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Medizin im 21. Jahrhundert

Drei Tage beschäftigten sich Stipendiaten verschiedener Fachrichtungen auf dem diesjährigen Fachforum Medizin, das vom 30. November bis 2. Dezember 2012 in Kloster Banz stattfand, mit dem Thema „Medizin im 21. Jahrhundert“.

Sie hatten die Gelegenheit, Vorträge von einer hochkarätigen Expertenriege aus dem Bereich Hochschule, Politik und Praxis zu hören und anschließend die Inhalte zu diskutieren. Nach einem medizinhistorischen Einstieg in die Thematik standen die aktuellen Entwicklungen sowie die zukünftigen Herausforderungen an unser Gesundheitssystem im Mittelpunkt. Mit praktisch tätigen Ärzten aus dem Bereich der ambulanten und der stationären Patientenversorgung sprachen die Teilnehmer über die aktuelle Situation der medizinischen Akteure innerhalb der durch unser Gesundheitssystem vorgegebenen Rahmenbedingungen. Den Abschluss bildete ein Vergleich mit dem Gesundheitssystem und der medizinischen Versorgung in den USA.

Welche sind die aktuellen Entwicklungen in unserem Gesundheitssystem? Welchen Herausforderungen muss unser Gesundheitssystem im 21. Jahrhundert begegnen? Wie kann sich die moderne Medizin dem demographischen Wandel stellen?

Prof. Dr. Heiner Fangerau, Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Universität Ulm, eröffnete die Tagung. Mit seinem Vortrag „Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin − Instrumente für einen anderen Blick auf die Medizin im 21. Jahrhundert“ ermöglichte er einen Einblick in die historischen und ethischen Hintergründe unseres Gesundheitssystems. So habe die Medizin im Laufe ihrer Geschichte hin zu der von uns heute praktizierten Medizin eine deutliche Komplexitätssteigerung erfahren. Was in der Antike mit der Humoralpathologie (Vier-Säfte-Lehre) begonnen habe, sei nun eine breitgefächerte Naturwissenschaft, die sich immer stärker in verschiedene Fachdisziplinen unterteile. Zudem werde der Patient in jüngster Zeit zunehmend als Klient betrachtet und versorgt. Auch der Begriff „Krankheit“ und diejenigen Zustände, die von einer Gesellschaft als „krankhaft“ bezeichnet werden, wiesen im Laufe der Zeit eine deutliche Wandlung auf.

Wolfgang Zöller, Mitglied des Bundestages und Patientenbeauftragter der Bundesregierung, stellte in seinem Vortrag „Sind die Strukturen unseres Gesundheitssystems ausreichend an den Bedürfnissen der Patienten ausgerichtet?“ aktuelle Entwicklungen und Maßnahmen vor, mit denen der Patient in den Mittelpunkt unseres Gesundheitssystems gestellt werde.  Er erläuterte unter anderem das Patientenrechtegesetz, die unabhängige Patientenberatung und das Versorgungsstrukturgesetz – alles Maßnahmen, welche die von uns praktizierte „Medizin im 21. Jahrhundert“ deutlich prägen wird.

Dr. med. Thomas Weiler, Geschäftsführer des Klinikums Starnberg sowie der Gesundheit Oberbayern GmbH, beleuchtete die wirtschaftlichen Herausforderungen, die sich im Rahmen unseres Gesundheitssystems für die medizinischen Akteure – insbesondere für die Kliniken – aktuell ergeben und in den nächsten Jahrzehnten noch auf die Gesellschaft zukommen werden. Wie schafft es eine Klinik, trotz steigender Kosten und zunehmender Einnahmeproblematik, schwarze Zahlen zu schreiben und somit weiterhin eine hohe Qualität in der Patientenversorgung zu ermöglichen? Zur Erläuterung dieser Thematik gab Dr. Weiler den Stipendiaten zunächst eine kleine Einführung in die Budgetberechnung. Daneben wurden auch interessante Zahlen vorgestellt. So hat sich die durchschnittliche Verweildauer von Patienten im Krankenhaus von 14,7 Tagen im Jahr 1990 auf 7,9 Tage im Jahr 2010 fast halbiert.

In einer Gruppendiskussion, an der neben den Stipendiaten Dr. med. Thomas Weiler und das Ehepaar Dres. med. Christine und Alfred Milz, niedergelassene Allgemeinärzte aus der Region Ulm, teilnahmen, wurde die Arbeitssituation der im ambulanten und stationären Bereich tätigen Ärzte diskutiert. Schwerpunkte der Diskussion waren das Arbeitsschutzgesetz, die Berufsaussichten von angehenden Ärzten in Deutschland sowie die Unterschiede im Berufsalltag zwischen Klinikärzten und niedergelassenen Ärzten in Deutschland.

Den Abschluss der Tagung bildete ein Blick über den Tellerrand hin zum Gesundheitssystem und der medizinischen Versorgung in den USA. Dr. med. Thomas Weiler, der vor seiner Tätigkeit als Geschäftsführer sowohl in Deutschland als auch in den USA Medizin studiert hatte und im Anschluss einige Jahre als Anästhesist in den USA tätig war, stellte den Stipendiaten die Grundzüge des amerikanischen Gesundheitssystems vor und räumte in diesem Zusammenhang mit einigen Mythen auf, die sich um das amerikanische Gesundheitssystem ranken. Es sei unter anderem nicht wahr, dass mehr als die Hälfte der US-Bürger keine Krankenversicherung habe. Tatsächlich seien nur 16 Prozent der Bevölkerung in den USA ohne Versicherungsschutz.

Alina Bacher

Fachforumssprecherin Franziska Dirr

Prof. Dr. Heiner Fangerau

Die Teilnehmer des diesjährigen Fachforums

Dr. med. Alfred Milz und Dr. med. Christine Milz

Dr. med. Thomas Weiler

Wolfgang Zöller, MdB

Wolfgang Zöller, MdB