Publikationen

Aktuelle Veranstaltungen

Dienstag, 22. Januar 2013

Krumbach

Profi mit Handy, Internet und Medienrecht

Dienstag, 22. Januar 2013

München

Eurokrise / Währungskrise

Dienstag, 22. Januar 2013

München, Konferenzzentrum

US Pivot towards Asia? Will Obama´s Second Term Bring New Developments?

Hanns-Seidel-Stiftung im Web 2.0

Meine HSS

Seite hinzufügen
löschen
 

Der Körper

Unter dem Titel „Der Körper“ beschäftigte sich das Fachforum Geisteswissenschaften der Stipendiaten der Hanns-Seidel-Stiftung vom 17. bis 19. Juni 2011 in Wildbad Kreuth mit dem physischen Seinsbereich des Menschen. Dabei gingen Teilnehmer und Referenten den Fragen nach der körperlichen Selbstbildung, der körperlichen Ausdrucksfähigkeit und dem moralischen Wert des Körpers nach, um dann abschließend das Leib-Seele-Problem genauer zu betrachten.

Prof. Dr. Thomas Alkemeyer, Universität Oldenburg, sprach über die Körperlichkeit von Subjektivierungen. In seinem Vortrag ging er auf wesentliche Punkte seiner Forschung ein. An jeder Subjektwerdung sei neben den geistigen Prozessen auch immer der Körper beteiligt. Darüber hinaus stellte er Praktiken, die sich auf die Ausgestaltung des Körpers, wie Tätowierungen, Piercings oder Fitness, konzentrieren, dar. So kam Prof. Alkemeyer zum einen zu dem Schluss, dass jedes Individuum eine Subjektform verkörpere, wie etwa die Subjektform des Lehrers, die sich in Relation zu anderen Subjektpositionen verhält, und zum anderen, dass der Körper als Ausdrucksmittel der Moderne fungiere und ein Produkt der eigenen Anstrengung darstellt.

Die geisteswissenschaftliche Vortragsreihe wurde von Prof. Dr. Thomas Schärtl, Universität Augsburg, zum Thema „Körperwelten oder Leibesvisitationen? Ein Blick auf das Problem Leiblichkeit aus der Perspektive der Körperweltenausstellung“ fortgesetzt. Er stellte Gunter von Hagens Plastinationstechnik dem religiösen Reliquienkult gegenüber und zeigte theologisch-philosophisch fragwürdige Aspekte der Körperweltenausstellung auf. Die Teilnehmer wurden durch Fragen wie „Warum würde ich meine Lieben nicht plastinieren?“ oder „Welche Rechte hat ein Leichnam?“ zur Selbstreflexion aufgefordert.

In einem vierstündigen Workshop mit dem Titel „Hoppla, mein Körper spricht!“ führte der international bekannte Körpersprachenexperte, Pantomime und Sachbuchautor Norman Ruch in die Techniken der Körpersprache ein. Gelernt wurde anhand zahlreicher praktischer Übungen, die eigene Körpersprache gezielter einzusetzen und die von anderen besser einzuschätzen.

Den thematischen Abschluss bildete Privatdozentin Dr. Christina Aus der Au von der Universität Basel. Die Wissenschaftlerin widmete sich in ihrem Vortrag „Gehirn oder Geist? – Das Leib-Seele-Problem im neuen Gewand“ dem seit der Antike bekannten Leib-Seele-Dualismus. Entgegen zahlreicher neurowissenschaftlicher Experimente ist die Referentin davon überzeugt, dass Attribute wie Freiheit, Glaube oder Schmerz nicht im Gehirn sitzen. In der Perspektive des „Deutens als“ (2. Person-Perspektive), im Gegensatz zur Perspektive der Beobachtung (3. Person-Perspektive) und der Perspektive des Erlebens (1. Person-Perspektive), könnten laut Christina Aus der Au diese Attribute bzw. auch Gott seinen Platz haben.

Prof. Dr. Thomas Alkemeyer befasste sich mit den körperlichen Aspekten von Subjektivierungen.

Altstipendiat Prof. Dr. Thomas Schärtl stellte Plastinationsausstellungen und Reliquienkulte gegenüber.

Körpersprachenexperte Norman Ruch verdeutlichte seine Ausführungen mit vielen Praxisübungen.

PD Dr. Christina Aus der Au sprach zum Leib-Seele-Dualismus.

Die Teilnehmer des Fachforums Geisteswissenschaften 2011.

Michael Schramm und Gianluca Pedrotti (v.r.) wurden als Fachforumssprecher neu gewählt und folgen Bianca Schmidl (l.) und Sarah Kovacs (3.v.l.) nach.