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Karrieremanagement - Neue Chancen in der Krise

Dirk Friederich und Thomas Hainke-Hentschel

Schlecht geschlafen, zu lange gefeiert oder wintermüde? Egal. Wer seinen Adrenalinspiegel pushen und sich so richtig top fühlen wollte, für den war das Mental Commercial genau das Richtige. Wo? Beim Altstipendiatenseminar „Karrieremanagement – Neue Chancen in der Krise“ vom 26. bis 28. Februar 2010 in Wildbad Kreuth mit den Trainern Dr. Dirk Friederich und Thomas Hainke-Hentschel von der internationalen Personalberatung „Boyden International“.

Was man für ein Mental Commercial braucht? Vor allem Selbstvertrauen, Superlative und Publikum. Bei allen gilt: Je größer, desto besser. Was ist ein Mental Commercial? Ein Beispiel gefällig?

Ich bin ein top-ausgebildeter, dynamischer und sehr dienstleistungsorientierter Berater mit hohem Anspruch an die individuelle Zufriedenheit meiner Kunden. Auf Basis hervorragender analytischer Fähigkeiten und Marktkenntnisse gelingt es mir, nicht zuletzt durch ein hohes Maß an Eloquenz, Standing und Einfühlungsvermögen, meine Mandanten zu überzeugen. Auf Basis permanenten Lernens werde ich im Wettbewerb langfristig bestehen und stets maßgeschneiderte Lösungen entwickeln. Top-Ergebnisse erziele ich durch Top-Leistung.

Sie werden es sich bereits gedacht haben: Ein Mental Commercial ist eine bewusst übertriebene Selbstdarstellung vor Publikum. „Ist doch peinlich, eine solche Selbstbeweihräucherung“, wird so mancher denken. „Das hören wir oft. Besonders wir Deutschen tun uns nämlich schwer damit, unsere Qualitäten offensiv zu vermarkten. Bei uns gilt die Bescheidenheit als große Tugend.“, sagen CdAS-Mitglied Dr. Dirk Friederich und Thomas Hainke-Hentschel.

Die beiden müssen es wissen, denn sie sind Profis. Für die internationale Personalberatung „Boyden Executive Search“ suchen sie tagtäglich nach den besten Bewerbern für Spitzenpositionen im In- und Ausland. „Dabei ist es so wichtig, die eigenen Stärken und Talente zu kennen und diese auch hervorzuheben“, sagen die Profis. Wer könne das besser als man selbst? Für Amerikaner sei das Selbstmarketing dagegen eine Selbstverständlichkeit. „Wer Karriere machen will, der muss sich gegen internationale Konkurrenz durchsetzen. Da muss man auftrumpfen können“, so Friederich. Und deshalb gibt es auch das Mental Commercial. Zur Vorbereitung auf den Ernstfall, das Bewerbungsgespräch. „Dabei sollen die Kandidaten bewusst übertreiben, um das zu unterstreichen, was sonst unbemerkt bliebe“, erklärt Hainke-Hentschel. Manchen Bewerbern werde dabei erstmals klar, was sie alles zu bieten haben.

Um die Darstellung der eigenen Person geht es eigentlich immer im Berufsleben. Bereits im Vorstellungsgespräch gelte es, den eigenen „USP“, also das Alleinstellungsmerkmal, herauszuarbeiten. „Das geht aber nur, wenn man sich darüber schon einmal Gedanken gemacht hat“, so Hainke-Hentschel. Dabei helfe es, sich zu überlegen, was die drei größten Erfolge waren. Das kann die 3 in Latein sein, der bestandene Führerschein oder die Tatsache, dass man Familie und Beruf unter einen Hut gebracht hat. Die Frage ist: Auf was ist man so richtig stolz? Das ist subjektiv, löst aber positive Gefühle aus.

Dann solle man sich fragen, welche Fähigkeiten oder Kenntnisse diesen Erfolg möglich gemacht haben. Der eine ist besonders fleißig, der andere durchsetzungsstark oder ehrgeizig. Danach sollte man sich überlegen, welche beruflichen Ziele man kurz-, mittel- und langfristig erreichen möchte. Ganz wichtig dabei ist, ehrlich zu sich selbst zu sein.

„Nicht für jeden ist eine Managementkarriere erstrebenswert“, so Friederich. Wer sich zum Beispiel gerne mit Fakten beschäftige und sich in Details verbeiße, ist wahrscheinlich auf der Fachebene besser aufgehoben. Denn als Manager habe man weniger mit reinen Fachthemen zu tun. Gefragt sind in einer solchen Position andere Qualitäten. Da geht es darum, andere zu motivieren. Man muss Lokomotive sein. „Nicht jeder hat das Alpha-Gen“, gibt Friederich zu bedenken. Durchsetzungsvermögen und die Fähigkeit, (auch unpopuläre) Entscheidungen zu treffen, gehören für den Manager zum Tagesgeschäft. Das kann und will nicht jeder. Deshalb solle man sich die Zeit nehmen, um für sich persönlich zu überlegen, was das Richtige ist. Denn wer auf Dauer seine Persönlichkeit verleugne, werde kaum glücklich in seinem Job. Auch wenn die Nachbarn und Verwandten meinen, er hätte Karriere gemacht.

Was treibt mich an? Auch das ist eine entscheidende Frage. „Dem einen geht es um Geld, dem anderen um Status. Der eine will etwas Sinnvolles tun, der andere sich selbst verwirklichen“, so die Experten. Deshalb sei Karriere nicht gleich Karriere. Auch das solle man sich klar machen.

Bericht Dr. Kerstin Liesem, Bild: CdAS