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Ein gutes Bild erzählt eine Geschichte

Begeisterte Teilnehmer des Fotoseminars

Im Rahmen des JFS-Projektseminars "Digitale Fotografie", das vom 7. bis 9. Dezember 2012 in Wildbad Kreuth stattfand, erklärten die Medienexperten Matthias Lange und Thomas Gerlach die Grundlagen der Fotografie. Was macht eigentlich ein gutes Bild aus? Was soll scharf sein und was vielleicht eben nicht? Was ist ein „Schmufo“? Diese und weitere Fragen rund um die Themen Datenschutz, Ethik und progressive Fotogeräte wurden beantwortet und mit den Teilnehmern intensiv diskutiert.

„Ein gutes Bild muss eine Geschichte erzählen“, einigten sich die zwei Fotografen. Um das passende Detail, die gewünschte Räumlichkeit und Atmosphäre in einem Bild einzufangen, brauche man nicht nur verschiedene Perspektiven, sondern auch ganz bestimmte Objektive. Weitwinkel, Normal oder Tele? Um hier Klarheit zu bringen, wurden die verschiedenen Brennweiten und Schärfentiefen der einzelnen Objektive vorgestellt, beschrieben und getestet.

Ein gutes Objektiv und eine hochwertige Kamera alleine reichten nicht aus. Die vielen Kameraeinstellungen und der Chip der Kamera machten den Unterschied. Die Kameraeinstellungen für jede Konstellation und die unterschiedlichen Lichtverhältnisse zu finden, sei die Kunst. Denn, meinte Matthias Lange, „das Bild macht der Fotograf – die Kamera ist nur Werkzeug.“ Belichtungszeit, Blende, Weißabgleich oder die ISO-Empfindlichkeit seien Stolpersteine, die einem am Anfang große Sorgen bereiten könnten. Denn „Fotografieren ist Malen mit Licht“. Die beiden Dozenten rieten deswegen zu weniger Automatik und mehr Übung: „Klammert Euch nicht zu sehr an die Automatik!“

Wir erstellten mehr oder weniger gelungene Gruppenbilder und Portraits, um sie im Anschluss zu besprechen. Dabei wurde deutlich, dass die Kommunikation mit den Protagonisten für den Fotografen – neben all der Technik, die er im Schlaf beherrschen sollte – unerlässlich ist. Er müsse es aushalten können, im Mittelpunkt zu stehen und die Fähigkeit haben, die Aufmerksamkeit von Massen für ein gutes Bild zu bündeln.

Linienspiele. Teilnehmer des Seminars in einer Übungspause.

Eine Hilfe für ansprechende Gruppenbilder sei beispielsweise das Dachziegelprinzip. Man sollte sich zudem die Frage stellen: Will ich die Wahrheit abbilden oder nur ein „gutes“ Bild machen? Im zweiten Fall müsste der Fotograf an die Kreativität der Gruppe appellieren, um nicht künstliche und gestellte, sondern authentische Bilder zu erhalten. Die Personen sollten sich in phantasievoll ungewohnten Posen gruppieren. Was in einem Bild nie fehlen dürfe: „Das Leuchten in den Augen der Menschen.“ Denn das Fazit der praktischen Übung und eine der wichtigsten Lektionen der Fotografie überhaupt sei: „Bilder leben von Menschen, Menschen von ihren Gesichtern, die Gesichter  von den Augen, die Augen von den Glanzlichtern, die ihnen inne wohnen!“

Am Beispiel von Bildern von Prominenten wurden Grundregeln der Bildkomposition erläutert und der Unterschied zwischen einer Vogel- und einer Weitwinkelperspektive aufgezeigt. Die Experten rieten, vor dem Nahe-Herangehen keine Scheu zu haben. Es gehe darum, das Bild so zu reduzieren, dass man nichts mehr wegschneiden könne: „Das Weglassen ist der Trick.“

Die Drittelregel verdeutliche, dass ein Bild in neun gleiche Ebenen unterteilt sei – die Schnittpunkte der Linien stellten die sogenannten Powerpoints dar. Die Wirkung eines Bildes sei mitunter davon abhängig, wo sich die zu fotografierende Person über den neun Powerpoints befände. Linien aus dem Hintergrund wie Hände, Möbel oder Gebäude, die erschienen und sich teilweise überlappten, beeinflussten die Dynamik. Wenn man diese Linien im Bild erkenne, könne man sie beeinflussen.

Braucht man auf Plattformen wie Facebook, Google+ und Twitter überhaupt noch Journalisten? Ja, meinte Thomas Gerlach, ein Journalist habe die Kompetenz, „die Nuggets im Erdrutsch der Informationen herauszufischen“. Bei der Wahl der Kommunikationskanäle und der dazugehörigen Bilder sei ein erfahrenes Auge gefragt. Obwohl heute fast jeder Zugang zu den aktuellesten Informationen habe, müsse man mehr denn je zwischen den verschiedenen Quellen unterscheiden. In diesem Zusammenhang wurde auch eine der Anfangsfragen beantwortet: „Schmufos“ sind Schmuckfotos im Vergleich zu „echten“ Bildern. Wichtig für den Journalisten sei es, zwischen Gebrauchs- und Kunstfotografie zu unterscheiden.

Aufgeklärt wurde auch über alternative Fotografie. In der Lomografie gäbe es mit Absicht mangelhafte Bildqualität mit Fehlern und Störeffekten. Auch technische Neuerungen wurden diskutiert. Es wurden die „intelligente“ Lytrocamera als Produkt der Zukunft und die 3D-Kamera als Produkt der neueren Geschichte vorgestellt.

Cornelia Guju und Cornelia Krause