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Referat IV/5 Journalistisches Förderprogramm für Stipendiaten (JFS)/ Fachforen
Isabel Küfer
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Politiker als Übungsgesprächspartner
Egal ob Umfrage auf der Straße, Einholen eines O-Tons oder das Livegespräch mit einem Studiogast: Wer Hörfunk machen will, braucht Interviews. Daher hatten Stipendiaten des journalistischen Förderprogramms der Hanns-Seidel-Stiftung die Gelegenheit, vom 24. bis 26. Juni 2011 in Kloster Banz praxisnah zu lernen: Mit Monika Hohlmeier, MdEP, und Thomas Silberhorn, MdB, waren zwei erfahrene Politiker eigens für das Seminar gekommen und standen den Stipendiaten für Übungsinterviews zur Verfügung.
Interviews sind die Basis journalistischer Arbeit. Sie können kurz und knackig sein oder ausführlich und kenntnisreich. Doch nicht nur für den Journalismus ist das relevant. Auch in Ausbildung und Beruf lohnt es sich immer, die Grundlagen guter Interviewtechnik zu kennen. Die drei Referenten des Seminars wussten das selbst aus langjähriger Erfahrung: Lui Knoll ist Abteilungsleiter der Evangelischen Funkagentur (efa), Stefan Maier Redaktionsleiter von „Radiowelt“ auf Bayern2 und Michael Bachmann als Vorstand der Gesellschaft für Medien Marketing Kommunikation ein ebenso erfahrener Radiomann.
Anhand zahlreicher Beispiele zeigten die Referenten gelungene, aber auch weniger gelungene Radiointerviews. Vor allem bei den schwächeren Beispielen konnten die Stipendiaten diskutieren, wie sie es besser gemacht hätten oder wie ein Gespräch noch zu retten gewesen wäre. Dabei gingen Bachmann, Knoll und Maier auch auf mögliche Pannen ein und wie sie zu vermeiden sind. „Je professioneller die Vorbereitung, desto weniger Fehler können gemacht werden“, war der Tipp an die Stipendiaten.
Dabei bedeutet Vorbereitung nicht nur Überprüfung der technischen Ausrüstung. Vermeintlich Banales wie: „Sind die Akkus geladen? Ist noch Platz auf der Speicherkarte? Funktioniert die Aufnahme?“ kann schnell eine Interviewsituation torpedieren. Doch auch die Vorrecherche über den Interviewpartner kann voller Fallstricke sein. Wird schlampig recherchiert und dann im Interview Falsches erzählt, fühlt sich der Gesprächspartner schnell nicht ernst genommen oder verbessert den Fragenden während des Gesprächs – was einer peinlichen Entlarvung gleichkommt.
Mit den vielen Hinweisen, die immer wieder von kurzen Übungen unterbrochen wurden, ging es dann in die Praxis: MdB Thomas Silberhorn und MdEP Monika Hohlmeier nahmen sich je zwei Stunden Zeit und standen als Übungsinterviewpartner zur Verfügung. Dabei kamen die Stipendiaten mit jedem Gesprächspartner einmal zum Zuge. Entsprechend breit waren die Themen, zu denen die Politiker Stellung nahmen: Unter anderem wurden die Bundeswehrreform, Familiäres, Europapolitik und der Umgang mit Medien in den Gesprächen thematisiert. Ein zusätzlicher Lerneffekt war, dass das Gespräch mit Monika Hohlmeier im Plenum vor allen anderen Stipendiaten stattfand. Folglich gab es das spätere Feedback nicht nur für Gehörtes, sondern auch für Gesehenes. Die Gespräche mit Thomas Silberhorn fanden im Hörfunkstudio mit Kopfhörern und Mikrofon statt, so dass hier Studioatmosphäre mit all ihren ungewohnten Tücken vermittelt werden konnte.
Dank der vermittelten Grundlagen von Radioprofis und den äußerst realistischen Übungsbedingungen mit den Gesprächspartnern aus der Politik fühlten sich die Stipendiaten nach dem dreitägigen Seminar gut gerüstet, um professionell und ohne Scheu ihrem nächsten Interviewpartner gegenüberzutreten.

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