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Der Videojournalist von heute

Eine eierlegende Wollmilchsau – das ist der Videojournalist von heute. Viele Magazinbeiträge fürs Fernsehen werden nicht mehr aufwändig mit einem großen Team produziert – das erledigt der moderne TV-Journalist oftmals alleine. Er ist also Regisseur, Redakteur, Beleuchter, Kameramann, Tonassistent und Rundfunksprecher in einem.

Während tausende Besucher in München das letzte Festwochenende des Oktoberfestes 2012 feierten, haben wir das in Kloster Banz erfahren. Vom 05. bis 07. Oktober 2012 fand dort das Videojournalismus-Seminar des Journalistischen Förderprogramms für Stipendiaten statt.

Wir Stipendiaten wurden von routinierten Profis betreut: Thomas Kießling und Sabine Winter – beide vom Bayerischen Rundfunk (unter anderem „Kontrovers“) betreuten uns von der ersten Kameraübung bis zum Einsprechen der Texte und dem finalen Schnitt. Georg Pfänder war in allen Fragen zum Schnitt kompetenter Ansprechpartner und gab einige seiner Tricks preis.

Durch unsere drei Experten, die uns an ihrer Erfahrung teilhaben ließen, erhielten wir interessante Einblicke in den Berufsalltag eines Videojournalisten. Am ersten Seminartag wurden Kernpunkte wie die Einführung in die Filmdramaturgie sowie Bildgestaltung und Kameraführung für einen Magazinbeitrag besprochen. Jeder Seminarteilnehmer hatte sich vorab ein Thema ausgesucht, um nach der Theoriebesprechung die Recherche des Beitrags weiterzuführen. So kamen diverse Beitragsideen, wie zum Beispiel „20 Jahre Bamberger Arbeitsgemeinschaft chronisch kranker und behinderter Menschen“, „Kürbispapst von Altendorf“ oder „Florentinchen-Tag in Untertheres“ zusammen.

Nach der genauen Ausarbeitung des Konzepts begannen am Samstagmorgen die Dreharbeiten. In Zweierteams zogen wir mit unserer Ideenskizze und dem Drehplan zu den jeweiligen Drehorten um passende Aufnahmen für den Magazinbeitrag zu filmen und Interviews mit unseren Protagonisten zu führen. Das war ein Stress: Kamera stabil? Interviewpartner im „rechten Licht“? Passende Frage parat? Super! Nur blöd, wenn das Mikrofon nicht angeschlossen war und die Szene oder das Interview noch einmal wiederholt werden muss. Und wie war das nochmal mit der „5-Shot-Regel“, die Sabine und Thomas uns auf den Weg gegeben hatten? Eine Szene aus verschiedenen Perspektiven einfangen um sie für den Zuschauer besser erfahrbar zu machen. Am besten inklusive Wow-Shot… Puh!

Nach den also recht anstrengenden aber spaßigen und lehrreichen Aufnahmen (Teams, die zum ersten Mal mit Kamera arbeiteten, wurden sogar von einem Profi begleitet) begann dann nach unserer Rückkehr erst die Hauptarbeit: Das Schneiden der Bilder und O-Töne sowie das (Um-)texten!

Die Schnitt- und Vertonungsarbeiten gingen bis in die Nacht, damit diese – wie geplant – am nächsten Morgen präsentiert werden konnten. Gegen kurz nach eins hatten auch wirklich alle angelernten, eierlegenden Wollmilchsäue ihre Beiträge im Kasten und konnten in den wohlverdienten Feierabend gehen. Am Sonntag waren wir – trotz des arbeitsintensiven Vortages – alle relativ fit um die letzten Arbeiten fertigzustellen. Jeder Beitrag wurde noch mit einer passenden Anmoderation ausgestattet und im Anschluss dessen im Plenum gezeigt und besprochen. Hierbei gab es konstruktive Kritik sowohl von den Profis als auch von den Seminarteilnehmern selbst, um künftig natürlich bessere Beiträge produzieren zu können.

Das Wochenende hat uns eindrücklich gezeigt, was ein Videojournalist heute alles alleine bewältigen muss und dass man in der Realität nicht wie wir einen ganzen Tag, sondern nur einige Stunden Zeit hat, um einen Magazinbeitrag fertigzustellen. Unser Fazit dieses Seminars: Ein erlebnis- und lernintensives Wochenende mit Spaßfaktor, das noch lange in Erinnerung bleiben wird – auch wenn nicht immer alle fünf Shots im Kasten waren.

Rebekka Stehle und Conny Krause