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China auf dem Weg zur Weltmacht

Fachforum Wirtschaftswissenschaften 2011

Auf dem Fachforum Wirtschaftswissenschaften vom 30. September bis 2. Oktober 2011 in Kloster Banz diskutierten über 60 Stipendiaten und Referenten über chinesische Kultur und Wirtschaft – und darüber, ob sich die Menschen über eine wirtschaftliche Weltmacht China Sorgen machen müssen.

Die Zahlen lügen nicht: China steht mit einem Bruttoinlandsprodukt von knapp 5.000 Milliarden US-Dollar auf Platz drei der Weltrangliste hinter den USA und Japan. Deutschland folgt direkt auf China. Was vielen Volkswirtschaften Sorgen bereitet: Während die Wirtschaftsleistung in den größten zehn Volkswirtschaften zwischen 2009 und 2010 abnahm, stieg das BIP Chinas um 8,74 Prozent. China ist damit auf dem Sprung zur Weltmacht.

Als Gefahr für Deutschland und den Rest der Welt sieht das Prof. Dr. Markus Taube vom Lehrstuhl für Ostasienwissenschaft der Universität Duisburg-Essen nicht: „Wir stehen vor der gleichen Situation wie vor dem Aufstieg Japans und Südkoreas. Wie damals wird das Wachstum eine Win-win-Situation für alle Staaten sein“, so Taube. Der Grund: Wenn China mehr Geld erwirtschaftet, werden diese Gelder auch für Importe genutzt, die aus Europa und den USA kommen. Taube machte aber klar, dass es seiner Ansicht nach in Zukunft nur Platz für zwei große Wirtschaftsmächte geben wird: USA und China.

Sorgen bereiteten dagegen vielen Teilnehmern der Sozialismus und das Einparteiensystem Chinas. Jedoch habe es China als einziges Land geschafft, mit eben diesem System eine solide Wirtschaft aufzubauen, die selbst einer Weltwirtschaftskrise trotzt. „Die Unternehmen wurden in den letzten Jahren immer weiter von den Plänen des Staates befreit“, sagt Taube. Der Staat greife dann beispielsweise bei spekulativen Preisentwicklungen ein.

An die langsame, teilweise Liberalisierung der Wirtschaft folgte eine bedeutende Frage: Wird China mit einem Einparteiensystem die Weltwirtschaft erobern können oder muss in den nächsten Jahren eine Demokratisierung Chinas folgen? Thu Phong Vuong, Trainer für interkulturelle Kommunikation zwischen China und Europa, erläuterte dafür die kulturellen Unterschiede auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene: „Chinesen leben nach dem Kollektivismus und den konfuzianischen Kardinalsbeziehungen. Das Volk erwartet einen starken Herrscher und jeder Arbeiter erwartet einen starken Vorgesetzten.“ Somit würden die Chinesen ein Chaos im Politischen System befürchten, wenn die Bürger selbst Politik gestalten dürften. Dieses System sorge für Unterdrückung – aber auch eine gesellschaftliche Ordnung und wirtschaftliche Stärke, die sich viele Chinesen wünschen. „In deutschen Unternehmen, die mit China arbeiten, führen diese Ordnungen oft zu Problemen bei der Zusammenarbeit“, sagt Vuong.

Um die wirtschaftliche Entwicklung Chinas besser einschätzen zu können, führte Markus Grabmeier von Siemens Management Consulting in die aktuelle Entwicklung der chinesischen Wirtschaft ein. Grabmeier stellt fest, dass China bei der Forschung von regenerativen Energien, der Biotechnologie und der Technologie viel weiter fortgeschritten sei, als viele Europäer denken.

Einen Überblick über die Landschaften und die Bevölkerung Chinas lieferte die Diplom-Kulturwirtin und Lehrbeauftragte an der Universität Passau, Pamina Hagen: Sie zeigte auf, dass China bereits 221 Städte mit mehr als einer Million Einwohner hat. Und die Urbanisierung in China schreitet immer weiter voran. Es folgte eine Bilderreise durch China, von Peking bis Xiamen und entlang des Flusses Jangtsekiang mit dem Dreischluchtendamm.

Abschließend gab der Sinologe Alexander Birle einen Überblick über das Engagement der Hanns-Seidel-Stiftung in China. Sie ist die deutsche politische Stiftung mit dem größten Engagement im China und unterstützt vor allem die Bildungsarbeit, beispielsweise mit der Weiterbildung von Lehrkräften. „Um in China die demokratischen Prozesse zu fördern, dürfen wir nicht über China richten, sondern müssen ein Freund von China werden und zusammen an einem Strang ziehen“, sagt Birle.

Prof. Markus Taube erläuterte den Transformationsprozess der chinesischen Volkswirtschaft.

Thu Phong Vuong brachte den Teilnehmern die chinesische Kultur näher.

Über 60 Stipendiaten waren zum diesjährigen Fachforum Wirtschaftswissenschaften gekommen.

Altstipendiat Markus Grabmeier von Siemens Management Consulting sieht China als führend in etlichen Technologien.

Pamina Hagen referierte über China in Bildern.

Der Sinologe Alexander Birle (stehend) erläuterte die Projektarbeit der Hanns-Seidel-Stiftung in China.

"C" für "China" beim gemeinsamen Gruppenbild der Teilnehmer.

Fachforumssprecher Timm Cebulla mit den neuen Sprechern Thomas Rauch (2. v. li.) und Wahid Hassani Tabatabai (re.) und mit den ehemaligen Sprecherinnen Teresa Winderl (Mitte) und Gisela Mosburger (2. v. re.).