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Geschichte, Politik und Kultur in Südtirol

Teilnehmer bei der Fachtagung

In einem „Europa der Regionen“ gilt es, den Blick auf die Nachbarn zu richten. „Geschichte, Politik und Kultur in Südtirol“ lautete deshalb der Titel einer Fachtagung des Altstipendiatenreferats im Institut für Begabtenförderung der HSS in Zusammenarbeit mit dem Club der Altstipendiaten der Hans-Seidel-Stiftung (CdAS e.V.). Gemeinsam begaben sich aktuelle und ehemalige Stipendiaten auf die Suche nach den Besonderheiten eines Landstrichs, der mit seinem Sonderstatus innerhalb Italiens, aber auch durch den Umgang mit seinem historischen Erbe zum Modell für andere Regionen der Europäischen Union werden könnte.

Die Delegation wurde von Dr. Luis Durnwalder, dem Landeshauptmann der Provinz Alto Adige, empfangen. Er ging auf die Besonderheiten der autonomen Region Trentino-Südtirol ein, die als Wirtschaftslokomotive Italiens gilt. Oberstes Ziel sei, Probleme lokal zu lösen. 90 Prozent des in Südtirol generierten Steueraufkommens würden verfassungsrechtlich festgeschrieben in das Land zurückfließen, das dafür das öffentliche Leben größtenteils selbst in die Hand nimmt. Ein Schwerpunkt dabei sei das friedliche Miteinander der drei Sprachgruppen Südtirols: 70 Prozent der rund 500.000 Einwohner gehörten zur deutschsprachigen Mehrheit, neben rund 26 Prozent italienischen Muttersprachlern und einer kleinen Minderheit Ladinern.

Das Zusammenleben der Volksgruppen funktioniere in Bozen und Umgebung nahezu reibungslos und erfolgreich. Die Region habe die niedrigste Arbeitslosenquote Italiens, die Wirtschaft bliebe auch in den jüngsten Krisenjahren stabil. Der Regierungschef blickt nach vorne: „Wir wollen, dass die Regionen mehr Einfluss in Europa bekommen“, gibt SVP-Legende Durnwalder sein Credo aus.

Um das politische Erbe Durnwalders, der nach fast 25 Jahren an der Spitze des Landes bei den nächsten Parlamentswahlen 2013 nicht mehr antreten wird, kümmert sich Philipp Achammer. Der junge Landessekretär der Südtiroler Volkspartei erläuterte den Stipendiaten und Altstipendiaten die politische Landschaft Südtirols und sieht die SVP gut aufgestellt für die Zukunft. Per Basiswahl bestimmen die rund 50.000 Mitglieder in Kürze ihren Spitzenkandidaten für die nächsten Wahlen – dies sei ein mutiger Schritt, der die enge Verwurzelung der Partei in der politischen Mitte Südtirols widerspiegele.

Im Messner Mountain Museum

Auf Schloss Sigmundskron stand Extrembergsteiger Reinhold Messner für ein Hintergrundgespräch bereit. Er blickte auf die jüngere Geschichte seiner Heimat, die mit der „Option“ der deutschsprachigen Bevölkerung 1939 begann und über einen jahrzehntelangen Kampf um Autonomie bis zu der heutigen Sonderrolle reicht, die in dieser Form erst seit 1992 in Kraft getreten ist. Messner ging aber auch auf das einzigartige Museumskonzept seines Messner Mountain Museums ein, dessen zentraler Ort Schloss Sigmundskron ist. In Eigenregie und mit viel Mut baute er in den vergangenen Jahren insgesamt fünf Burgen dafür um – sein „15. Achttausender“. In museumspädagogisch und architektonisch beeindruckender Weise zeigt Messner der Öffentlichkeit in seinen Museen die gesamte Bandbreite des alpinen Lebensraums.

Um das kirchliche Südtirol ging es bei einem Ausflug nach Brixen, wo Führungen durch den Dom und die Philosophische-Theologische Hochschule einen Blick in die katholische Seele Südtirols erlaubten. In Trient dagegen stand bei einem Rundgang durch die Stadt und durch das Castello del Buonconsiglio das Erbe der Renaissance im Mittelpunkt. Das Fazit der Gruppe: Südtirol in all seinen Facetten ist eine der spannendsten Regionen Europas – geschichtlich, wirtschaftlich und politisch.

Text und Bilder: Heiko Richter