009 bis 1036 lenkte Meinwerk die Geschicke seines Bistums und wurde zu einem der bedeutendsten Bischöfe des Mittelalters. Seine imposanten Bauwerke wie der Dom und die Kaiserpfalz prägen das Bild der Stadt Paderborn bis heute.

Die Ausstellung präsentierte auf insgesamt 2.000 Quadratmetern einzigartige Handschrif­ten, Urkunden und liturgische Geräte, aber auch kostbare Schmuckstücke, prächtige Waffen und andere archäologische Fundstücke des 11. Jahrhunderts aus ganz Europa und ließ – ergänzt durch Modelle und Inszenierungen in aufwendigem Ausstellungsdesign – ein umfassendes Bild des ottonisch-salischen Kirchenreiches lebendig werden, in der das Zusammenspiel geistlicher und weltlicher Herrschaft ihren Höhepunkt erreichte und die Bischöfe zusammen mit den Königen und den Adligen das Reich regierten, Kirchen und Städte bauten und zur Ehre Gottes in den Krieg zogen.

Meinwerk als Diener dreier Kaiser war von Otto III. in die Hofkapelle des Aachener Pfalz­stiftes berufen worden und es gelang ihm, Heinrich II. und den ersten Salierkaiser Kon­rad II. eng an seinen Bischofssitz zu binden. Sein unermüdlicher Dienst für das Reich wurde mit zahlreichen Privilegien und Güterschenkungen belohnt, die die Wirtschaftskraft der Paderborner Kirche enorm steigerten.

Im Museum in der Kaiserpfalz standen die weltlich-politischen Aufgaben eines Bischofs im Zentrum, während der Ausstellungsteil im Erzbischöflichen Diözesanmuseum den Bischof als Seelsorger und Stifter bedeutender Bau- und Kunstwerke im Mittelpunkt fokussierte.

Für den Rundgang durch das Diözesanmuseum konnte dessen Direktor, Prof. Dr. Christoph Stiegemann, gewonnen werden, der den (Alt-)Stipendiaten Rede und Antwort stand und das Ausstellungskonzept ebenso erläuterte wie die Aufgabenfelder der Bi­schofselite in der Zeit der Wende zum zweiten Jahrtausend.

Bericht und Bild: Dr. Andreas Burtscheidt